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„Chef Check Report“ von Kimble Applications

Wie Arbeitnehmer über ihren Chef denken

| Autor: Heidemarie Schuster

Das Selbstvertrauen der Mitarbeiter wächst und immer weniger wollen eine Marionette sein.
Das Selbstvertrauen der Mitarbeiter wächst und immer weniger wollen eine Marionette sein. (Bild: © ra2 studio-stock.adobe.com)

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Kimble Applications, Hersteller von PSA-Software, hat mit dem „Chef Check Report“ untersucht, welche Bedeutung agiles Management, flache Hierarchien und sinnvolle Arbeit in Unternehmen haben, die allesamt Aspekte von „New Work“ sind. Sie alle definieren die Frage, was die Mitarbeiter im Rahmen der Digitalen Transformation und des Fachkräftemangels von ihren Führungskräften erwarten.

Ist agiles Management in deutschsprachigen Unternehmensstrukturen wirklich so weit fortgeschritten, wie es gerade im Trend zu sein scheint? Die Umfrage „Chef Check Report“ von Kimble Applications zeigt, dass Arbeitnehmer aus der DACH-Region nach agilerem Management verlangen, sodass sie sich in die gleiche Richtung bewegen, wie es viele Unternehmen in Großbritannien und den USA bereits praktizieren. „New Work“ ist also mittlerweile auch im deutschsprachigen Raum in aller Munde und einige Arbeitgeber adaptieren das Konzept von agilem Arbeiten, jedoch ist laut den befragten Mitarbeitern in der DACH-Region das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft.

„New Work“ wird in der DACH-Region wichtiger

Agile Unternehmensführung wird auch im deutschsprachigen Raum immer mehr bevorzugt. Die Arbeitnehmer sind bestrebt, mehr Verantwortung zu übernehmen und möchten häufiger mehr Ratschläge und Anregungen geben. Eine klare Mehrheit, nämlich 75 Prozent der befragten Mitarbeiter wünscht sich, dass ihre Vorgesetzten um Unterstützung und ihre Meinung bitten, während sich 70 Prozent der Mitarbeiter mehr Verantwortung wünschen.

Auf der anderen Seite bevorzugen 56 Prozent eine kollaborative Arbeitskultur und 35 Prozent der befragten Mitarbeiter wünschen sich immer noch, dass ihr Vorgesetzter Entscheidungen trifft. Im Vergleich dazu zeigt die amerikanische Umfrage, dass 74 Prozent der Mitarbeiter eine kollaborative Arbeitskultur bevorzugen, im Gegensatz zu einer, bei der die Führungskraft die meisten Entscheidungen trifft.

Die Kombinationen der Antworten zeigen, dass deutschsprachige Mitarbeiter gerne bei Unternehmensentscheidungen einbezogen werden und verzweifelt darüber sind, dass ihr Chef Aufgaben delegiert. New-Work-Maßnahmen wie Selbstdelegation und agiles Arbeiten werden somit immer wichtiger für den Arbeitnehmer. Interessant ist jedoch, dass es immer noch Mitarbeiter gibt, die ein hierarchisches Geschäftsmodell bevorzugen. Zwar eine Minderheit, jedoch ist die Befürwortung für eine kollaborative Kultur bei den amerikanischen Kollegen immens stärker ausgeprägt. Der Trend von agilem Management, der in amerikanischen Unternehmen teilweise schon gelebt wird, schwappt aber auch langsam in die DACH-Region.

Das Selbstbewusstsein der Mitarbeiter

57 Prozent der in der DACH-Region befragten Personen glauben, dass ihr Chef oder der Manager die meisten Informationen besitzt und die erforderliche Person ist, um Entscheidungen zu treffen und nur 25 Prozent halten ihn nicht für qualifiziert. 40 Prozent der Arbeiter zeigten, dass sie ohne die Meinung ihres Chefs genauso gut abschneiden würden, und 20 Prozent sagten sogar, dass sie besser entscheiden würden.

In den USA gab es sogar noch eine viel größere Mehrheit (66 Prozent), die der Meinung sind, dass sie genauso gut, wenn nicht sogar besser abschneiden würden als ihr Vorgesetzter. Die Statistik verdeutlicht, dass deutschsprachige Mitarbeiter Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben, aber in den USA sind sie noch zuversichtlicher. Demnach ist zum Thema Selbstbewusstsein bei deutschsprachigen Mitarbeitern noch Luft nach oben und sie könnten noch mehr Vertrauen in sich selber entwickeln.

