Der „Veeam Data Protection Trends Report 2023“ deckt auf, dass bei IT-Führungskräften die Unsicherheit vor Cyberangriffen stetig wächst. Das hat erhebliche Auswirkungen – unter anderem werden die Budgets für die Datensicherung steigen.
IT-Führungskräfte fühlen sich zunehmend durch Cyberangriffe bedroht: Laut Veeam Data Protection Trends Report 2023 wollen 57 Prozent der Unternehmen deshalb ihre primäre Datensicherung im Jahr 2023 ändern.
IT-Führungskräfte wie etwa CISOs kämpfen in einer zunehmend diversifizierten IT-Produktionsumgebung und in der Multi-Cloud gegen eine rasch wachsende Flut von Bedrohungen, von denen Ransomware-Angriffe nur einen Kopf der Hydra darstellen. Der „Veeam Data Protection Trends Report 2023“ zeigt, dass die IT-Führungskräfte sich nicht genügend geschützt fühlen und folglich ihre Budgets für die Datensicherung erhöhen.
„Daher ist eine der obersten Prioritäten der Unternehmen in diesem Jahr, die Verbesserung der Zuverlässigkeit und des Erfolgs von Backups sicherzustellen“, erklärt Jason Buffington, bei Veeam zuständig für Marketing Strategy, bei der Präsentation der diesjährigen Studie.
Es gebe einen „Protection Gap“, verschärft um einen „Availability Gap“, der es erfordert, andere, bessere Backup-Software anzuschaffen. Buffington erläuterte: „79 Prozent der Befragten in der DACH-Region geben an, dass die eigene IT-Abteilung die Systeme nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit wiederherstellen kann (Verfügbarkeitslücke). Vier von fünf Befragten (77 %) in der DACH-Region sprechen von einer Differenz zwischen der zu verkraftenden Datenverlustmenge und den Sicherungsintervallen (Schutzlücke).“ Es geht also um die zwei zentralen Begriffe: RTO (Recovery Time Objective) und RPO (Recovery Point Objective). Die Unternehmen hätten erkannt, dass sie sich keinerlei Datenverlust mehr leisten können – ganz gleich, auf welche Weise – und etwas dagegen tun müssen.
Dieses Gefühl des Mangels hat eine massive Auswirkung, wie sie Buffington nicht stärker betonen konnte: „Diese Defizite sind der Grund dafür, dass 57 Prozent der Unternehmen davon ausgehen, dass sie ihre primäre Datensicherung im Jahr 2023 ändern werden, und rechtfertigen eine Aufstockung der Budgets für die Datensicherheit.“ Mehr als jedes zweite Unternehmen dürfte also dieses Jahr den Anbieter wechseln. Während sich die anderen Anbieter nun die Hände reiben dürften, wirft diese Zahl doch ein düsteres Licht auf die in den Unternehmen eingesetzten Lösungen.
Weltweit rechnen Firmen nach den Worten Buffingtons „damit, ihr Budget für Datensicherung im Jahr 2023 um 6,5 Prozent zu erhöhen, was deutlich höher ist als die geplanten Gesamtausgaben in anderen IT-Bereichen“. Von den 85 Prozent der Unternehmen, die eine Aufstockung ihrer Datensicherungsbudgets planen, liege die durchschnittliche geplante Erhöhung bei 8,3 Prozent und erfolge häufig in Verbindung mit höheren Investitionen in Tools der IT-Sicherheit.
Wunder Punkt Ransomware
Ransomware gewinnt die Oberhand. Ransomware ist neben Naturkatastrophen (wie Feuer oder Überschwemmung) und Benutzerfehlern (Überschreiben oder Löschen) die häufigste und folgenreichste Ursache von Ausfällen. Bei den Unternehmen in der DACH-Region haben nur 21 Prozent noch keine Ransomware-Attacke erlebt. Bei einem Viertel gab es nur eine Attacke und bei 40 Prozent zwei oder drei Attacken. Rund 14 Prozent erlebten vier Attacken oder mehr.
„85 Prozent der Unternehmen wurden 2022 mindestens einmal angegriffen, ein Anstieg von 76 Prozent gegenüber dem letztjährigen Bericht“, berichtete Buffington. Durchschnittlich 39 Prozent aller Daten waren dabei jeweils betroffen, aber: „Insbesondere die Wiederherstellung ist ein Problem, da die Befragten angaben, dass nur 55 Prozent ihrer verschlüsselten oder zerstörten Daten nach Angriffen wiederhergestellt werden konnten.“ Laut der Umfrage sei der wichtigste Aspekt, nach dem Unternehmen bei einer modernen Datensicherungslösung suchen, die „Integration der Datensicherung in eine Strategie der Cyber-Bereitschaft“ (Cyber Resilience).
