Die beste Lösung allein reicht nicht aus Wie Distributoren MSP unterstützen können

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das Interesse an Managed Services wächst, befeuert durch den IT-Fachkräftemangel und steigende Sicherheitsanforderungen. Jetzt liegt es auch an den Distributoren, Managed Service Provider (MSP) zu unterstützen. Doch eine gute Lösung allein reicht nicht aus.

Die Nachfrage nach Managed Services wächst. Distributoren können MSPs bei ihrem Geschäft unterstützen. (Bild:  ArtemisDiana - stock.adobe.com)
Die Nachfrage nach Managed Services wächst. Distributoren können MSPs bei ihrem Geschäft unterstützen.
(Bild: ArtemisDiana - stock.adobe.com)

Die Anforderungen an MSP sind teils andere, als bei klassischen Dienstleistungen. Mit ihren wiederkehrenden Services setzen sie andere Prioritäten. Der PwC Managed Services Studie von 2023 zufolge hält eine Mehrheit der darin befragten Unternehmen Flexibilität und Reaktionsfähigkeit (98 %) für eine wichtige Eigenschaft bei MSP. Gleichermaßen essenziell ist mit 98 Prozent die Verlässlichkeit. Dementsprechend braucht es als Distributor mehr als nur technische Kompetenz, um hinreichend zu unterstützen, damit MSP diese Eigenschaften aufweisen. „Ein IT-Unternehmen, das Managed Services anbietet, benötigt eine besondere Art der Kundenbetreuung. Ein entscheidendes Merkmal ist die Interaktion auf Augenhöhe, um gemeinsam erfolgreich zu sein“, ist Stefan Steuer, CEO von Fokus MSP, überzeugt. „Managed Services erfordern eine Kombination aus vertrieblicher und technischer Unterstützung. Dies setzt tiefgehendes Fachwissen voraus, um IT-Systemhäuser nicht nur zu beraten, sondern auch bei der Entwicklung von Vermarktungskonzepten zu unterstützen“, konkretisiert er.

Es reicht nicht aus ‚die beste Lösung‘ zu haben, wenn diese nicht in die Prozessarchitektur des Managed Services Providers passt.

Stefan Steuer, CEO Fokus MSP

Unterstützung an mehreren Stellen

Für Distributoren gilt es, MSP-Partner an neue Themen heranzuführen. Dass bei Managed Services immer nur über Remote Monitoring and Management (RMM) gesprochen werde, ist dem Vanquish-Geschäftsführer Henning Jasper daher ein Dorn im Auge: „Managed Services ist längst mehr als nur RMM. Es geht um Cloud Service Providing, um Desktop-as-a-Service, Managed Backup oder Managed Security.“ Es sind Themen wie diese sowie Künstliche Intelligenz und Automatisierung, die angegangen werden müssen. Eine Herausforderung sieht Jasper im Rückstand mancher MSP. Automatisierung und Standardisierung gäbe es noch nicht bei jedem. „Wir empfehlen Partnern, die RMM eingeführt haben, zu automatisieren. Damit haben sie ein Tool, das ihnen das Überleben sichert“, rät er. Um Partner zu fördern, arbeitet Fokus MSP an einer stetigen Portfolio-Erweiterung, z. B. mit automatisierten, zentralisierten und integrierbaren Plattformen. Doch Steuer akzentuiert: „Es reicht nicht aus ‚die beste Lösung‘ zu haben, wenn diese nicht in die Prozessarchitektur des Managed Services Providers passt.“

