Comteam-Partnerkonferenz 2025 Comteam: Wachstum, Fusion und Services für Partner

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Windows 11, Security-Boom und politische Lage: Das Systemhaus-Netzwerk Comteam erlebt ein starkes Jahr. Geschäftsführer Sven Glatter und sein Team erklären, wie sie ihre Partner zukunftsfähig machen – und warum sie trotz KI auf persönliche Nähe setzen.

(V. l.) Sandra Balz (Kiwiko), Silvia Habeck, Sven Glatter und Luciana Kuhlemann (alle Comteam) freuen sich über die positiven Ergebnisse. (Bild:  Vogel IT-Medien)
(V. l.) Sandra Balz (Kiwiko), Silvia Habeck, Sven Glatter und Luciana Kuhlemann (alle Comteam) freuen sich über die positiven Ergebnisse.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Bei der Comteam-Partnerkonferenz unter dem Motto „Glühwein trifft Technologie – Weihnachten vernetzt“ kamen auch in diesem Jahr zahlreiche Mitglieder zusammen. Und was diese neben der Mitgliedschaft alle gemeinsam haben, sind die größtenteils positiven Jahresergebnisse. Über TradersGuide von ITscope bietet Comteam Mitgliedern eine Einkaufsplattform, übernimmt darüber die Abrechnung sowie das Del-Credere. Gleichzeitig hat Comteam damit einen Überblick über das Volumen bei Hardware und Software. Und darüber zeigt sich: Das Wachstum ist beeindruckend. Den Partnern geht es gut.

Das bestätigt Comteam ebenso für das Netzwerk. „Wir als Comteam haben 2025 ein richtig erfolgreiches Jahr gehabt“, berichtet Silvia Habeck, Leiterin Partnermanagement bei Comteam. Treiber ist unter anderem das Support-Ende von Windows 10, aber nicht nur das. „Andere Branchen haben mit Hacking und der Security-Verantwortung zu kämpfen. Das kommt uns zugute, weil wir gegen diese Situation arbeiten“, nennt Sven Glatter, Geschäftsführer bei Comteam, einen weiteren Faktor. Die letzten drei Monate hätten die höchsten Umsätze und Erträge im klassischen Infrastruktur-IT-Umfeld gebracht, und der November werde dem wahrscheinlich in nichts nachstehen.

Interessanterweise spielt auch die Politik dem Netzwerk sowie den Partnern in die Hände. Obwohl man oftmals nicht drumherum komme, Microsoft zu vermarkten, schauten Partner verstärkt auf den deutschen und europäischen Markt nach Möglichkeiten und Alternativen, erklärt Habeck. „Damit hatte Wortmann bei uns einen starken Zuwachs.“ Glatter ergänzt den wirtschaftlichen Aspekt: „Gleichzeitig fällt der Handel in Dollar am Beispiel von Wortmann weg, sodass sie klar und fair auf dem deutschen Markt agieren können.“ Die gefürchtete Situation des Wechselkurses bleibt damit aus.

MSP-Manager: Der Weg zum Serviceanbieter

Im vergangenen Jahr hat das Netzwerk den MSP-Manager entwickelt und in diesem Jahr weiterentwickelt. Habeck erklärt die Motivation: „Die vielen verschiedenen Rechnungen und Verträge – Jahres- oder Monatsverträge – von Herstellern und Distributoren richtig abzurechnen, war unter anderem eines der Sorgen unserer Mitglieder.“

Was Comteam unterschätzt hat: Nicht jeder Partner ist sofort aufgesprungen. Daher wurde eine vierwöchige Testphase eingerichtet. „Partner können den MSP-Manager mit ihren Echtdaten testen, um den Nutzen daraus zu erkennen. Und das hat sich absolut bewährt“, so Habeck. Der entscheidende Vorteil gegenüber Distributoren-Plattformen: Diese funktionieren nur in ihrem eigenen Kosmos, hersteller- bzw. portfolioabhängig. Im MSP-Manager läuft alles von jedem Lieferanten zentral an einem Ort. Die Basis wurde von Mars Solutions entwickelt, ComTeam entwickelt das Tool durch eigene, weitere Module weiter aus. Und „die Botschaft daraus ist klar: Wir mausern uns mehr zum Serviceanbieter“, so Glatter.

