10 Jahre Samsung-SSD in Deutschland Von der Nische zum Mainstream

Autor: Klaus Länger

Vor zehn Jahren kamen hierzulande die ersten SSDs von Samsung auf den Markt. ­Inzwischen sind die Koreaner hier Marktführer mit mehr als 12.000 Resellern. Potenzial sieht der Hersteller weiterhin durch PC-Upgrades, auch für den B2B-Channel.

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Samsung ist einer der wenigen Hersteller, die alle wichtigen Komponenten einer SSD selbst entwickeln und fertigen.
Samsung ist einer der wenigen Hersteller, die alle wichtigen Komponenten einer SSD selbst entwickeln und fertigen.
(Bild: Samsung)

Samsung SSD 470 hieß das erste NAND-Drive mit SATA-Schnittstelle, das der koreanische Hersteller 2011 für Consumer auf den deutschen Markt brachte. Zuvor gab es Samsung-SSDs nur als OEM-Modelle von der Semiconductor-Sparte der Koreaner. Dabei setzte der Hersteller schon damals komplett auf eigene Chips für NAND-Flash, DRAM-Cache und den Controller. Damals waren die zwar schnellen aber kostspieligen Festspeicher noch ein Nischenmarkt. 2013 folgte ein wichtiger Schritt mit der Entwicklung der 3D-V-NAND-Technologie, mit der sich die Kapazität auch ohne immer kleinere Strukturbreiten massiv steigern ließ. Eine weitere wichtige Station war 2015 die 950 Pro als erster Consumer-Massenspeicher mit der schnellen und auf SSDs zugeschnittenen NVMe-Schnitt­stelle. Zehn Jahre nach dem Start ist Samsung Marktführer mit inzwischen rund 14 Millionen in Deutschland verkauften SSDs, so Frank Kalisch, Leiter der Storage-Sparte bei Samsung Deutschland. Dabei gingen immerhin etwa 30 Prozent an B2B-Kunden. Die Unterstützung für den B2B-Channel wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut, ergänzt Rudko Wojtek, Head of Sales für Storage-Produkte.

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Siegeszug der SSD

Die SSD ist damit im Mainstream angekommen. Notebooks werden inzwischen praktisch ausschließlich mit SSDs als System­datenträger ausgestattet und auch bei Desktop-PCs stecken HDDs immer öfter nur noch als zusätzliche Datenträger mit im Gehäuse. Allerdings machen die relativ günstigen QLC-SSDs mit hoher Kapazität den herkömmlichen Platten auch hier immer mehr Konkurrenz.

Frank Kalisch, Director IM Storage bei Samsung
Frank Kalisch, Director IM Storage bei Samsung
(Bild: Samsung)

Der Löwenanteil der momentan im Channel verkauften Samsung-SSDs geht laut ­Kalisch immer noch auf das Konto der ­SATA-Modelle, aber das größte Wachstum verzeichnen die M.2-Riegel mit NVMe-­Interface. Bei NVMe-SSDs mit PICe-4.0-Schnittstelle gehörte Samsung zwar nicht zu den Vorreitern, brachte die 980 Pro aber rechtzeitig mit der breiten Verfügbarkeit der passenden AMD-Ryzen- und in diesem Jahr auch ­Intel-Rocket-Lake-Plattform auf den Markt, wie Kalisch betont. Zudem laufe das Geschäft mit externen SSDs immer besser. Die kostspieligen Thunderbolt-Laufwerke sind dabei allerdings ein Nischenprodukt für Projektgeschäfte in der Medienbranche, da herkömmliche An­wender die Mehrleistung meist gar nicht benötigen.

Austauschservice als USP für Partner

Wojtek Rudko, Head of Sales IM Storage bei Samsung
Wojtek Rudko, Head of Sales IM Storage bei Samsung
(Bild: Samsung)

Der SSD-Upgrade-Service, den Samsung ­gemeinsam mit etlichen Partnern vor zwei Jahren gestartet hat, wurde zwar durch die Pandemie behindert, Kalisch und Wojtek sind aber trotzdem zufrieden mit der Resonanz. Denn neben Fachhändlern und Retailern wie Mediamarkt beteiligen sich inzwischen auch große Onliner wie Alternate oder Cyberport an der Kampagne. Der durch Promotions seitens Samsung geförderte Austauschservice sei ein USP für den Handel. Wojtek will auch Systemhäuser als Partner für den Upgrade-Service ­gewinnen. Diese könnten die Ergebnisse einer Crisp-Studie als Argument gegenüber ihren Kunden verwenden, nach der ein Upgrade von HDD auf SSD bei Business-Rechnern erheblich Produktivitätsgewinne bringe.

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