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Was ist eine Kamera?

| Autor / Redakteur: jelsag / Sylvia Lösel

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Eine Kamera ist ein fototechnisches Gerät, das statische oder bewegte Bilder auf einem Speichermedium aufzeichnet oder übermittelt.

Der Begriff Kamera wurde von der "Camera obscura" ("dunkle Kammer", Lochkamera) abgeleitet. Dabei handelte es sich um eine Lochkamera, die ursprünglich nicht zum Aufzeichnen von Bildern diente, sondern Astronomen ermöglichte, bei der Beobachtung von Sonnenflecken oder Sonnenfinsternissen das bloße Auge vor schädlicher Sonneneinstrahlung zu schützen.

Von der Camera obscura zur modernen Digitalkamera

Das Prinzip der Camera obscura wurde bereits durch den griechischen Philosophen Aristoteles entdeckt. Er beschrieb, dass Licht, wenn es durch ein Loch in einen dunklen Raum einfällt, auf der anderen Seite ein umgekehrtes Bild erzeugt. Historische Entwicklungen einer Camera obscura gab es seitdem immer wieder. Im Mittelalter trug die Glasschleiferei dazu bei, die Funktionalität der Camera obscura durch aufwändig geschliffene Linsen zu verbessern.

Im 15. Jahrhundert fand der Universalgelehrte Leonardo da Vinci heraus, dass das Prinzip der Lochkamera auch dem menschlichen Auge zugrunde liegt.

Das Konzept und die Technik für die Kamera waren somit schon früh bekannt. Die Grundlagen heutiger Spiegelreflexkameras stammen aus dem 17. Jahrhundert. Das weltweit erste Foto wurde im Jahr 1826 aufgenommen. Als Aufzeichnungsmedium verwendete der französische Erfinder Joseph Nicéphore Nièpce eine Zinnplatte, die mit in Lavendelöl gelöstem Naturasphalt beschichtet war. Zusammen mit Louis Daguerre entwickelte er in den 1830er Jahren das erste marktreife fotografische Verfahren, das unter der Bezeichnung "Daguerrotypie" die Fotografie des 19. Jahrhunderts prägte. Ab 1840 war es möglich, Negative zu erzeugen und die fertigen Bilder auf Papier zu übertragen.

Im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts entwickelten sich die technischen Grundlagen der Kamera und der Aufzeichnungstechnik für Fotografien und später auch bewegte Bilder kontinuierlich weiter. Bis zur Jahrtausendwende dominierten die sogenannten Analogkameras den Markt: Eine solche Kamera fixiert die Bilder auf chemisch-physikalischem Weg auf einem Film und speichert dort ein Negativ, das später in einem Filmlabor entwickelt werden muss. Ende der 1980er Jahre kam die sogenannte Bridgekamera auf den Markt, die die Eigenschaften von Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras kombinierte und sich vor allem an semiprofessionelle Nutzer wandte.

Die erste Digitalkamera war ein Prototyp von Kodak - sie wog 3,6 Kilogramm und war in der Lage, Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit einer Auflösung von maximal 100 x 100 Pixeln auf ein Magnetband zu übertragen. 1991 erschien mit der Dycam Model 1 die erste marktfähige Digitalkamera, die in der Lage war. Ihre Bilder wurden filmlos mit Hilfe eines Bildsensors aufgenommen und später über eine entsprechende Schnittstelle auf Computer übertragen.

Smartphone-Kamera, Bridgekamera, digitale Spiegelreflexkameras für Profis

Seit der Veröffentlichung der Dycam Model 1 hat sich die digitale Kamera- und Fototechnik sehr rasant entwickelt. Smartphones verfügen heute standardmäßig über eine oft sehr leistungsstarke Kamera. Inzwischen legen die meisten Hersteller auch Wert darauf, dass ihre digitalen Kameras hochwertige Videoformate unterstützen. Eine moderne Digitalkamera nimmt Bilder und Videosequenzen mit hochsensiblen Sensoren, ausgefeilter Blendentechnik und mit Softwareunterstützung auf. Neben Kameras für den "Alltagsgebrauch" - insbesondere also der Smartphone-Kamera - gibt es auf dem Markt zahlreiche leistungsstarke Profi-Kameras, die für professionelle Fotografien und Filmaufnahmen, aber auch für technische oder medizinische Spezialaufnahmen Verwendung finden.

Das Prinzip der Bridgekamera erlebte in der digitalen Ära einen Bedeutungswandel. Es beschreibt heute digitale Kameratypen, die mit aufwändigen, lichtstarken - allerdings meist fest eingebauten - Zoomobjektiven, automatischen und manuellen Bedienungsoptionen und zahlreichen elektronischen Aufnahmefunktionen ausgestattet sind. Bridgekameras besetzen damit heute eine "Brücke" zwischen Smartphone-Kamera, digitalen Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras für Profis. Spiegelreflexkameras sind als SLR (single-lens reflex)-Geräte oder TLR (twin-lens reflex)-Kameras erhältlich. Anders als SLR-Kameras verfügen die TLR-Versionen über ein zweites Objektiv mit einem komplett eigenständigen Sucher-Strahlengang.

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