Safer-Shopping-Siegel deckt Mängel im E-Commerce auf

Was bringt die TÜV-Plakette für Web-Shops?

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ITB: Was genau prüfen Sie zusätzlich zu den gesetzlichen Anforderungen?

Das Safer-Shopping-Siegel kann als freiwillige TÜV-Plakette für den Webshop verstanden werden. (Archiv: Vogel Business Media)

Seidlitz: Das Safer-Shopping-Siegel verfolgt einen integralen Ansatz und prüft zum einen die Qualität und zum anderen die Sicherheit eines Shops. Neben den technischen Aspekten interessiert uns vor allem das Qualitätsmanagement im Hintergrund. Es ist maßgeblich dafür, dass mit Daten sowie mit dem Thema Sicherheit richtig umgegangen wird und der Abwicklungsprozess mit dem Web-Kunden zu seiner vollsten Zufriedenheit verläuft. Dazu zählt auch, dass es klare Regelungen gibt, sollte etwas im Kaufprozess schief gehen. Das TÜV-Süd-Siegel bestätigt daher das Gesamtangebot des Online-Shops und dadurch ein hohes Maß an Seriosität.

ITB: Inwieweit bietet das TÜV-Siegel Sicherheit für Online-Kunden im weiteren Geschäft nach der Zertifizierung?

Seidlitz: Wir bieten den Kunden des Web-Shops dann ein Beschwerdeverfahren über unsere Homepage an. Das heißt, sie können uns den Vorfall mitteilen und wir schauen dann zusammen mit dem Händler, wo der Fehler liegt. Wenn es ein größerer Vorfall ist, bieten wir dazu auch ein alternatives Schlichtungsverfahren an, damit der Kunde zufriedengestellt ist und der Fehler beim Shop abgestellt werden kann.

ITB: Techniken wie SQL-Injection oder Cross Site Scripting lassen bei so manchem Administrator die Nackenhaare aufstellen. Deckt das TÜV-Siegel Security-Schwachstellen in Bezug auf Hacker-Angriffe auf? Was sind die gängigsten technischen Fehler, die Sie bemängeln?

Seidlitz: Unsere Erfahrungen zeigen, dass technische Fehler weniger in der Infrastruktur liegen, sondern in den Applikationen selbst. Während der Zertifizierung testen wir stichprobenartig diese Schwachstellen. Häufige technische Fehler sind zum Beispiel ungesicherte Datenübertragungen, sichtbare Admin-Konsolen sowie unzureichende Einschränkungen bei der Passwortvergabe. Die Behebung dieser technischen Schwachstellen ist ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Prüfung. Sie bringt jedoch nichts, wenn der Umgang mit Daten vor Ort nicht geregelt ist. Da sich die Tricks der Hacker aber täglich ändern, sind die Prozesse im Hintergrund besonders wichtig, um die Sicherheit kontinuierlich weiter zu entwickeln.

ITB: Wie meinen Sie das konkret?

Seidlitz: Wir besuchen unsere Kunden vor Ort und prüfen dort die Prozesse. Nur so können wir herausfinden, wie mit Daten umgegangen wird und wie jeder einzelne Mitarbeiter diesbezüglich geschult ist. Wir haben zum Beispiel schon stapelweise Papier in den Mülltonen vor dem Unternehmen gefunden, auf denen sensible Personen- und Rechnungsdaten zu finden waren. Jeder, der daran vorbeikam, hätte sie sich nehmen können. Zudem haben Mitarbeiter Zugriff auf Daten, die sie gar nicht benötigen. Meiner Meinung nach sind das häufig unbedachte Schwachstellen.

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