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Definition Was ist die Lohnfortzahlung?

Autor / Redakteur: Laimingas / Heidemarie Schuster

Arbeitnehmer haben ein Anrecht auf eine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber im Falle einer Krankheit, sofern diese unverschuldet eingetreten ist und Arbeitsunfähigkeit besteht. Die Details sind im Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG) von 1994 geregelt.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Das Anrecht auf eine Entgeltfortzahlung besteht nicht nur für Arbeitnehmer in Vollzeit, sondern auch für Teilzeitkräfte wie Minijobber (bis zu 450 Euro Monatsverdienst), Studentenjobber oder Ferienaushilfen.

Allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, um die Zahlungen zu erhalten. Diese lauten wie folgt:

  • Der Arbeitnehmer muss seit mindestens vier Wochen in seinem Arbeitsverhältnis stehen. Es können aber in Tarifverträgen abweichende Vereinbarungen getroffen werden.
  • Der Arbeitnehmer muss für seine Tätigkeit arbeitsunfähig sein und die geschuldete Arbeitsleistung nicht erbringen können. Leidet zum Beispiel ein Nachrichtensprecher im Radio oder Fernsehen an starker Heiserkeit, ist er in der Regel arbeitsunfähig, was für einen Lkw-Fahrer nicht unbedingt zutreffen muss.
  • Die Arbeitsunfähigkeit muss durch eine Krankheit ausgelöst worden sein.
  • Die Krankheit, durch die der Arbeitnehmer arbeitsunfähig wird, darf er nicht selbst durch einen groben Verstoß verschuldet haben. Eine Schlittenfahrt im Winter, bei der er sich erkältet, gilt nicht als grober Verstoß. Wird er allerdings wegen Trunkenheit am Steuer oder wegen Drogenmissbrauch bei einem Verkehrsunfall verletzt, liegt ein grober Verstoß vor und er bekommt in der Regel keine Lohnfortzahlung. Als unverschuldet erkennt das Gesetz auch eine Arbeitsverhinderung durch legale Schwangerschaftsabbrüche, legale Sterilisationen oder Organspenden an. Andererseits besteht kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei einer Arbeitsunfähigkeit auf Grund von rein kosmetischen Schönheitsoperationen, Tätowierungen oder Piercings, denn es gilt die Regel, dass der Arbeitgeber lediglich ein normales Erkrankungsrisiko seiner Mitarbeiter zu tragen hat.

Dauer der Lohnfortzahlung

Die Dauer des Anspruchs an den Arbeitgeber für die Entgeltfortzahlung beträgt höchstens sechs Wochen. Danach springt normalerweise bei gesetzlich Versicherten die zuständige Krankenkasse mit dem so genannten Krankengeld ein. Tritt die gleiche Erkrankung innerhalb von zwölf Monaten mehrfach auf, werden die Tage zusammengezählt, bis sechs Wochen erreicht sind.

Anzeige- und Nachweispflicht des Arbeitnehmers

Um einen Anspruch auf Lohnfortzahlung geltend machen zu können, muss der Arbeitnehmer zwei Pflichten erfüllen: die Anzeige- und die Nachweispflicht.

Eine Krankmeldung muss beim Arbeitgeber unverzüglich erfolgen, damit dieser die Möglichkeit hat, den Ausfall mit einer Vertretung zu kompensieren. Auch die Krankenkasse muss über die Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer informiert werden. Beginnt die Krankheit im Ausland, gelten die gleichen Regeln, zusätzlich ist die Adresse des Aufenthaltsortes mitzuteilen.

Den Nachweis der Erkrankung hat der Arbeitnehmer innerhalb von drei Kalendertagen – arbeitsfreie Tage, Wochenenden und Feiertage werden also mitgezählt – in Form einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des behandelnden Arztes zu erbringen. Der Arbeitgeber kann aber auch eine frühere Vorlage verlangen und bei Nichtbefolgung die Lohnfortzahlung verweigern.

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