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ITB: In welchen Branchen setzen Unternehmen vor allem Thin Clients ein, und was sind dort die wesentlichen Gründe dafür?
Gloge: Mit Thin Clients arbeiten vor allem Banken, Sparkassen, Versicherungen, Krankenhäuser, die Öffentliche Verwaltung sowie Handels- und Produktionsunternehmen. Die Geräte werden an Büro-, Kassen- und Beratungsarbeitsplätzen, zur Steuerung am Band und zur Überwachung sowie in Kiosk-Systemen eingesetzt. Ein Hauptgrund für den Einsatz ist der Schutz von personenbezogenen oder geschäftskritischen Daten, die zentral im Rechenzentrum gehalten werden. Das andere Thema ist die Bereitstellung von Desktops für Niederlassungen. Die Barmer Ersatzkasse hat beispielsweise 1.000 Agenturen, die über Thin Clients auf den Versichertenbestand zugreifen. Oder bei A.T.U. Auto-Teile-Unger nutzen 650 Filialen die Applikationen, die ihnen die Zentrale bereitstellt. Überall dort, wo Daten zentral gehalten werden, auf die Mitarbeiter dezentral zugreifen, kommt das Thin-Client-Konzept zum Einsatz.
ITB: Wo sehen Sie künftiges Marktpotenzial?
Gloge: In zahlreichen Gesprächen auf der diesjährigen CeBIT konnten wir klar den Trend erkennen, dass Unternehmen, die bereits mit Thin Clients arbeiten, den Einsatz jetzt ausweiten. Einige Kunden setzten sie beispielsweise in der Buchhaltung ein und wollen jetzt ihre Konstruktionsabteilung damit ausstatten. So etwas kommt immer häufiger vor. Die Administratoren haben die Vorteile von Thin Clients erkannt: dass sie alle Management-Funktionen zentral von einer Konsole ausführen können, dass sie keine Bluescreens mehr bearbeiten, keine Patches und Updates auf Fat Clients aufspielen müssen. Und diese Vorteile wollen sie jetzt auf weitere Abteilungen übertragen.
ITB: Die Managementvorteile ergeben sich aber primär aus der Zentralisierung der Desktops und lassen sich auch mit Fat Clients erzielen.
Gloge: Ja, wir sehen bei Unternehmen viele Citrix- und VMware-Installationen, wo gar keine Thin Clients, sondern immer noch klassische PCs stehen. Es ergibt ja auch keinen Sinn, die Geräte nach ein, zwei Jahren wegzuschmeißen, wenn sie denn länger betrieben werden können. Deshalb haben wir schon 2009 den Universal Desktop Converter (UDC) entwickelt, mit dem wir unser Embedded-Betriebssystem für PCs verfügbar machen. Die Software verwandelt Fat Clients, aber auch Thin Clients anderer Hersteller, in Igel-Clients, die sich mit unserer Universal Management Suite (UMS) verwalten lassen. Derzeit kenne ich keinen Wettbewerber, der eine vergleichbare Lösung anbieten könnte. Tatsächlich sehen wir den Kern unserer Leistung und unserer Wertschöpfung zunehmend in der Software-Entwicklung.
Erfahren Sie, warum der Igel-Chef die Positionierung des Wettbewerbers Wyse für „hanebüchen“ hält.
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