Seriennummer-Check nach Testkäufen

Wie man bei IBM den Graumarkt-Handel überwacht

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Testkäufe bei Brokern

Zum einen führt IBM Testkäufe bei Brokern und nicht-autorisierten Distributoren durch, wenn dort preislich zu niedrig veranschlagte Ware feilgeboten wird. Über die Seriennummer, genauer gesagt den eingescannten Barcode, wird dann geprüft, an wen die Option von IBM verkauft wurde. Sollte es sich um Projektware handeln, stehen weitere Nachforschungen an.

Überprüfung bei Support-Fällen

Zum anderen werden Barcode-Informationen bei allen eingehenden Support-Fällen geprüft. Über einen Datenbank-Abgleich prüfen IBM-Mitarbeiter inzwischen standardmäßig, ob der eingeschickte Garantiefall zum Absender passt. Hellhörig werden die Graumarkt-Ermittler dann, wenn das Produkt im Rahmen eines Projektes bei einem anderen Kunden zu erwarten wäre.

Weitere Nachforschungen

Wenn bei den Testkäufen oder bei einem Support-Fall Ungereimtheiten auftauchen, wird weiter ermittelt. Ganz konkret wird bei dem Händler nachgeforscht, der Projektpreise für die verirrte Ware erhalten hatte: „Was ist da los?“, „Gab es Restware bei dem entsprechenden Projekt?“ oder „Wurde Restware an einen Broker verkauft?“.

Wenn der IBM-Partner bei Unstimmigkeiten kein „stark kooperatives Verhalten“ zeigt, so Wippermann, ist mit einer Stichprobe zu rechnen. Das Recht dazu hat sich der IT-Konzern in den Projektvereinbarungen gesichert.

Konsequenzen

Bei IBM ist man stark von den vertrieblichen Ressourcen der Reseller-Partner abhängig und daher stets darum bemüht, sich im Guten zu einigen. Aber um das allgemeine Preisniveau und die Reseller, die sich an die Regeln, halten zu schützen, sei man bei der Graumarkt-Bekämpfung konsequent. Wurden Verstöße gegen die geltenden Terms and Conditions festgestellt, kommt es zu einem IBM-internen schwebenden Verfahren. In der Regel könne man sich mit seinen Partnern dabei stets einigen und die roten Linien hinsichtlich des grauen Marktes verdeutlichen. Letzten Endes könnte es auch zu Gerichtsverfahren und der Beendigung der Partnerschaft kommen. In der Regel schaffe man jedoch Unstimmigkeiten mit Graumarkt-Hintergrund durch den offenen Dialog nachhaltig aus der Welt, betonte Channel-Chef Wippermann. ?

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