Definition Was ist Closed Source?

Autor / Redakteur: chrissikraus / Sarah Böttcher

Closed Source ist ein Konzept in der Softwareentwicklung, bei dem der Quelltext einer Anwendung im Gegensatz zu Open Source Software nicht öffentlich einsehbar ist.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Closed Source Software spiegelt das klassische Vertriebsmodell von Software wieder. Man kauft Lizenzen für eine Software vom Hersteller und kann diese dann gemäß Lizenzvereinbarung verwenden. Was im Inneren der Software geschieht, bleibt weitestgehend das Geheimnis des Herstellers. Der Hersteller schützt damit sein Produkt vor unbefugten Einblicken, zum Beispiel durch die Konkurrenz oder durch Angreifer. Solche Projekte werden häufig auch als proprietäre Software (engl. proprietary Software) bezeichnet.

Closed Source vs. Open Source

Dem Konzept Closed Source steht Open Source gegenüber. Bei Open Source Software ist der Quellcode frei einsehbar. Damit hat jeder mit dem entsprechenden technischen Verständnis die Gelegenheit, detailliert nachzuvollziehen, wie genau diese Software arbeitet.

Eine Folge dessen ist, dass der Code verändert oder ergänzt werden kann, um eine abgewandelte Kopie der Software zu erzeugen, die besser den eigenen Anwendungsfällen entspricht. Häufig ist es auch erlaubt, diese Änderungen weiter zu verbreiten. Bei proprietärer Software ist dies nicht möglich. Hier muss in der Regel beim Hersteller eine meist kostenpflichtige Individualisierung in Auftrag gegeben werden, um das gleiche Ziel zu erreichen. Diese Individualisierung ist dann normalerweise nur für den jeweiligen Kunden gültig und darf ebenso wenig weitergegeben werden wie die proprietäre Software selbst.

Open Source Software ist zudem häufig kostenfrei oder mit einer vergleichsweise geringen Bereitstellungsgebühr verbunden. Proprietäre Software hingegen finanziert sich häufig durch klassische Lizenzmodelle. Hier verkauft der Hersteller ein fertiges Produkt, das der Kunde dann nur im Rahmen der Lizenzbestimmungen verwenden darf, beispielsweise als Einzelplatzlizenz. Open Source Software darf in der Regel relativ frei verwendet werden.

Vorteile von Closed Source

  • besser koordiniertes Produkt durch zentrale Wartung und Weiterentwicklung;
  • kontinuierliche Weiterentwicklung;
  • ausgereifte und ausgiebig getestete Produkte dank professionellem Qualitätsmanagement;
  • hoch spezialisierte Lösungen, die perfekt auf eine Branche zugeschnitten sind und tief greifenden Funktionsumfang bieten;
  • Unternehmen bekommen zusätzlichen Service rund um die Software, zum Beispiel Hilfe bei der Einrichtung der Software im Betrieb, Support, Schulungen, technische Unterstützung in Notfällen.

Nachteile von Closed Source

  • Kunden müssen Werbeversprechen des Herstellers vertrauen;
  • Kunden haben wenig bis keine Kontrolle über sicherheitsrelevante Aspekte;
  • Kunden sind auch bei kritischen Sicherheitslücken auf Updates des Herstellers angewiesen;
  • Kunden machen sich von einem Hersteller abhängig;
  • Kunden müssen je nach Lizenzmodell mit laufenden Kosten rechnen;
  • Kunden müssen dafür bezahlen, um die Software an die eigenen Bedürfnisse anpassen zu lassen – falls der Hersteller dies überhaupt anbietet.

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