8.000 Patente und 25 Jahre Vorleistung Broadcom und die Public-Cloud-like Private Cloud

Von Dr. Stefan Riedl 3 min Lesedauer

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Broadcom setzt auf „VMware Cloud Foundation“. Auch wenn es zunächst holprig im Channel zuging, brauche man diesen, um Broadcoms Vorstellung einer Cloud der Zukunft im Markt zu etablieren. Das bedeutet deutlich mehr zusätzliche Ressourcen im Sinne von Partner.

Broadcom beschäftigt sich mit der Cloud der Zukunft.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Broadcom beschäftigt sich mit der Cloud der Zukunft.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Die Kritik der Systemhäuser an Broadcom in der Causa VMware war groß. Ingmar Benthien, Area Sales Lead DACH bei Broadcom, formuliert es so: „Das Kunden-Feedback ist gemischt“. Viele Partner würden seiner Einschätzung nach bestätigen, die eingeschlagene Marschroute sei genau die richtige Strategie. „Andere sind zurückhaltender – ‚verhalten‘ ist da wohl die diplomatische Formulierung“, so der Manager. Eindeutig im Markt erkennbar sei jedoch die starke Tendenz, eine Private Cloud Plattform anzugehen. Das gelinge mal schneller, mal langsamer, je nach gewachsenen Strukturen und Komplexität.

Ingmar Benthien, Area Sales Lead DACH, Broadcom(Bild:  Broadcom)
Ingmar Benthien, Area Sales Lead DACH, Broadcom
(Bild: Broadcom)

VMware Cloud Foundation

Die entschiedene Strategie gehe in Richtung der VMware Cloud Foundation. Hier habe Broadcom rund 18 Monate investiert. Miteingeflossen sei eine Basis von 25 Jahren Virtualisierungsexpertise und die eine oder andere nuancierte Entscheidung von Broadcom, speziell von Hock Tan, dem CEO. „Eine davon bestand darin, das jährliche R&D-Budget zu verdoppeln. Daraus entstand eine neue Plattform, die inzwischen das erste Mal eine voll integrierte Plattform für Private Cloud ist“, so Benthien. Das heißt, dass sowohl Server, Storage, Netzwerk als auch der Operations & Automation Layer komplett Teil einer integrierten Plattform sind.

Die „Public-Cloud-like Private Cloud“

Einige Kunden seien hier bereits in der Umsetzung der Version 9.0 und relativ schnell wird die nächste Version 9.1. folgen. „Man wird das erste Mal die Möglichkeit haben, tatsächlich eine Public-Cloud-like Private Cloud zu fahren oder andersherum eine Private Cloud wie eine Public Cloud zu etablieren“, skizziert der Manager das Konzept. Bei Broadcom habe man das Consulting-Geschäft in dem Zusammenhang bereits vervielfacht und plane mit der Erweiterung. Denn die Nachfrage im Umfeld von VMware Cloud Foundation sei enorm gestiegen. Der Manager betont das Channel-Engagement: „Diese Expansion setzen wir jedoch gemeinsam mit unseren Partnern um.“ Das bedeute, dass man selbst die bisherige Größe im europäischen Consulting-Geschäft beibehalten werde, während im Markt mehrere Hundert zusätzliche Ressourcen im Sinne von Partnern benötigt werden, um zu skalieren. Diese Verstärkung brauche man innerhalb eines Jahres, um dem gestiegenen Workload gerecht zu werden.

Partner sind willkommen

„Ich bin sehr oft mit unserem CEO Hock Tan in Kontakt und kann versichern, dass ein großes Partner-Commitment besteht“, so Benthien. Wer die Strategie versteht und diesen Weg mit Broadcom gehen will, sei willkommen. „Wer an VMware und insbesondere an VMware Cloud Foundation (VCF) glaubt, es unterstützt und gemeinsam mit uns diesen Weg gehen möchte, ist herzlich willkommen und wird als Partner absolut geschätzt“, so der Broadcom-Manager.

Die Realität heißt „Multi-Cloud“

Bjoern Brundert, Chief Technologist, VMware DACH, Broadcom(Bild:  Broadcom)
Bjoern Brundert, Chief Technologist, VMware DACH, Broadcom
(Bild: Broadcom)

Bjoern Brundert, Chief Technologist, VMware DACH bei Broadcom verrät, dass die Realität bei seinen Kunden zeige, dass mehrere Clouds genutzt werden. Kein Wunder: Es ist selten so, dass eine einzige Cloud gewählt wird und man dieser dann exklusiv treu bleibt. „Vielmehr ist es oft der Fall“, so Brundert, „dass ein Unternehmen eine zweite Cloud einbindet.“ Hinzu komme, dass durch Firmenübernahmen unterschiedliche Cloud- und IT-Strategien kombiniert werden müssen, was die Zusammenführung verschiedener Technologien erfordere. Diese Herausforderung habe man bei Broadcom auch selbst erlebt: Nach der Übernahme durch Broadcom mussten Strategien zusammengeführt werden. „Durch die Übernahme war es notwendig, die Synergien bestmöglich zu nutzen“, blickt der Cheftechnologe zurück. „So haben wir es geschafft, unsere konsolidierte Infrastruktur von ursprünglich 42 auf 7 Rechenzentren zu konsolidieren“.

Umbaumaßnahmen im eigenen Hause

Die interne Situation, die bei Broadcom stattgefunden hat, beschreibt Brundert so: „Wir haben eine umfassende Konsolidierung durchgeführt und sind vollständig auf unsere eigene Software umgestiegen. VMware Cloud Foundation dient uns dabei als technologische Basis.“ In besagten 18 Monaten habe man erheblich investiert, und was aus Sicht von Brundet wirklich beeindruckend ist: „Wir haben allein in das Release 9.0 eine Millionen Ingenieurstunden investiert“.

8.000 Patente und ein Halleluja

Wohlgemerkt: Dabei habe man nicht bei Nulll angefangen, sondern von 25 Jahren Vorleistung profitiert. Darüber hinaus könne man auf 8.000 Patente zurückgreifen. „All dies fließt in VMware Cloud Foundation 9 ein, das nun auf dem Markt als die erste echte Unified-Private-Cloud-Plattform angeboten wird“, sagt Brundert. Mit dieser Plattform können Unternehmen intern wie ein Cloud-Anbieter agieren. Denn: „Obwohl wir von einer Private Cloud sprechen, lässt sich die Plattform auch bei einem Hyperscaler, einem Serviceprovider oder an einem Edge-Standort einsetzen.“ Das Besondere dabei sei, dass das gleiche Betriebsmodell genutzt werden kann, ohne Änderungen an den Anwendungen vornehmen zu müssen.

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