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Cisco-Studie „Workforce of the Future“ Das Homeoffice soll bleiben

Autor: Ann-Marie Struck

Durch die Corona-Pandemie erfährt die Arbeit aus dem Homeoffice eine hohe Aufmerksamkeit. Und auch nach der Krise will die Mehrheit der Arbeitnehmer die Vorteile davon behalten. So das Ergebnis einer Studie von Cisco.

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86 Prozent der Mitarbeiter wünschen sich, selbst festzulegen, wo und wann sie arbeiten.
86 Prozent der Mitarbeiter wünschen sich, selbst festzulegen, wo und wann sie arbeiten.
(Bild: Halfpoint - stock.adobe.com)

Ein allgemeines Recht auf Homeoffice wird seit Jahren in Deutschland diskutiert. In Nachbarländern wie beispielsweise den Niederlanden gibt es schon länger einen Rechtsanspruch auf das Arbeiten von zu Hause. In Deutschland waren Arbeitgeber und Staat bisher skeptisch, bis die Maßnahmen zur Ausbreitung der Coronakrise die Arbeit aus den eigenen vier Wänden schlagartig etabliert haben, die jetzt auch „nach der Krise “ bleiben soll. Denn laut der Studie: „Workforce of the Future“ von Cisco wünschen sich 86 Prozent der Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung bei der Festlegung, wie und wann sie die Büroräume nutzen. Zudem stellt für 60 Prozent der Befragten hybrides Arbeiten in Zukunft keine Herausforderung mehr dar, da sie sich bereits gut an die neuen Arbeitsweisen gewöhnt haben. Nur 13 Prozent verneinen das.

Ein „Recht auf Homeoffice“ scheint nun umsetzbar, und auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will derzeit einen gesetzlichen Anspruch auf jährlich 24 Tage Homeoffice oder mobiles Arbeiten durchsetzen. Diesen Entschluss würden 64 Prozent der Umfrageteilnehmer befürworten. Denn wenn sie CEO wären, würden sie eine Richtlinie für das Homeoffice einführen.

Homeoffice damals und heute

Laut der Studie durfte vor der Krise ein Viertel der Deutschen grundsätzlich von zu Hause arbeiten, ohne dieses Angebot zu nutzen. Hier zeigt sich eine deutliche Veränderung zum Vorjahr. Obwohl nur sechs Prozent der Befragten derzeit dauerhaft von zu Hause arbeiten, hoffen 58 Prozent darauf, diese Möglichkeit nun weiterhin zu haben. Denn 60 Prozent wollen auch zukünftig ihre Autonomie beim Arbeiten bewahren.

In den vergangenen sechs Monaten haben 61 Prozent der deutschen Arbeitnehmer die Vorteile und Herausforderungen bei der Arbeit von zu Hause aus besser kennengelernt. Entgegen den Erwartungen haben 55 Prozent der Deutschen die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben seit Beginn der Krise gut hinbekommen. Bei nur 16 Prozent hat sich dies verschlechtert. Zudem hatten 60 Prozent der Befragten in Deutschland seit dem Frühjahr das Gefühl, wesentlich produktiver zu sein. Das haben auch die Arbeitgeber erkannt. Denn 81 Prozent der Mitarbeiter merkten das plötzliche Vertrauen ihrer Arbeitgeber, dass sie ihren Job gut machen. Nur acht Prozent der Befragten fühlten sich nach dem Wechsel ins Homeoffice stärker kontrolliert.

Arbeitsplatz 2021

Eine standortübergreifende Kommunikation benötigt jedoch die richtige technische Ausstattung. Daher sind 71 Prozent der Umfrageteilnehmer der Ansicht, dass sie zu Hause die gleiche Technik benötigen wie im Büro. Denn Kommunikation funktioniert auch über virtuelle Kanäle. 65 Prozent der Befragten glauben nun, dass sich Mitarbeiter nicht im selben Raum aufhalten müssen, um effektiv zusammenzuarbeiten. Deshalb sollten laut Cisco Unternehmen für das kommende Jahr vor allem in Technologien investieren, die zur Arbeit an entfernten Standorten erforderlich sind und das Büro aus gesundheitlicher Sicht sicherer machen. Zudem sind 69 Prozent der Ansicht, dass mehr Wissen über Technologie und digitale Fertigkeiten für den Geschäftserfolg wichtig sein werden.

Über die Studie

In der von Cisco beauftragten Studie „Workforce of the Future“ haben 10.095 Beschäftigte aus zwölf Ländern teilgenommen, die seit Beginn der Abriegelung an zehn oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen von zu Hause aus arbeiten. Zu den Ländern zählen: Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Polen, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Schweiz, die Niederlande, Belgien und Luxemburg. 1.000 Studienteilnehmer kamen aus Deutschland.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin