IT-BUSINESS Executive Summit 2014 Das Systemhaus – vom Experten für Infrastruktur zum Business-Innovator

Von Michael Hase 7 min Lesedauer

Die große Dynamik des IT-Markts zwingt den Channel dazu, sich beständig zu wandeln. „Transform to Perform“ war daher der IT-BUSINESS Executive Summit 2014 überschrieben. Ein Fazit: Im Idealfall übernehmen Systemhäuser künftig die Rolle des Innovators, der seine Kunden berät, wie sie mit Hilfe von IT neue Geschäftsprozesse gestalten.

Zum Executive Summit 2014 trafen sich Führungskräfte von Systemhäusern, Herstellern und Distributoren in der Frankfurter Villa Kennedy. (Bild:  Vogel IT-Akademie)
Zum Executive Summit 2014 trafen sich Führungskräfte von Systemhäusern, Herstellern und Distributoren in der Frankfurter Villa Kennedy.
(Bild: Vogel IT-Akademie)

Treffender hätte man das Motto des IT-BUSINESS Executive Summit 2014 kaum auf den Punkt bringen können. „Systemhäuser haben sich immer wieder neu erfunden. Wir hören unseren Kunden und unseren Vertriebsleuten zu und ziehen daraus unsere Schlüsse“, betonte Bechtle-Vorstand Michael Guschlbauer.

„Transform to Perform – Erfolgreiches IT-Business im Zeichen des Wandels“ war der diesjährige Summit überschrieben, zu dem sich – mittlerweile zum zehnten Mal – die Führungskräfte von Top-Systemhäusern auf Einladung der Vogel IT-Akademie mit ­Managern von Herstellern und Distributoren trafen. Tagungsort war das Frankfurter Luxushotel Villa Kennedy. Unterstützt wurde der Event von den Sponsoren Audi, Avaya, Cisco, Dell, Fujitsu, HP, IBM und VMware.

Im Mittelpunkt der Vorträge und Gespräche standen die Her­ausforderungen, die sich dem IT-Channel durch die Megatrends Cloud, Big ­Data, Mobility und Social Media stellen. Unstrittig war unter den Teilnehmern, dass die ­aktuellen Marktveränderungen die Systemhäuser dazu zwingen, ihre Geschäftsmo­delle zu überprüfen und anzupassen. In welchem Ausmaß und in welche Richtung sie sich transformieren müssen, darüber wurde freilich lebhaft und kontrovers diskutiert.

Mit dabei in der Villa Kennedy

Teilnehmer:

Richard Hellmeier (Arrow ECS), Michael Guschlbauer (Bechtle), Rudolf Hotter (Cancom), Regina Weinmann (Cancom), Ralf Schäfer (Comline), Lorenz von Schröder (Comline), Reiner Louis (Computacenter), Olaf von Heyer (Concat), Herbert Bockers (Dimension Data), Hans-Hermann Schaber (Datagroup), Thomas Hoffmann (Euro­micron), Gunter Horn (Horn & Cosifan), ­Rüdiger Rath (Inforsacom), Marcus Adä ­(Ingram Micro), Dirk Waltje (Janz IT), Dirk K. Martin (PM Computer Services), Lutz Hohmann (Profi AG), Manfred Lackner (Profi AG), Martin Greiwe (Ratiodata), Andreas Wenninger (Synaxon), Dirck Hanssen (Sysback), Gerhard Sundt (Aufsichtsrat meh­rerer Gesellschaften), Horst Westerfeld (Staatssekretär a. D.).

Akademie-Partner / -Sponsoren:

Audi, Jörg Elsässer (Avaya), Markus Knaak (Avaya), Carsten Heidbrink (Cisco), Oliver Tuszik (Cisco), Doris Albiez (Dell), Stefan Rabben (Dell), Sabine Bendiek (EMC), Martin Boeker (EMC), Jörg Brünig (Fujitsu), Rupert Lehner (Fujitsu), Angelika Gifford (HP), Ulrich Seibold (HP), Stephan Wippermann (IBM), Markus Hofbaur (VMware), Thomas Kühlewein (VMware), Mato Petrusic (VMware).

Referenten:

Prof. Dr. Hermann Hill (Universität Speyer, Moderation), Hagen Hupperts (Charité), Franz-Reinhard Habbel (Deutscher Städte- und Gemeindebund), Horst Reichardt (Freudenberg IT), Dr. Sebastian Saxe (Hamburg Port Authority), Dr. Andreas Resch (Modalis), Dr. Christian Böing (Strato), Prof. Dr. Manfred Broy (TU München).

IT-BUSINESS-Vertreter:

Daniela Schilling, Werner Nieberle, Eva Kanzler, Jessica Krist, Michael Hase.

Anregende Best Practices

Einmal mehr hatten die Veranstalter ­Daniela Schilling, Leiterin der Vogel IT-Akademie, und Werner Nieberle, Geschäftsführer von Vogel IT-Medien, hochkarätige ­Referenten zum Executive Summit geholt. Als anregendes neues Format erwiesen sich die beiden Best-Practice-Vorträge, in denen IT-Verantwortliche innovative Projekte ­ihrer Unternehmen vorstellten.

Dr. Sebastian Saxe, CIO der Hamburg Port Authority, berichtete in seiner Key­note, wie der Hamburger ­Hafen mit Hilfe von IT seine Effizienz gesteigert hat und so das stetig wachsende Frachtaufkommen bewältigt. Die Herausforderung besteht für die Hanseaten darin, auf begrenzter Fläche den Waren­umschlag permanent zu erhöhen. Sie setzen dabei auf eine umfassende Vernetzung ihrer Hafeninfrastruktur. „Brücken, Schleusen und Ampeln sind wunderbare Einsatzfelder für Indus­trie 4.0“, betonte Saxe. Um die Verkehrsströme zu steuern, wird unter anderem digitale Beschilderung genutzt.

Ideen und Informationen

Ganz andere Herausforderungen stellen sich der IT in der Charité, wie Hagen Hupperts, IT-Projektleiter in der Berliner Klinik, in seiner Keynote ausführte. In der Charité können Mediziner an ­unterschiedlichen Orten gleichzeitig auf dieselbe Patientenakte zugreifen. Die Befunde der Patienten sind somit immer dort verfügbar, wo die Ärzte gerade arbeiten. „Computerzeit wird zu Patientenzeit“, bezeichnete Hupperts das Prinzip, das dem IT-Einsatz in der Klinik zugrunde liegt. Der Arzt und IT-Manager ging außerdem auf weitere innovative Projekte der Charité wie etwa die Tumordatenbank ein. „Innova­tionen entstehen dort, wo sich Ideen an ­Informationen kristallisieren können.“

Ausgehend von Dr. Saxes Keynote entspann sich eine der interessantesten Debatten der beiden Tage über die künftige Rolle der Systemhäuser. Der IT-Verantwortliche des Hamburger Hafens untermauerte seine These, die er tags zuvor bei den Roundtable-Diskussionen nachdrücklich vertreten hatte. Nach seiner Ansicht sollten Systemhäuser ihre Kunden bei Innova­tionen des Geschäftsmodells begleiten. Der CIO wünscht sich Dienstleister, die ihre Kunden dahingehend beraten, wie sie mit ­Hilfe von IT neue Geschäftsprozesse gestalten.

Vogel IT-Akademie: Executive Summit
Bildergalerie mit 30 Bildern

Wie die Teilnehmer auf die These des Hafen-CIOs reagierten, lesen sie auf der nächsten Seite.

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