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Umbruch beim Systemhaus Nummer 1

Bechtle macht sich fit für die Cloud-Ära

| Autor: Wilfried Platten

Michael Guschlbauer will mit Bechtle auch in der Cloud-Ära ganz oben stehen.
Michael Guschlbauer will mit Bechtle auch in der Cloud-Ära ganz oben stehen. (Bild: Robert Kneschke_Fotolia.com_/Bechtle_ (M) Carin Boehm)

Bechtle ist in Zeiten von Client-Server-Computing vor allem durch Akquisitionen zum größten deutschen Systemhaus geworden. Doch in der Cloud-Ära soll das organische Wachstum stärker zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen.

Wer kennt nicht den ebenso abgedroschenen wie zeitlos stimmigen Spruch „Nach ganz oben zu kommen ist leichter, als sich dort zu halten“? Und wo wir gerade bei den Plattitüden sind, gleich noch ein Sinnspruch obendrauf: „Wer stabil bleiben will, der muss sich wandeln.“ Sie haben halt einen wahren Kern und gelten insofern auch für die Nummer eins unter Deutschlands Systemhäusern.

Bei Bechtle hat sich eine Menge verändert. Die beiden wohl wichtigsten davon betroffenen Unternehmensspezifika sind:

  • das Verhältnis von akquisitorischem und organischem Wachstum
  • das Verhältnis von zentraler und dezentraler Organisationsstruktur.

Das Unternehmen ist dafür bekannt, seit der Gründung 1983 sein Wachstum primär durch Zukäufe zu generieren. Das hat nicht immer für Beifallsstürme gesorgt. Doch der Wind hat sich gedreht. Zwar kauft Bechtle nach wie vor fleißig Systemhäuser auf – die letzte größere Akquise war die Tritec in Künzelsau Ende 2015 – und konzentriert sich dabei auf Firmen in der Größenordnung zwischen 20 und 30 Millionen Euro Umsatz. Doch der organische Anteil am Umsatzwachstum nimmt seit 2010 ständig zu.

Das ist erklärte Unternehmensmaxime, mag aber auch damit zu tun haben, dass es gerade immer schwieriger wird, gut aufgestellte Firmen in dieser Größenordnung zu finden. An mangelnden Offerten kann es jedenfalls nicht liegen. „Es werden uns immer wieder Systemhäuser zum Kauf angeboten. Die Herausforderung besteht darin, die wenigen interessanten für uns zu identifizieren“, beschreibt Michael Guschlbauer die Lage an der Akquisefront.

Zentral oder dezentral?

Womit wir bei Punkt zwei sind, dem geänderten Verhältnis von zentraler und dezentraler Organisationsstruktur. Der Verdacht eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen beiden Punkten liegt allein schon wegen der zeitlichen Koinzidenz nahe. Anders gesagt, seit Bechtle seine strikte Dezentralität aufgeweicht hat, steigt das organische Wachstum. Bechtle-Vorstand Michael Guschlbauer würde eine so simple Ursache-Wirkungs-Kette wohl nicht sehen wollen und sich vor allem gegen den Begriff „aufgeweicht“ verwahren. Er spricht lieber von „vernetzter Dezentralität“: Vernetzt werden dabei die Systemhäuser innerhalb einer Region. Deutschland wurde dazu in die Regionen West, Süd, Mitte und Nordost aufgeteilt. Hierbei arbeiten die jeweiligen Systemhäuser, die vorher mehr oder weniger abgeschottet agierten, viel stärker zusammen.

Markantestes Merkmal dieser strukturellen Änderung(en) sind die neuen, sogenannten Bereichsvorstände. Aktuell sind das Axel Feldhoff (West), Alfred Neidhard (Süd), Andreas Staudigel (Mitte) und Elmar König (Nordost). Ihre vornehmste Aufgabe ist die Bildung von Clustern und Competence Centern in ihren Regionen. Anfangs gegen massive Widerstände implementiert, sind diese mittlerweile zu tragenden Säulen des Bechtle-Konstrukts gereift.

Ergänzendes zum Thema
 
Die Global IT Alliance

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