ComTeach4You: Schulungsplattform als White Label

Auch bereits im vergangenen Jahr vorgestellt: ComTeach4You, eine onlinebasierte Schulungsplattform für verschiedenste Themen. Luciana Kuhlemann, Leiterin des Campus von Comteam, erläutert das Konzept: „Partner haben die Möglichkeit, über die Plattform mit ausgewählten Schulungen als White-Label-Lösung auf die Endkunden zuzugehen und so eine Bindung und einen neuen Zugang zu schaffen, ohne sich um einen Trainer kümmern zu müssen.“ Die Themen sind dabei bunt gemischt, und Partner können unter den Schulungen selektieren.

KI-Hub statt -Hype

Beim Event wurde ebenso Künstliche Intelligenz thematisiert, wenn auch nur begrenzt. So gaben Nils Söder, Produktmanager AI-Lösungen bei Kutzschbach, und Paula Glatter, Psychologie-Studentin, die sich unter anderem auf KI spezialisiert, einen Prompting-Kurs, bei dem sie neben der technologischen auch die psychologische Seite beleuchteten.

Weiter wurde eine neue Kooperation zwischen Neuland.ai und Comteam verkündet. „Das Unternehmen entwickelt eine KI-Gruppenlösung, deren Launch zum ersten Quartal 2026 geplant ist. Damit sollen insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen einen zuverlässigen, praxisnahen und rechtskonformen Einsatz von KI realisieren können“, erklärt Glatter. Die Lösung basiert auf dem Neuland.ai-Hub (FirmenGPT) – einer DSGVO- und EU-AI-Act-konformen Plattform mit Wissens-KI, Assistenzfunktionen und begleitenden Schulungen. Netzwerkmitglieder können damit von dieser KI-Technologie in Kombination mit Sonderkonditionen, Trainings und Support profitieren.

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Trotz der Ankündigung hat Glatter eine klare Meinung zum KI-Hype: Er glaubt nicht an ein stark verändertes Kaufverhalten durch KI-Agenten, sondern „weiter an die starke Partnerbindung und die Anforderungen nach persönlicher Nähe und Beratung.“

Kiwiko-Fusion

Zwei Marken, ein starkes Netzwerk

Ebenso war der Zusammenschluss mit Kiwiko Thema. Auch wenn der Entschluss dazu einige Zeit her ist, der Prozess ist noch nicht abgeschlossen, wie Sandra Balz, Leitung der Kiwiko, erklärt. „Das ist ein laufender Prozess.“ Synergien und gewisse positive Effekte sind aber schon sichtbar. Glatter sieht einen klaren Vorteil im speziellen Knowhow für Cybersecurity und betont die Besonderheit der Konstellation: „Wir haben etwas vorgefunden, das es so nicht nochmal in der Branche gibt, ein Verbund mit einer starken Konzentration von hochprofessionellen Security-Themen.“ Von dieser Expertise könnten Comteam-Mitglieder profitieren – und Kiwiko-Partner von den Services und Konditionen der Comteam. Dabei gilt jedoch: Beide Marken bleiben zum größten Teil eigenständig, und jedes Mitglied hat damit einen eigenen Vertrag mit dem jeweiligen Netzwerk – jedoch mit entsprechenden Vergünstigungen. Auch die jeweiligen Formate und Partnertreffen sollen nicht verschmelzen. Balz bestätigt zudem, dass alle Hersteller das neue Konstrukt unterstützen: „Alle waren sehr offen und haben keine Zweifel an diesem Schritt gezeigt. Sie verstehen genau, welche positiven Effekte diese Fusion hat.“ Den zwei Positionen in zwei Netzwerken bedeutete auch Zugang zu verschiedenen Kundengruppen.

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