Partner Executive Symposium in Hamburg Cisco signalisiert dem Channel: Wir greifen wieder an
Cisco gab sich auf dem Partner Executive Symposium selbstkritisch und kämpferisch zugleich: Der Netzwerkriese will im Kerngeschäft mit Routern und Switches verlorene Marktanteile zurückgewinnen und gemeinsam mit den Partnern im Cloud-Computing-Markt angreifen. Das Hamburger Event, zu dem Cisco die 30 Top-Partner in Deutschland eingeladen hatte, diente primär der Standortbestimmung.
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Den Unterschied zwischen einem Router und einem Switch sollten Cisco-Mitarbeiter eigentlich im Schlaf kennen. Dem ist aber nicht immer so. „Bei uns arbeiten viele junge Kollegen, die das nicht wissen, weil sie sich nur mit Collaboration und Data Center befasst haben“, berichtete Christian Korff, Sales Director Borderless Networks Europe, auf dem Cisco Partner Executive Symposium in Hamburg.
„Wir haben ein Stückweit den Fokus in unserem Kerngeschäft verloren und müssen dort zu alter Stärke zurückfinden“, räumte Korff ein. Daher werde Cisco in den kommenden Monaten europaweit 2.500 Account-Manager in Technologien des Bereichs Borderless Networks schulen.
Die Kampfansage, die hinter der Ankündigung steht, wurde von den 70 Partnervertretern verstanden: Cisco greift im traditionellen Kerngeschäft wieder entschlossen an. Unter Borderless Networks fasst der Anbieter sein Router-, Switching-, Security- und Mobility-Portfolio zusammen. Dahinter steht das Leitbild der umfassenden Vernetzung von Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, unabhängig von Standort und Gerät.
Cisco-Führung verbreitet Aufbruchstimmung
Das Hamburger Event, zu dem der Hersteller seine 30 Top-Partner in Deutschland eingeladen hatte, diente offenkundig der Standortbestimmung. Den Führungskräften der einzelnen Architektur- und Vertriebsbereiche schien durchweg daran gelegen, Aufbruchstimmung zu verbreiten.
Die Botschaft der „internen“ Mail von CEO John Chambers vom April dieses Jahres, in der er den Verlust von Verlässlichkeit kritisierte, ist offenbar im Unternehmen angekommen. Zudem dürfte die ungewohnte Einbuße von Marktanteilen bei Switches nachwirken, auch wenn Cisco nach wie vor fast 70 Prozent des Markts beherrscht.
Betont kämpferisch gab sich in Hamburg vor allem Deutschland-Geschäftsführer Carlo Wolf: „Wir besitzen im Netzwerk-Geschäft nicht nur mehr Know-how und Innovationskraft als unsere Wettbewerber. Wir investieren auch mehr als alle anderen zusammen.“ Dennoch müsse der Hersteller wieder schneller, einfacher und agiler werden.
Welche Ziele sich der neue Channel-Chef Carsten Heidbrink setzt, lesen Sie auf der nächsten Seite.
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