Förderung der Zufriedenheit der Arbeitnehmer

Im Allgemeinen sind deutsche Arbeitnehmer positiv gestimmt, was ihre Manager in anderen Bereichen betrifft: Bei der Entscheidungsfindung würden 37 Prozent der Mitarbeiter ihrem Vorgesetzten oder Chef die zweithöchste Note geben. 32 Prozent würden ihnen die gleiche Note auch für das Delegieren geben. Aber in den DACH-Ländern fehlt es den Managern an der Fähigkeit, Mitarbeiter zu motivieren: Nur 27 Prozent haben ihren Chef mit der Note 2 bewertet und für Coaching und Weiterbildung würden 27 Prozent ihren Chef sogar nur mit der Note 3 bewerten. Stattdessen wünschen sich die deutschsprachigen Mitarbeiter, dass sich ihre Führungskräfte mehr auf Motivation und Coaching konzentrieren, denn eine große Mehrheit – 41 Prozent der Mitarbeiter – glauben, dass die wichtigste Fähigkeit für einen Chef oder Manager im Jahr 2020 das Motivieren ist, gefolgt von der Fähigkeit, konstruktives Feedback zu geben (25 %), zu coachen (16 %) und Entscheidungen zu treffen (15 %). Und auch die amerikanischen Arbeiter glauben, dass die Fähigkeit zur Motivation die wichtigste Fähigkeit für einen Chef oder Manager im Jahr 2019 ist (36 %), gefolgt von der Fähigkeit zum Coachen (27 %).

Mitarbeiter würden den Job des Chefs annehmen

Nur eine kleine Mehrheit der DACH-Befragten (53 %) glaubt, dass sie im Vergleich zu ihrem Chef einen besseren Job machen würden und selbst gern Führungskraft werden möchten – entweder sind sie von ihrem Vorgesetzten gut ausgebildet worden oder glauben einfach, dass sie besser ausgebildet sind. Allerdings würden 61 Prozent das Angebot sofort annehmen, den Job ihres Chefs oder Managers auszuführen. Das Ergebnis zeigt, dass deutsche Mitarbeiter, selbst wenn sie sich nicht sicher sind, ob sie in der Lage sind, den Job ihres Chefs zu machen, ihn dennoch akzeptieren würden, mit dem Ziel, eine bessere Arbeit zu leisten.

Im Vergleich dazu würden die Befragten in den USA genauso verfahren: 54 Prozent glauben, dass sie eine bessere Gesamtarbeit leisten könnten als ihr Chef oder Manager und 63 Prozent würden den Job ihres Chefs oder Managers annehmen. Diese Auswertung deute darauf hin, dass die Chefs oder Manager selbst mehr in ihre Fähigkeiten investieren sollten.

Ist der Chef auch ehrlich?

Eine große Mehrheit der deutschsprachigen Befragten ist der Meinung, dass ihr Chef oder Manager an ihrer Karriere interessiert ist (65 %) und ist sehr optimistisch, was den Einfluss des Chefs auf ihre Karriere und ihre persönliche Entwicklung betrifft (53 %). Die meisten Beziehungen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern beruhen auf Vertrauen und Respekt: 89 Prozent der deutschen Mitarbeiter respektieren ihre Führungskraft, während 84 Prozent glauben, dass ihre Führungskraft sie respektiert. Und 62 Prozent der Mitarbeiter fällt es nicht schwer, offen und ehrlich zu ihrem Chef zu sein. 76 Prozent glauben, dass ihr Chef auch ehrlich zu ihnen ist.

Im Vergleich zu den USA gibt dort eine Mehrheit der Mitarbeiter (64 %) an, dass ihr Chef einen positiven Einfluss auf ihr Karrierewachstum und ihre -entwicklung hat. Weitere 57 Prozent geben an, dass ihr Manager bereit wäre, in ihr Karrierewachstum und ihre Ziele zu investieren. Außerdem respektieren 88 Prozent ihren Chef und 80 Prozent glauben, dass ihr Chef sie respektiert. Dies zeigt, dass viele Manager die besten Absichten sowohl in der DACH-Region als auch in Amerika haben, aber eindeutig lernen müssen, loszulassen und die Mitarbeiter in ihren eigenen Fähigkeiten zu bestärken.

Mitarbeiter-Chef-Beziehung

Aber warum ist das so wichtig für die Beziehung zwischen Mitarbeiter und Chef? 40 Prozent der befragten Mitarbeiter aus der DACH-Region glauben, dass ihr Chef oder Manager ein Faktor ist, wenn es darum geht, im Unternehmen zu bleiben oder oder nicht. 31 Prozent gaben an, dass ihr Chef der wichtigste Faktor ist. Diese Auswertung beweist, dass eine große Mehrheit der Meinung ist, dass ihr Chef generell ein Indikator ist. In den USA zeigt sich dies noch drastischer: 84 Prozent gaben an, dass ihr Chef ein Faktor bei der Entscheidung ist, ob sie bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben oder für ein anderes Unternehmen ausscheiden wollen oder nicht, und 26 Prozent gaben an, dass ihr Chef tatsächlich der wichtigste Faktor ist.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen dazu eingeladen werden, ihre Verhaltensweisen zu hinterfragen, um auf dieser Basis die Voraussetzungen für „gute Arbeit“ zu schaffen, damit die Zufriedenheit und Motivation der Arbeitnehmer gefördert wird und dies den Arbeitgebern ebenso zu Gute kommt, da die Mitarbeiter langfristig am Unternehmen interessiert sind, erklärt Kimble Applications.

„Wir bewegen uns von einer Welt weg, in der es als die Arbeit der Chefs angesehen wird, den Menschen zu sagen, was sie tun sollen. Es ist die Aufgabe des Chefs, für Klarheit in Projekten zu sorgen und Hindernisse für den Erfolg des Teams zu beseitigen“, sagt Kimble-Co-Founder Mark Robinson.

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