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The Future of Work: A Pandemic Spotlight Corona pusht die Automatisierung – der Mensch hält sie zurück

| Autor: Melanie Staudacher

Die Umfrage „The Future of Work: A Pandemic Spotlight“ ergibt, dass Unternehmen vermehrt Robotic Process Automation einsetzen, um den Corona-bedingten Geschäftsdruck zu bewältigen. Doch die Mitarbeiter haben Bedenken hinsichtlich der Automatisierung.

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Der Forrester-Studie zufolge werden Unternehmen auch nach der Coronakrise vermehrt auf Automatisierungstechnologien setzen. Doch die Belegschaft fühlt sich von diesem Prozess bedroht.
Der Forrester-Studie zufolge werden Unternehmen auch nach der Coronakrise vermehrt auf Automatisierungstechnologien setzen. Doch die Belegschaft fühlt sich von diesem Prozess bedroht.
(Bild: © beeboys - stock.adobe.com)

Die Schlüsselerkenntnis der Studie „The Future of Work: A Pandemic Spotlight“, die von Forrester Consulting im Auftrag des Softwareunternehmens UiPath durchgeführt wurde, ist, dass die Investitionen in die Automatisierung steigen. Ein mitarbeiterorientierter Ansatz bleibt jedoch weiterhin notwendig. Forrester führte die Online-Umfrage im Mai 2020 unter 160 Entscheidungsträgern aus verschiedenen Geschäftsbereichen in Frankreich, Deutschland, Japan, Großbritannien und den USA durch.

Investitionen in RPA steigen

Bei der Befragung gaben 31 Prozent der Entscheidungsträger an, dass ihre Unternehmen in den letzten drei Monaten ihre Ausgaben für Robotic Process Automation (RPA) erhöht haben. Weitere 48 Prozent gaben an, dass sie ihre Ausgaben für RPA im nächsten Jahr um fünf Prozent oder mehr erhöhen werden.

Die Herausforderungen, denen Unternehmen mit Automatisierungstechnologien begegnen wollen, lassen sich auf die Pandemie zurückführen. Zum einen wurden Lieferketten aufgrund von Kostenbeschränkungen und Unterbrechungen enorm unter Druck gesetzt. Zum anderen wurden Unternehmen gezwungen mit einer verstreut arbeitenden Belegschaft umzugehen. Folgende RPA-basierte Maßnahmen sind von den Befragten mit hoher oder sogar kritischer Priorität eingestuft worden, um den Herausforderungen zu begegnen und Mitarbeiter zu entlasten:

  • Agilität, Vielfalt und Ausfallsicherheit in die Lieferkettenabläufe integrieren (83%)
  • Back-Office und Betriebsaufgaben automatisieren (80 %)
  • Remote-Arbeit unterstützen (75 %)
  • Routinemäßige Helpdesk-Tickets automatisieren (79 %)
  • Erweiterung der Self-Service-Funktionen (76 %) und Chatbot-Angebote (72 %)

Faktor Mensch wird wichtiger

Schon vor der Pandemie hätten sich in Unternehmen Bedenken der Mitarbeiter hinsichtlich der Übernahme von Arbeitsplätzen durch die Automatisierung abgezeichnet. Diese haben sich nun weiter verschärft, aufgrund von pandemiebedingten Gesundheitsproblemen sowie mangelndem menschlichen Kontakt bei der Arbeit, heißt es in der Studie. 34 Prozent sind leicht besorgt, dass ihre vorhandenen digitalen Fähigkeiten möglicherweise künftig nicht den Anforderungen ihres Jobs entsprechen. Weitere 43 Prozent sind etwas mehr besorgt darüber, ob sie mit ihren bestehenden Fähigkeit an ihrem Arbeitsplatz erfolgreich sein werden, sind gleichzeitig jedoch nicht daran interessiert, ihre digitalen Kompetenzen zu verbessern. Sehr besorgt und sich von der wachsenden Komplexität der heutigen und zukünftigen Aufgaben bedroht fühlen sich 14 Prozent. Lediglich neun Prozent haben keine Angst von Automatisierungsprozessen ersetzt zu werden und möchten ihre digitalen Skills auch nicht weiter ausbauen.

In der Vergangenheit lösten das Hinterfragen und Beobachten von Ängsten in der Belegschaft noch Bedenken hinsichtlich der Privatsphäre aus. Der Umfrage zufolge sind nun 43 Prozent der Entscheidungsträger der Meinung, dass eine solche Überwachung der Angst der Arbeitnehmer erforderlich sein sollte. 2019 waren lediglich 29 Prozent dieser Ansicht.

Wie es nach der Krise weitergehen soll

Forrester empfiehlt Unternehmen, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie sich die Automatisierung auf die Mitarbeitererfahrung auswirkt. Denn so könnten sie ein nachhaltiges Wachstum erzielen. 63 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Technologien auf dem neuesten Stand gehalten und schnell aktualisiert werden müssen, um die Arbeitserfahrung zu verbessern. Die Bereitstellung von Zertifizierungen für digitale und maschinelle Fähigkeiten ist für 60 Prozent der Entscheidungsträger relevant, um Mitarbeiter auf die Zukunft der Arbeit vorzubereiten und die Automatisierung zu bewältigen. Weitere 56 Prozent gaben an, dass ihre Unternehmen daran arbeiten, die Belegschaft mit den richtigen Fähigkeiten auszustatten, um mit der Entwicklung der Technologie Schritt zu halten.

Forrester prophezeit abschließend, dass Unternehmen in den nächsten 12 bis 36 Monaten in Automatisierung investieren werden, um die Geschäftskontinuität zu verbessern, die Prozessstabilität zu erhöhen, das Risiko menschlicher Fehler zu verringern und fehlende menschliche Arbeitskräfte zu ersetzen. Solange jedoch die Automatisierung den Mitarbeitern dabei helfe, Fortschritte zu machen, würden diese sich weniger Sorgen machen.

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Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH