Führungswechsel in Vorstand und Aufsichtsrat Cloud & Fiber: Ecotel nimmt Tempo auf

Von David Binnig 4 min Lesedauer

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Der Telekommunikationsdienstleister Ecotel aus Düsseldorf positioniert sich im Zuge eines Generationenwechsels im Markt neu und stellt die Weichen auf Wachstum. Die neue Strategie Cloud & Fiber ist „Partner-driven“ und adressiert den deutschen Mittelstand.

Aktuell betreut Ecotel bundesweit mehr als 15.000 Kunden mit einem Full-Service-Angebot aus Cloud- und Breitbanddiensten.(Bild:  kmls - stock.adobe.com)
Aktuell betreut Ecotel bundesweit mehr als 15.000 Kunden mit einem Full-Service-Angebot aus Cloud- und Breitbanddiensten.
(Bild: kmls - stock.adobe.com)

Mit der Liberalisierung des TK-Markts vor rund 25 Jahren wurde Ecotel ins Leben gerufen. Heute bedient das Unternehmen rund 15.000 B2B-Kunden. Das Angebot beinhaltet NGN-Sprachdienste, Glasfaser und Internet, Cloud und UCC, SD-WAN und IP-VPN sowie Datacenter und Security-Dienste.

Neue Doppelspitze

Aktuell befindet sich das börsennotierte Unternehmen in den letzten Zügen eines Generationenwechsels. Peter Zils, der das Unternehmen im Jahr 1998 gründete, zieht sich sukzessive aus dem operativen Geschäft zurück und hat in den vergangenen Monaten nach und nach immer mehr Verantwortung an den neuen CEO Markus Hendrich übertragen: Hendrich agierte bereits ab Oktober 2021 gemeinsam mit Zils als Co-Vorsitzender. Seit September letzten Jahres ist Hendrichs alleiniger Vorstandsvorsitzender.

Markus Hendrich, CEO bei Ecotel(Bild:  Ecotel Commmunication AG)
Markus Hendrich, CEO bei Ecotel
(Bild: Ecotel Commmunication AG)

Uwe Nickl, Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Ecotel(Bild:  Ecotel Commmunication AG)
Uwe Nickl, Vorsitzender des Aufsichtsrats bei Ecotel
(Bild: Ecotel Commmunication AG)

Der 40-jährige Wirtschaftspsychologe hatte bereits verschiedene Management-Positionen bei QSC und Plusnet inne und bringt bereits über 20 Jahre Erfahrung in der TK- Branche mit. Gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Uwe Nickl wird Hendrich ab sofort die Zukunftsstrategie von Ecotel vorantreiben, um den Geschäftskunden auch in Zukunft die richtigen Produkte und Lösungen an die Hand zu geben.

Nickl war seit 2021 stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens. Den Posten des ersten Vorsitzenden trat er ebenso wie Hendrich im September vergangenen Jahres an. Der inzwischen selbstständige Unternehmensberater zeichnete von 2016 bis 2021 als CEO bei der Deutsche Glasfaser Unternehmensgruppe. In den Jahren 2014 bis 2016 war der studierte Diplom-Betriebswirt als CEO bei der Pepcom-Gruppe tätig.

Multi-Carrier-Strategie

Die Geschäfte von Ecotel lassen sich in zwei Segmente untergliedern. Zum einen bietet das Unternehmen ein ganzheitliches TK-Portfolio für das B2B-Segment, welches vor allem den Mittelstand adressiert. Dazu gehört Connectivity, Internet, Standortvernetzung, Telefonie sowie Security. Daneben bietet das Unternehmen auch einfache IT-Dienstleistungen wie ein eigenes Rechenzentrum mit Virtualisierungslösung oder eine Verbindung in die Clouds der Hyperscaler an. Der Schwerpunkt ist dabei jedoch die Telekommunikation.

Um den Kunden eine bestmögliche Konnektivität zu gewährleisten, setzt Ecotel auf eine Multi-Carrier-Strategie. Durch Netzkopplungen mit 30 verschiedenen Carriern in Deutschland kann das Unternehmen so auf insgesamt mehr als eine Million Kilometer Glasfasernetz zurückgreifen und den Kunden die eigenen Dienste an jedem Standort in Deutschland liefern. Die Vernetzung und Absicherung mehrerer Standorte sowie die Vernetzung komplexer Netze via SD-WAN werden künftige Anforderungen sein, die auf eine schnelle Glasfasertechnologie angewiesen sind. „Wir liefern auf der einen Seite modulare Produkte, sind aber gleichzeitig auch als Lösungsanbieter für maßgeschneiderte Projektlösungen aktiv“, kommentiert CEO Markus Hendrich.

