IT-Zeitmaschine Als die IT noch als Verhinderer galt

Autor: Heidemarie Schuster

Technologien schreiten mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit voran. Das anschaulichste Beispiel ist vermutlich das Handy. Vor 10 Jahren, war es nur zum Telefonieren gedacht, heute ist es das Leben und das gesamte Berufsleben in der Hosentasche. Wir haben Heiko Henkes, Director und Principal Advisor bei ISG, zu vergangenen und künftigen Technologien befragt.

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Heiko Henkes, Director und Principal Advisor bei Information Services Group (ISG)
Heiko Henkes, Director und Principal Advisor bei Information Services Group (ISG)
(Bild: ISG)

Was kommt Ihnen spontan in den Sinn, wenn Sie an die IT in den letzten 25 Jahren denken?

Henkes: Die Leistungsfähigkeit der IT wurde noch vor 20 Jahren häufig unterschätzt. Buchhändler zum Beispiel belächelten zur Zeit der Dotcom-Blase selbst Amazon noch. IT war primär Erfüllungsgehilfe bereits bestehender Geschäftsprozesse. Zugleich führte die oft fehlende Kommunikation zwischen IT und Fachabteilung dazu, dass die IT sogar teilweise als Verhinderer galt. Das änderte sich in den letzten Jahren, als es der IT immer besser gelang, Medienbrüche zu eliminieren und die User Experience zu verbessern. Mittlerweile ermöglicht die IT sogar auf breiter Front neue und zukunftsweisende Geschäftsmodelle. Gerade im Zeichen von Cloud und digitaler Ökosysteme durchdringt sie fast alle Wirtschafts- und Lebensbereiche.

Welche Zukunftsvision schwebt Ihnen für die IT in 10 Jahren vor?

Henkes: IT und Alltags-/Business-Realität werden weiter miteinander verschmelzen, etwa durch augmentierte (AR) und virtuelle Realität (VR) – zunächst über das Smartphone und dann über andere AR-/VR-Geräte wie smarte Brillen. Je geringer die Screen-Abhängigkeit wird, umso mehr werden Use Cases regelrecht explodieren und die IT ubiquitär werden. Die Nutzung synthetischer Daten wird dazu beitragen, die Privatsphäre und Selbstbestimmung zu verbessern. Hinzu kommt der Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI), sodass uns die nächsten 10 Jahre vor wichtige ethische und politische Fragen stellen. Dazu gehört auch, KI stets mehrwertstiftend und für Menschen sicher einzusetzen. Da unser gesamtes Wirtschafts- und Privatleben immer mehr von IT durchdrungen sein wird, ändert sich zudem das Bildungssystem grundlegend.

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