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5G: Potenzial für Service Provider

| Autor: Sarah Böttcher

Jeder will ein Stück vom 5G-Kuchen abhaben.
Jeder will ein Stück vom 5G-Kuchen abhaben. (Bild: © nazarovsergey - stock.adobe.com_[M] J. Rath)

5G wird voraussichtlich frühestens 2020 oder 2021 zum Massenmarkt. Service Provider müssen sich jetzt darauf vorbereiten, anpassen und investieren, um ein Stück vom 5G-Kuchen abzubekommen – und zwar bevor ihnen webbasierte Anbieter zuvorkommen.

Schon im Vorfeld der längsten Mobilfunkversteigerung in der Geschichte Deutschlands gab es hitzige Diskussion bis hin zu juristischen Drohungen. Auch während und nach der Auktion ging und geht es immer noch heiß her. Laut werden vor allem kritische Stimmen über die hohe Erlössumme von knapp 6,6 Milliarden Euro für die deutsche Staatskasse. 5G sei eine Infrastruktur wie die Strom- und Wasserversorgung und somit Staatsangelegenheit, nicht die der Mobilfunkbetreiber. Nun, fast sieben Wochen nach Auktionsende, stellt sich für alle Beteiligten die eine Frage: Wie bekomme ich etwas vom 5G-Kuchen ab?

An der 5G-Schwelle

Alle Akteure sind sich sicher: 5G wird nicht von den Verbrauchern bestimmt, sondern durch die Wirtschaft und durch Anwendungsfälle. Die Entscheidungen, denen sich der ITK-Channel heute gegenübersieht, werden sich auch auf tradierte Geschäftsmodelle auswirken – vielleicht sogar auch auf die ein oder andere Existenz.

Vor allem Service Providern stehen, aufgrund ihrer Vergangenheit, die Türen zu 5G offen. Doch nur, wenn sich diese auch weiterentwickeln, anpassen und investieren und zwar bevor ihnen OTT- beziehungsweise webbasierte-Anbieter zuvorkommen.

Zukunft von 5G

Ian Goetz, Chief Architect Mobile Solutions bei Juniper
Ian Goetz, Chief Architect Mobile Solutions bei Juniper (Bild: Juniper)

„5G wird es nie überall geben“, räumt Ian Goetz, Chief Architect Mobile Solutions bei Juniper, mit dem Traum von flächendeckendem 5G auf. Auch wird 5G ihm zufolge nicht vor 2020/2021 zum Massenmarkt avancieren. Wichtig sei vor allem eine branchenübergreifende Zusammenarbeit von Mobilfunkbetreibern, der Industrie sowie der Automobilbranche. Die größte Herausforderung besteht momentan allerdings im fehlenden 5G-Bewusstsein. Nicht nur Endkunden fragen sich, welchen Nutzen 5G bringen wird. Laut Ericsson, der seit über 20 Jahren mit dem Netzwerkausrüster zusammenarbeitet und das mobile Back-Haul der Juniper-Produkte liefert, liefern Anwendungsszenarien hierauf die Lösung. Dem schwedischem TK-Konzern zufolge zeigen Use Cases wie mit 5G Geld gemacht werden kann, wodurch der Wille in die 5. Mobilfunkgeneration zu investieren steigen soll.

Umsatz mit 5G

Aktuell stammen „die meisten neuen 5G-Umsätze aus neuen Märkten in den Bereichen Industrie 4.0, Industrielles IoT, Automotive, Smart City und anderen verteilten, Latenz-armen Anwendungen,“ erklärt Goetz. Doch diese erfordern mehr als nur 5G-Funk: „So ist zum Beispiel eine Edge Cloud erforderlich, ein kleines Mikro-Rechenzentrum nahe der RAN-Edge, um neue Anwendungen aus den oben genannten Branchen zu hosten. Um dies zu erreichen, müssen sich auch die Betreiber anpassen – zum Beispiel, indem sie Edge-Cloudsysteme innerhalb des Netzwerks aufbauen und den Zugang zu dieser Cloud für Anwendungsanbieter öffnen. Sie müssen außerdem ein Geschäftsmodell entwickeln, das die Grundlagen für den Erfolg der Entwickler legt.“

Notwendiger Transformationsprozess

Goetz spricht hier von einer notwendigen Transformation der Service Provider. Diese sehen sich, bei der Migration verschiedener 5G-Dienste in ein Netzwerk, mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert. Denn die Bereitstellung neuer mobiler Dienste mit einer hohen Bandbreite, als auch Konnektivität für Menschen und „Dinge“ habe massive Auswirkungen auf die heutigen Netzwerke. „5G erfordert erhebliche Änderungen am Netzwerk. Die Vielfalt der Services, die 5G bietet, stellt eine Herausforderung dar, jeden einzelnen dieser Services innerhalb eines Netzwerks wirtschaftlich zu unterstützen. Network Slicing ermöglicht es, ein einziges physisches Netzwerk – unterteilt in Slices – zu nutzen, um die vielen verschiedenen, umsatzgenerierenden Dienste zu unterstützen. Diese stellen wiederum unterschiedliche Anforderungen an das Netzwerk,“ führt Goetz weiter aus. 5G ist für Service Provider ein signifikanter Kostenfaktor, nicht zuletzt da sämtliche Türme der Basisstationen nachträglich verstärkt werden müssen, da die 5G-Antennen fünf- bis sechsmal schwerer sind als die 4G-Versionen. Darüber hinaus stellt auch die Sicherheit der Dienste einen nicht zu unterschätzenden Faktor dar. Angriffe auf 5G-Netzwerke werden Goetz zufolge weiter zunehmen und überdies immer ausgefeilter werden.

So sei es für Service Provider keine zielführende Strategie, weiterhin auf proprietäre Legacy-Netzwerke zu bauen, die eine Vielzahl von Hardwarekomponenten benötigen. Sie müssen somit ihre Infrastruktur, ihre Betriebsabläufe und ihre Services grundlegend verändern.

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