ADN offeriert Trainings, Zertifizierungen, ein Managed-as-a-Service-Angebot, Cloud-Lösungen und unterstützt beim automatisierten Rollout von Lösungen in der Cloud und dem Management der Cloud-Plattform. „So können MSP sich ganz auf ihr Kerngeschäft – dem Erbringen ihrer Services – konzentrieren“, betont Ramacher. KI-gestützte Lösungen sind auch am Start. „Hier spielt für uns die Zukunftsmusik, wenn es darum geht, Managed Services auf höchstem Qualitätslevel effizient zu erbringen und die Automatisierung voranzutreiben“, so der ADN-Chef. Partner erwarten Lösungen wie automatisiertes Tenant-Management, Multi-Cloud-Orchestrierung, KI-Schwachstellen und -Patch-Management. An neue Themen versucht Vanquish heranzuführen, z. B. an das Application Management. Der Distributor hat Lösungen wie Nerdio oder Rimo3 im Sortiment, offeriert Schulungen und Consulting. „Unser Job als VAD ist es, unsere Partner bei dieser Entwicklung zu unterstützen und uns umzusehen nach neuen Themen und den geeigneten Tools für profitables Wachstum“, so Jasper.

Wir sehen für Systemhäuser und ISVs im MSP-Markt die größten Zukunftsaussichten. Denn in diese Richtungen entwickelten sich auch die Erwartungen der Kunden.

Hermann Ramacher, Geschäftsführer ADN

Großes Interesse an Managed Services

In Anbetracht der Nachfrage nach Managed Services scheint eine Sortiment-Erweiterung sinnvoll. Ramacher beschreibt das Interesse als „ungebrochen hoch“ – insbesondere an Security-Dienstleistungen. „Hier herrscht aktuell die größte Not“, betont er und geht in Zukunft von einem steigenden Bedarf aus. „Einen zusätzlichen Wachstumsschub für das Geschäft wird NIS2 mit sich bringen. Hier entstehen jede Menge Geschäftschancen für Managed-Security-Service-Anbieter“, so der ADN-Chef. Ähnliches vermeldet Steuer. Insbesondere seien Lösungen gefragt, die zur Erweiterung des Managed-Security-Bereichs beitragen. Gleichzeitig bestehe Interesse an Unterstützungsmaßnahmen und Austausch mit anderen. Daher veranstaltet der Distributor regionale Austauschtreffen und MSP-Konferenzen. Für das MSP-Geschäft prognostiziert Steuer kontinuierliches Wachstum und verstärkte Nachfrage. „Insbesondere erwarten wir, dass sich die Integration von KI-Technologien beschleunigt, um Prozesseffizienz und Sicherheitsmanagement zu verbessern“, erklärt er. Mit dieser Annahme ist er nicht allein. „Wir sehen für Systemhäuser und ISVs im MSP-Markt die größten Zukunftsaussichten. Denn in diese Richtungen entwickelten sich auch die Erwartungen der Kunden“, stimmt Ramacher zu.

Fachkräftemangel als Chance für das MSP-Geschäft?

Das einige Distributoren Wachstumspotenzial für den ­MSP-Markt sehen, ist aufgrund der derzeitigen Lage in Deutschland nicht verwunderlich. Unternehmen finden kaum eigene Leute für ihre IT, sehen sich mit starken Personalengpässen konfrontiert. Den IT-Betrieb und -Sicherheit in die Hände der MSPs zu legen, ist eine mögliche Lösung für dieses Problem. Eine solche Annahme spiegelt sich ebenso in der PwC-Studie wider. 85 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass die Personalsuche eine Hürde für sie sei. In diesem Zusammenhang sahen 81 Prozent Managed Services als Vorteil für die Vermeidung von Personalengpässen und höhere Flexibilität im Personalkörper bei Unternehmen. Über ein Viertel davon hält Managed Services sogar für einen sehr großen Vorteil. Nur 18 Prozent erkannten darin keinen Benefit. Bedenkt man nun, dass sich das Fachkräftemangelproblem in den nächsten Jahren nicht so einfach lösen lässt, ist mit einer hohen Nachfrage nach Managed Services zu rechnen. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Auftragslage der MSPs aus, sondern ebenso auf das Geschäft ihrer Distributionspartner.

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:50011822)