Prävention hat mittlerweile Priorität vor Transformation; die Digitalisierung muss mit erhöhten Security-Ausgaben erkauft werden. Buffington weiter: „IT-Attacken belasten mit Lösegeldzahlungen bis hin zu Wiederherstellungsmaßnahmen nicht nur die Betriebsbudgets, sondern verringern auch die Fähigkeit von Unternehmen, sich für ihren zukünftigen Erfolg zu modernisieren. Stattdessen müssen sie für die Prävention und Abschwächung des Status quo zahlen.“
Jeder dritte Kunde (32 %) sucht offenbar händeringend nach Backup/Recovery-Lösungen, welche die Zuverlässigkeit und den Wiederherstellungserfolg von Backup hundertprozentig gewährleisten können. Bei dieser Suche streben die Kunden auch nach Wahlfreiheit bei ihrer Auswahl, außerdem haben Zuverlässigkeit und Flexibilität der Lösung sowie Bereitstellung (On-Prem, Cloud, Medien) Priorität.
Die Studie, die den Zeitraum 2020 bis 2025 abdeckt, ist auf ein hohes Wachstum im Bereich der Business Continuity und Backup/DR gestoßen. Schon 2022/23 setzen 67 Prozent der befragten Unternehmen auf Lösungen aus der Cloud und nur noch 32 bis 33 Prozent auf On-Premises-Lösungen. Doch schon 2024 werden 79 Prozent in der Cloud sein, gefolgt von 74 Prozent 2025.
Im Jahr 2023 verfügen 71 Prozent der Unternehmen sowohl über Business Continuity als auch Disaster Recovery: 47 Prozent in der Cloud, 24 Prozent On-Premises in mehreren Rechenzentren. Tape ist daher alles andere als tot, wenn es um Medien für die Langzeitdatenspeicherung geht: Jedes zweite Unternehmen in der DACH-Region (48 %) nutzt noch Bänder, weil der Bedarf hoch ist (etwa bei Versicherungen oder Patenten), während 63 Prozent neben dem Band Cloud-Ressourcen für das Sichern von Produktionsdaten nutzen.
Stand: 08.12.2025
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Container sind Standard
Container-zentrierte Workloads werden immer beliebter. „Container und insbesondere Kubernetes weisen mittlerweile alle Merkmale einer Mainstream-Produktionsplattform auf, mit denselben Unterschieden in der Datensicherungsstrategie, wie sie bei den frühen Anwendern von SaaS vor fünf Jahren oder der Virtualisierung vor 15 Jahren zu beobachten waren“, berichtete Buffington.
„52 Prozent der Befragten setzen derzeit Container ein, während 40 Prozent der Unternehmen den Einsatz von Containern planen. Dennoch schützen die meisten Firmen lediglich den zugrundeliegenden Speicher, anstatt die Workloads selbst umfassend zu schützen.“ Dies sei typisch für die Einführung neuer Produktionsplattformen, gefolgt von der Erkenntnis, dass die bisherigen Methoden unzureichend seien, wodurch die Möglichkeit geschaffen werde, dass Backup-Tools von Drittanbietern für einen umfassenden Schutz sorgen.
Fazit
„Veraltete Backup-Ansätze“, erläuterte Danny Allan, CTO und Senior Vice President of Product Strategy bei Veeam, „werden modernen Workloads – von IaaS und SaaS bis hin zu Containern – nicht gerecht und führen zu einer unzuverlässigen und langsamen Wiederherstellung im Unternehmen, obwohl diese Fähigkeit am dringendsten benötigt wird. Das ist es, was IT-Führungskräfte bei der Planung ihrer Cyberresilienz in den Mittelpunkt stellen. Sie benötigen eine moderne Datensicherung.”
Zuverlässigkeit und Konsistenz (beim Schutz von IaaS- und SaaS-Servern und Servern im Rechenzentrum) seien die wichtigsten Faktoren für die Verbesserung der Datensicherung im Jahr 2023. Unternehmen, die Schwierigkeiten haben, in der Cloud gespeicherte Daten mit herkömmlichen Backup-Lösungen zu schützen, dürften ihre Backup-Lösung für das Rechenzentrum wahrscheinlich durch IaaS/PaaS- und/oder SaaS-Funktionen ergänzen.
„Cloud-basierte Dienste scheinen für Unternehmen aller Größenordnungen nahezu unvermeidlich zu sein“, resümierte Buffington. „Aber so, wie es nicht nur eine Art von Produktions-Cloud gibt, so gibt es nicht nur ein einziges Cloud-Sicherungs-Szenario. Unternehmen sollten Cloud-Tiers für die Aufbewahrung, Backup-as-a-Service (BaaS) und schließlich Disaster-Recovery-as-a-Service (DRaaS) in Betracht ziehen.“
Mit „Cloud-Tiers“ meint der Veeam-Manager wohl Speicherklassen des jeweiligen Storage-Anbieters. Intelligent Tiering, wie bei AWS, kann dabei nicht nur Geld sparen, sondern auch die Workloads für das Verschieben und Bereitstellen von Speicher-Workloads automatisieren. Das setzt Personal für andere Aufgaben frei.