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Definition Was ist eine TTF-Datei?

| Autor / Redakteur: Laimingas / Margrit Lingner

TTF ist die Abkürzung von „TrueType Fonts“ und bezeichnet einen Standard für die Darstellung von Schriftarten auf Monitoren und Druckern. Der Standard ist sowohl in MacOS als auch in Windows integriert und derzeit das meistverbreitete Schriftformat.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Das TTF-Format wurde Ende der 1980er Jahre von Apple entwickelt. Hintergrund waren Streitigkeiten mit Adobe, das ein paar Jahre vorher mit PostScript bereits ein Schriftformat entwickelt hatte. Damit war die Darstellung von skalierbaren Schriften vor allem für die Druckvorstufe möglich. Zuvor nutzte man ausschließlich Bitmap Schriften, die sowohl im Druck als auch auf Bildschirmen gepixelt, also nicht mit glatten Rändern, dargestellt wurden.

Adobe wollte Apple dazu überreden, PostScript in sein Betriebssystem zu integrieren. Allerdings war Apple nicht gewillt, sich ein derart wichtiges Element in MacOS von einer anderen Firma lizenzieren zu lassen und entschied sich, eine eigene Lösung zu entwickeln. Die Markteinführung erfolgte schließlich 1991 mit MacOS 7. Die ersten Schriften im TTF-Format waren Helvetica, Times Roman und Courier. Microsoft übernahm TrueType ein Jahr später in Lizenz von Apple und baute es erstmals mit den Fonts Arial, Times New Roman und Courier in sein Betriebssystem Windows 3.1 ein.

In den ersten Jahren hatten TTF-Schriften in der Druckbranche keinen besonders guten Ruf, da es bei älteren Raster Image Prozessoren immer wieder zu Schwierigkeiten beim Rastern von Druckdaten gab. Diese Probleme gibt es heute nicht mehr. Die Darstellung auf Bildschirmen war allerdings besser als die von PostScript Type 1 Fonts, und mit weiteren Entwicklungen wie der TrueType Engine von Microsoft (ab Windows 95) wurde das Format verlässlicher und setzte sich als Standard durch.

Struktur von TTFs

TrueType Fonts zählen zur Gruppe der Outline Schriften. Im Gegensatz zu den genannten Bitmaps bestehen sie nicht aus einzelnen Pixeln, sondern ähnlich wie Vektorgrafiken aus Konturen. Dadurch sind sie frei skalierbar und können ohne Darstellungsverluste in jeder beliebigen Größe angezeigt oder gedruckt werden.

Neben der Dateiendung „.ttf“ existiert noch die Endung „.ttc“. Diese Endung steht für „TrueType Collection“ und beschreibt Containerdateien, die mehrere Schnitte derselben Schrift enthalten. Sie teilen sich viele der benötigten TTF-Tabellen und benötigen deshalb weniger Speicherplatz auf dem Rechner.

Schriftarten selbst editieren

Der Markt hält zahlreiche Programme, so genannte Font Editoren, bereit, mit denen jeder Anwender bei Bedarf eigene Schriften entwerfen und editieren kann. Die Nutzung ist häufig nicht ganz einfach - vor allem benötigt man einiges an typografischem Wissen - aber grundsätzlich kann jeder damit seine eigenen Fonts herstellen.

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