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Definition Was ist eine Krankmeldung?

Autor / Redakteur: Laimingas / Heidemarie Schuster

Eine Krankmeldung ist die Nachricht eines Arbeitnehmers an seinen Arbeitgeber, dass er wegen Krankheit seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen und nicht zur Arbeit erscheinen kann. Sie ist nicht gleichzusetzen mit einer Krankschreibung.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Bei einer Arbeitsunfähigkeit auf Grund einer Krankheit sind Arbeitnehmer gesetzlich verpflichtet, dies dem Arbeitgeber unverzüglich mitzuteilen, möglichst vor Arbeitsbeginn. Das gilt auch für die voraussichtliche Dauer. Tritt die Krankheit während der Arbeitszeit ein und die betroffene Person geht erst zum Arzt, bevor sie ihren Chef informiert, droht eine Abmahnung.

Art und Weise der Krankmeldung

Für das „Wie?“ einer Krankmeldung gibt es keine gesetzliche Regelung, sondern meist betriebsinterne Vereinbarungen. Manche Unternehmen bestehen auf einer telefonischen Nachricht, andere auf eine E-Mail, manchen genügt eine SMS. In der Regel wird im Arbeitsvertrag ganz klar niedergelegt, in welcher Form und bei welcher Person (direkter Vorgesetzter, Personalabteilung etc.) sich der Arbeitnehmer zu melden hat.

Attest – ja oder nein?

Ein Attest oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, ausgestellt durch einen Arzt, muss innerhalb von drei Tagen eingereicht werden. Je nach Tarif- und Arbeitsvertrag kann der Arbeitgeber ein Attest aber auch sofort verlangen. Eine rückwirkende Krankschreibung durch einen Mediziner darf nach den Vorschriften der deutschen Krankenkassen nur maximal innerhalb von drei Tagen erfolgen.

Rechte des Arbeitgebers

Ein Arbeitgeber hat grundsätzlich ein Recht darauf zu kontrollieren, ob ein Arbeitnehmer auch wirklich krank ist. Eine fachliche Beurteilung steht ihm allerdings nicht zu. Außerdem muss er auf jeden Fall die Privatsphäre seines Mitarbeiters wahren. Bestehen begründete Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit, kann der Betrieb den Medizinischen Dienst der zuständigen Krankenkasse mit einem Besuch beauftragen.

Kündigungsschutz

Wer einmal im Jahr für eine Woche mit einer Erkältung zu Hause bleibt, dem kann der Arbeitgeber deshalb nicht kündigen. Es gibt aber durchaus Umstände, die zu einer Kündigung berechtigen, allerdings sind die Hürden dafür recht hoch. Ein Grund könnte eine Langzeiterkrankung sein, bei der eine eindeutig negative Prognose für eine Heilung vorliegt. Eine Überschreitung der so genannten Zumutbarkeitsgrenze liegt nach der Rechtssprechung auch vor, wenn ein Arbeitnehmer in drei aufeinander folgenden Jahren jedes Jahr mehr als sechs Wochen nicht arbeiten konnte.

Krankmeldung im Urlaub

Tritt eine Krankheit während des Urlaubs auf, muss der Arbeitnehmer dies ebenfalls unverzüglich melden und am besten direkt ein ärztliches Attest einreichen. Nur dann hat er Anspruch darauf, dass die Zeit als Krankheitstage anerkannt und ihm die Urlaubstage entsprechend gutgeschrieben werden. Ist der Arbeitnehmer während des Urlaubs im Ausland, muss er auch seinen Aufenthaltsort mitteilen.

Konsequenzen einer falschen Krankmeldung

Möchte ein Arbeitnehmer einfach nur mal einen oder zwei Tage „blau machen“ und meldet sich krank, ohne es wirklich zu sein, kann der Arbeitgeber ihm fristlos kündigen, wenn die Täuschung aufgedeckt wird. Denn die so erschlichene Lohnfortzahlung wird als eindeutiger Betrug gewertet.

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