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Logistik verhagelt Ergebnis

Büroring zieht mäßige Bilanz

| Autor: Sarah Gandorfer

Für 2018 hat Büroring positive Erwartungen.
Für 2018 hat Büroring positive Erwartungen. (Bild: Pixabay / CC0)

Der wichtige Umbau des Zentrallagers bescherte Büroring eine Menge Ärger und schlug sich negativ in der Jahresbilanz 2017 nieder. Die Genossenschaft stärkt ihre Marktkraft mit der Übernahme von Egropa.

Das Wachstum von Büroring war im vergangenen Jahr verhalten. Für das Geschäftsjahr 2017 wuchs der Umsatz der Genossenschaft im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf 212,4 Millionen Euro. Sowohl der Warenumschlag aus dem Zentrallager als auch aus der Zentrallieferung lagen unter Plan. Mit einem Gesamtumsatz in Höhe von 32,4 Millionen Euro hat das Geschäftsvolumen aus dem Zentrallager das Vorjahresniveau um 2,6 Prozent verfehlt.

Lagerumbau mit Hindernissen

Hermann Kaiser, Aufsichtsratvorsitzender bei Büroring
Hermann Kaiser, Aufsichtsratvorsitzender bei Büroring (Bild: Büroring)

Um die Lieferfähigkeit der Genossenschaft auf lange Sicht zu sichern, wurde das Zentrallager in Haan umgebaut. Das verursachte erhebliche Behinderungen im Betriebsablauf. „Zwei Mal ist das Lager komplett umgezogen, zum ersten Mal das vorhandene Lager in ein Zwischenlager, um die neue Einrichtung aufbauen zu können, und zum zweiten Mal um das provisorische Zwischenlager wieder in die neue Einrichtung einzuräumen. Die Inbetriebnahme der neuen Logistik hat sehr viel Nerven und Schweiß gekostet, enorm viele Überstunden und natürlich eine ganze Menge Ärger gemacht“, beschreibt es der Aufsichtsradvorsitzende Hermann Kaiser. Zudem werde der Wert pro Paket immer niedriger bei gleichzeitig steigender Anzahl. Als Konsequenz bedeutet das, dass die Paketgebühren die Kosten nicht mehr decken.

Als einen weiteren Grund für das negative Wachstum nennt Kaiser die Marktlage: „Der Bürobedarf ist leider keine Wachstumsbranche mehr, sondern wird sich durch Digitalisierung und durch die Geschmacksnerven der jungen Generation weiterhin, wenn auch in kleinen Prozentzahlen, aber trotzdem zurückentwickeln. Auch im kopierenden Bereich sprechen wir nicht von großen Wachstumszahlen, sondern von rückläufigen Stückzahlen. Auch der Preiskampf hat sich wieder verschärft, vor allen Dingen durch den einen oder anderen Direktanbieter. Unsere Lieferanten haben so ziemlich alle ein duales Vertriebssystem und so kämpfen wir oftmals mit demselben Produkt gegen den Hersteller.“

Trotzdem optimistisch

So sieht die regionale Verteilung sowie die Sortimentsstruktur der Büroring-Mitglieder aus.
So sieht die regionale Verteilung sowie die Sortimentsstruktur der Büroring-Mitglieder aus. (Bild: Bilanz 2017 Büroring)

Dennoch konnte der Gesamtumsatz der so genannten PBSnaher (Papier, Büro und Schreibwaren) Sortimente mit einem Umsatzwachstum um drei Prozent gegenüber Vorjahr positiv zum Geschäftsvolumen beitragen, während das „EDV“-Sortiment, im Wesentlichen bestehend aus Hardware, Tinte und Toner, insgesamt um elf Prozent im Vorjahresvergleich nachgegeben hat. Dem steht die erneut gute Entwicklung aus den volumenträchtigen Sortimentsbereichen „Ordnen/Ablegen“ (+5,8 %), „Kopierpapiere“ (+16,6 %) und „Schreiben/Korrigieren“ (+6,4 %) gegenüber.

In der Zentralregulierung, bei der nur die Einkaufsumsätze der genossenschaftlichen Mitglieder verrechnet werden (also ohne Büroforum), lag der Warenumschlag mit 139,3 Millionen Euro einschließlich assoziierter Lieferanten unter dem geplanten Ziel in Höhe von 145,2 Millionen Euro. In diesem Umsatzziel sind sich ausgleichende Effekte aus neuen und gekündigten Lieferantenverträgen ebenso berücksichtigt wie das Wachstum per Saldo um 1,7 Millionen Euro aus ausgeschlossenen, neuen und ausgebauten Mitglieder-Bezugsquoten.

Da 2018 nicht mehr von dem Lager-Projekt belastet sein wird und auch der Handelsverband Büro und Schreibkultur (HBS) aufgrund steigender Schülerzahlen und einer sich branchenweit durchziehenden Profilierungsstrategie der Händler optimistisch ist, hofft auch Büroring auf ein Plus. So soll laut Planung der Umsatz aus der Zentralregulierung um fast fünf Prozent und der aus dem Zentrallager um knapp sechs Prozent steigen.

von links: Jörg Schaefers und Ingo Dewitz, Vorstände bei Büroring
von links: Jörg Schaefers und Ingo Dewitz, Vorstände bei Büroring (Bild: Büroring)

„Vor diesem Hintergrund erwarten wir einen Plan-Jahresüberschuss in Höhe von 102.000 Euro“, so die Büroring-Vorstände Ingo Dewitz und Jörg Schaefers. „Außerdem erwarten wir eine leicht verbesserte Eigenkapitalausstattung aufgrund neuer Mitglieder.“ Die Zahl der Mitglieder schrumpfte von 348 im Jahr 2008 auf heuer 308. Hauptursache hierfür ist die fehlende Nachfolge bei altersbedingter Geschäftsaufgabe.

Egropa-Übernahme

Bei der Bilanzvorstellung in Bremen verkündete Büroring außerdem die Übernahme der Egropa Einkaufsgenossenschaft rückwirkend zum 1. Januar 2018. In der Egropa sind 17 mittelständische Großhandels- und Distributionsunternehmen der Branchen Papier, Büro und Schreibwaren organisiert. Durch die Verschmelzung wächst die Zahl der Büroring-Lieferanten von rund 500 auf 660.

Der PBS- und EDV-Markt ist von den Fachhandelsgruppen hart umkämpft. Im September 2017 übernahm Büroring-Wettbewerber Soennecken den Nordanex Systemhausverbund und die dort 270 angeschlossenen IT-Systemhäuser.

Dem Thema „Digitalisierung“ widmet sich die Genossenschaft derzeit verstärkt über die Büroprint-Gruppe, die sich mit dem Schwerpunkt Druck- und Kopiertechnik, Software und Lösungen beschäftigt. Ihr gehören 55 Mitglieder an. Des weiteren wurden im vergangenen Jahr erste Vorbereitungen zur Gründung einer „Interessensgruppe IT“ umgesetzt und die Chancen aus der Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen – besonders der DSGVO – erarbeitet.

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