E-Mail aus der Redaktion ZPÜ kämpft um Urheberrechtsabgaben auf Smartphones

Redakteur: Harald Jacob

Vor mehr als zweieinhalb Jahren haben die Interessenvertreter der Urheberrechts-Inhaber einen Tarif für Smartphones und Handys aufgestellt. Doch die Gerätehersteller verweigern sich bislang jeglicher Diskussion darüber. IT-BUSINESS fragte nach bei der Zentralstelle für private ­Überspielungsrechte (ZPÜ).

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Prof. Dr. Jürgen Becker, Gesellschaftervertreter der ZPÜ
Prof. Dr. Jürgen Becker, Gesellschaftervertreter der ZPÜ
(Bild: Thomas Rosenthal)

Sehr geehrter Prof. Dr. Jürgen Becker,

der Spiegel hat publik gemacht, dass die deutschen Rechteverwerter direkt die Konzernchefs von Apple, Samsung und Co. angeschrieben haben, um endlich Bewegung in die Verhandlungen zu Urheberrechtsabgaben auf Smartphones und Mobiltelefone zu bekommen. Oder, genauer gesagt, um die Angesprochenen überhaupt erst mal zu Verhandlungen zu bewegen. Denn die Hersteller beharren bislang darauf, dass ihre Geräte nicht vergütungspflichtig sind, wie Sie in einer Replik auf den Spiegel-Artikel bestätigen.

Sie sind da naturgemäß anderer Ansicht und führen als Begründung nicht näher bezeichnete „empirische Untersuchungen“ an, nach denen Musik und Filme, Texte und Bilder auf Smartphones kopiert würden. Diese Aussage lässt natürlich viele Fragen offen, denn Umfang, Anteil der urheberrechtlich geschützten Werke und einiges mehr werden an dieser Stelle nicht ausgeführt. Mal ganz abgesehen davon, dass im Schlichtungs- und Streitfall Ihre Untersuchungen nicht berücksichtigt werden, weil sie nicht unabhängig sind.

Glauben Sie wirklich, dass auf Smartphones rund zwei- bis dreimal so viel kopiert wird wie auf PCs und Notebooks? Denn bei denen liegt der mit dem Bitkom ausgehandelte Tarif für Consumer bei 10,63 und 13,19 Euro, während Sie für Handys und Smartphones je nach Ausstattung 12 bis 36 Euro ansetzen. Und könnte es nicht sein, dass die Hersteller, die Sie gerne als Verhandlungs„partner“ am Tisch hätten, diese Forderungen als so überzogen betrachten, dass man darüber gar nicht vernünftig sprechen kann?


Mit freundlichen Grüßen


Harry Jacob

Redaktionsleiter IT-BUSINESS

Lesen Sie auf der folgenden Seite die Antwort von Prof. Dr. Jürgen Becker, Gesellschaftervertreter der ZPÜ.

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