Martin Wild gönnt sich eine Auszeit Cancom kauft restliche Home of Hardware

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Die Tinte auf dem Vertrag ist noch nicht trocken: Die Cancom IT Systeme AG hat die restlichen Anteile an Home of Hardware (HoH) in Höhe von 24,5 Prozent erworben. Unternehmensgründer Martin Wild bleibt vertragsgemäß bis Jahresende und gönnt sich und seiner Familie dann erst einmal eine Auszeit.

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Home of Hardware hat in Westendorf bei Augsburg neben dem Lager sowie dem Versand- und Logistikzentrum auch einen Shop.
Home of Hardware hat in Westendorf bei Augsburg neben dem Lager sowie dem Versand- und Logistikzentrum auch einen Shop.
( Archiv: Vogel Business Media )

HoH-Gründer Martin Wild hat seine restlichen Unternehmensanteile an Cancom verkauft. Dem Systemhaus gehört Home of Hardware damit zu 100 Prozent. Wild bleibt noch bis Jahresende an Bord. Den geplanten Umzug von Westendorf nach Jettingen-Scheppach wird er also noch begleiten, dann gönnt er sich erst einmal eine Auszeit nach turbulenten Jahren.

„Nach sieben Jahren Aufbauarbeit mit vielen Überstunden ist das nötig“, so Martin Wild im Gespräch mit IT-BUSINESS. Der Firmenlenker gibt das Steuer komplett aus der Hand, um sich in nächster Zeit mehr um seine Familie kümmern zu können, verriet er im Gespräch mit IT-BUSINESS. Der Familienvater plant nach seinem Ausscheiden zum Jahresende mit Kind und Kegel sechs Monate in den USA zu verbringen. Was dann folgt?

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Keine „HoH2“ geplant

„Jedenfalls werde ich keine HoH2 aufmachen“, so Wild gut gelaunt. Vielmehr wolle er sehen, welche Herausforderungen noch auf ihn warten.

Dass es bei HoH in den vergangenen Jahren turbulent zuging steht außer Frage – für den großen Online-Shop kam einiges zusammen: Nach dem Einstieg von Premiere im Jahr 2007 hatte das Unternehmen zunächst einen namhaften Investor an der Seite, mit dem der Ausbau des Geschäftes vorangetrieben wurde. Unter dem neuen Konzernvorstand Marc Williams wurde dann jedoch bei Premiere beschlossen, sich wieder auf das Kerngeschäft zu konzentrieren – ein Kerngeschäft, zu dem der Onlinehandel nicht zählt. Wahrscheinlich lagen die Ursachen für diesen Schwenk in der Finanzkrise begründet. Die Folge war, dass sich Premiere zurückzog. Zusätzlich hatte HoH damit zu kämpfen, dass branchenweit Kreditlinien zurückgefahren wurden, wenn – wie bei HoH – die Eigenkapitalquote nicht so hoch ist. Zum Glück konnte das Lager im Oktober schnell abverkauft werden, um für Liquidität zu sorgen. Dann stieg das Systemhaus Cancom ein, mit langfristigen Plänen.

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