Das zweite Segment ist der Bereich Ecotel Wholesale. Hier ist das Unternehmen als Intermediär aktiv und vermittelt Telefonminuten von einem Netz in das andere. Darüber hinaus bedient Ecotel auch internationale Carrier mit einem nationalen Zugang.

Blick nach vorne

Mit dem Generationenwechsel im Vorstand und Aufsichtsrat stellt das Unternehmen die Weichen für die Zukunft. Die Fokussierung auf eine Wachstumsstrategie ist ein logischer Schritt für Ecotel und erfolgt zum richtigen Zeitpunkt. In den letzten zwei bis drei Jahren gab es zwei große Abschaltungen im Technologie- und Infrastrukturbereich. Das Unternehmen musste vor allem aufgrund der Abschaltung von ISDN, aber auch infolge einer technologischen Umstellung der Übertragungstechnik bei Glasfaser, einen Großteil der Kunden neu migrieren. Hendrich erklärt: „Dieser umfangreiche und zeitintensive Prozess ist nun abgeschlossen. Wir können uns jetzt mit der vollen Power auf Wachstum und die Veränderung der Rahmenbedingungen fokussieren.“

Cloud & Fiber als Wachstumstreiber

Das neue Führungsduo mit Nickl und Hendrich, legt dabei einen klaren Fokus auf die Geschäftsbereiche Cloud und Fiber. Gerade in Deutschland geht die Entwicklung – vor allem im internationalen Vergleich – oft noch zu zögerlich voran. Die Düsseldorfer wollen diese wachstumsstarken Felder deshalb frühzeitig bespielen und den Kunden dort abholen, wo er gerade steht. „Wir fokussieren den deutschen Mittelstand und wir fokussieren Unternehmen die auch mehr als einen Standort haben, weil wir dort unsere Vorteile am besten ausspielen können“, kommentiert Hendrich. Dabei will das Unternehmen durch Agilität und Kundennähe überzeugen. Ecotel ist zertifiziert und zu 100 Prozent „Made in Germany“. Diese Faktoren dürften gerade im Bereich Security für Kunden zukünftig eine noch wichtigere Rolle spielen.

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Wir haben uns fokussiert und klar gemacht, wofür wir stehen. Cloud und Fiber sind aus unserer Sicht die zwei wichtigsten Wachstumsfelder für die nächsten fünf Jahre. Dafür wollen wir uns rechtzeitig aufstellen und jedem Kunden seinen Weg in die digitale Zukunft aufweisen.

Markus Hendrich, CEO bei Ectel

Den Channel im Blick

Der Vertrieb von Lösungen und Produkten erfolgt überwiegend über die 300 Partner des TK-Spezialisten. „Wir leben den Channel seit 25 Jahren. Rund 90 Prozent der Aufträge bei Ecotel werden über die Vertriebspartner generiert. Gemeinsam mit diesen wollen wir auch in Zukunft den Markt bearbeiten und neue Wachstumsmärkte erschließen“, sagt Achim Theis, Chief Commercial Officer bei Ecotel. Die Partner kommen wahlweise aus dem IT- oder dem klassischen Telco Bereich. „Wir beobachten hier, dass die beiden Themen immer weiter zusammenwachsen – Stichwort Cloud Telefonie und Microsoft Teams“, ergänzt Theis.

Achim Theis, Vorstand Marketing und Vertrieb Geschäftskunden bei Ecotel(Bild:  Ecotel Commmunication AG)
Achim Theis, Vorstand Marketing und Vertrieb Geschäftskunden bei Ecotel
(Bild: Ecotel Commmunication AG)

Ecotel bietet Partnern seit kurzem ein cloud-affines Provisionsmodell an, um Cloud-Phone-Lösungen des Unternehmens zu vermarkten. Es richtet sich sowohl an bestehende Partner, die in die Cloud-Telefonie einsteigen wollen, als auch an neue Partner, die diesen Bereich bereits bedienen. Ecotel hat dafür ein entsprechendes Fokus-Partnerprogramm aufgebaut. Bei erfolgreichem Abschluss verpflichtet sich der Partner für mindestens 500 Cloud-User-Seats im Jahr 2023. Im Gegenzug erhält der Partner eine Airtime-Provision von bis zu 25 Prozent für die Cloud-Phone-Anlage inklusive Sip-Trunk.

Um die Partnererreichbarkeit im Markt weiter zu verstärken, wurde zudem das Distributionsgeschäft weiter forciert und ausgebaut. So schloss Ecotel im vergangenen Jahr Kooperationsverträge mit den bundesweit agierenden Distributoren Komsa, Michael Telecom und Municall ab. Außerdem ist das Produktportfolio über Synaxon und Comteam erhältlich.

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