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Handel muss sich frühzeitig vorbereiten 25 Millionen Deutsche shoppen am Black Friday

Autor: Sarah Gandorfer

Am 29. November hat das Warten für alle Shopping-Begeisterten ein Ende: Der Black Friday ist da! Was Händler vorab tun sollten, was sich am Besten verkauft und wo am liebsten verkauft wird, das verraten diverse Studien.

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Für Händler beginnen die Vorbereitungen zum Black Friday frühzeitig.
Für Händler beginnen die Vorbereitungen zum Black Friday frühzeitig.
(Bild: © proimagecontent - stock.adobe.com)

2,4 Milliarden Euro setzten deutsche Händler 2018 am Black-Friday-Wochenende und am Cyber-Monday um. 3,3 Milliarden Euro könnten es dieses Jahr werden, wenn sich das Wachstum der letzten fünf Jahre fortsetzt. Dabei werden vor allem die Tage vor dem Black Friday für Händler immer wichtiger. An ihnen und nicht am Black Friday ist die Nachfrage in den letzten Jahren besonders stark gewachsen. Dies zeigt eine Analyse der Shopping-Plattform Mydealz.

Eine Auswertung der Internetsuchdaten durch den Finanzvergleichsanbieter Finder zeigt, dass Deutschland und die USA beim Suchvolumen am Black Friday auf dem 3. Platz hinter Frankreich (2.) und Brasilien (1.) liegen. Dabei trauen die Deutschen dem Preisnachlass nicht so recht über den Weg: Über ein Drittel derjenigen, die vom Black Friday gehört haben, denken, dass Einzelhändler die Preise vor dem großen Tag aufblähen und sie dann zum Verkauf anbieten, wodurch die Verkäufe besser erscheinen, als sie wirklich sind. Die Bundesbürger suchen am ehesten nach Angeboten von Media Markt, Amazon und Saturn (siehe Bildergalerie).

Zwei Drittel nehmen die Black-Friday-Angebote nicht im stationären Handel wahr. Dies geht wiederum aus einer Studie des Customer-Experiences-Spezialisten Genesys hervor. Das Gedränge in den Geschäften ist für 28 Prozent der Käufer hierzulande ein Grund, Black-Friday-Events zu meiden.

Bildergalerie

Von den 66 Prozent der Käufer, die am Black Friday dem stationären Handel fernbleiben, gibt fast die Hälfte (49 %) an, nie nur aufgrund von Sonderangeboten in ein Geschäft zu gehen. Hinzu kommt eine weitere Herausforderung für den deutschen Einzelhandel: 17 Prozent der Befragten haben in der Vergangenheit für Schnäppchen ein Geschäft aufgesucht – machen dies aber nicht mehr. Folglich verlagert sich das Geschäft ins Internet.

Fast ein Viertel (24 %) zieht Online-Shopping aufgrund der bequemen und einfachen Handhabung dem Besuch eines Geschäfts vor. Gleichzeitig gewinnt die Customer Experience immer weiter an Bedeutung: 77 Prozent der befragten Verbraucher stützen ihre Kaufentscheidungen darauf, wie ein Händler mit Kundenservicefragen umgeht. Das zweitwichtigste Kriterium für die Kaufentscheidung ist für 60 Prozent das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Frage der Generation

In Deutschland sind es die Käufer der Generation Z – also jene im Alter von 18 bis 24 Jahren –, die am ehesten am Black Friday in einem Geschäft einkaufen würden, fand Genesys heraus. 66 Prozent von ihnen erwarten sich dort die besten Angebote. Dahingegen gaben die älteren Konsumenten wie die Millennials (61 %), die Generation X (70 %) und die Baby Boomer (77 %) an, dass sie Black-Friday-Angebote nicht im Geschäft kaufen würden.

Herausforderung Amazon

Händler stellt das frühe und langanhaltende Interesse an den Schnäppchentagen vor Herausforderungen. In den vergangenen Jahren befriedigte Amazon durch den Start seiner „Cyber-Monday-Woche“ am Montag vor dem eigentlich Cyber Monday einen Teil der Nachfrage schon Tage vor dem Black Friday. Wer sich nicht die sprichwörtliche Butter vom Brot nehmen lassen möchte, sollte früh Präsenz zeigen, um die Nachfrage mit eigenen Angeboten zu bedienen.

Marktakteure wie Media Markt, Galeria Kaufhof oder Otto haben das bereits erkannt und 2018 eigene einwöchige Shopping-Events realisiert. Auch Hersteller wie Adidas und Nike senkten in bereits mittwochs ihre Preise.

Dass Verbraucher auf diese frühen Angebote eingehen, zeigt die Analyse von Mydealz. Analog zur Zahl der Konsumenten, die sich mithilfe der Plattform über aktuelle Angebote informierten, stieg verglichen mit 2016, auch die Zahl der Kaufinteressenten, also der Nutzer, die dem Link zum Online-Shop folgten, um das angebotene Produkt zu kaufen. Folgten 2016 am ersten Montag der Cyber Week noch 617.297 Kaufinteressenten dem Link zum Angebot, waren es 2018 bereits 1,61 Millionen – also 160,8 Prozent mehr. Und auch am Dienstag (+129,1 %), Mittwoch (+112,2 %) und Donnerstag (168,2 %) der Cyber Week verzeichnete Mydealz letztes Jahr ein deutliches Wachstum im Vergleich zu 2016.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS