Spezielle IT-Hardware im Gesundheitswesen Von der HoloLens zum PC: Hardware im Hospital und Praxis

Von Klaus Länger 4 min Lesedauer

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IT-Hardware ist in Krankenhäusern und Arztpraxen überall zu finden: vom Operationssaal bis hin zum Rechenzentrum. Zukünftig sollen dort auch Geräte wie MR- und VR-Brillen sowie Roboter Einzug halten.

Im Operationssaal kommen bereits MR- oder VR-Brillen zum Einsatz, um Operateuren zusätzliche Informationen zu geben oder Telemedizin zu ermöglichen.(Bild:  Guillermo - stock.adobe.com / KI-generiert)
Im Operationssaal kommen bereits MR- oder VR-Brillen zum Einsatz, um Operateuren zusätzliche Informationen zu geben oder Telemedizin zu ermöglichen.
(Bild: Guillermo - stock.adobe.com / KI-generiert)

Das Aufmacherbild mit dem MR-Brillen tragenden Operationsteam ist KI-generiert und für die meisten Kliniken noch Zukunftsmusik. Allerdings arbeiten Firmen bereits an entsprechenden Anwendungen für einen breiteren Einsatz. Die Software Virtual Surgery Intelligence (VSI) vom Hamburger Startup Apoqlar kann mit Hilfe der Microsoft HoloLens 2 aus CT- und MRT-Bildern generierte 3D-Grafiken virtuell über den Patienten legen und so dem Arzt helfen. Zudem kann mit der Software die Brille für die Information des Patienten vor einer Operation oder für Ärzte in der Ausbildung eingesetzt werden. VR-Brillen werden beispielsweise genutzt, um Phobien zu bekämpfen, können aber auch in der Ausbildung von Medizinern oder in der Telemedizin Verwendung finden. Mit dem Virtual Care and Collaboration Service (VCCS) hat Mitel eine Kommunikationsplattform für Telemedizin entwickelt, die neben einer einfachen und sicheren Videokonsultation im Browser auch den Einsatz von Augmented Reality unterstützt.

Normen für IT-Hardware im Gesundheitswesen

Computer, Monitore und weitere IT-Hardware gibt es in Kliniken und auch den meisten Praxen schon lange in Hülle und Fülle. Neben Standard-IT-Hardware, etwa in der Verwaltung oder im Serverraum, kommen auch viele Geräte zum Einsatz, die speziell für den Einsatz im Gesundheitswesen gebaut sind, besondere Anforderungen und Normen erfüllen müssen. Sofern es sich dabei nicht um Rechner in medizinischen Geräten handelt, sondern um PCs, Tablets, Monitore oder Peripheriegeräte, können Systemhäuser mit entsprechender Qualifikation diese Hardware auch anbieten und den Service übernehmen. Maßgeblich sind die Normen DIN EN 60601 und IEC 60601-1. ­Dabei kommen teilweise abgewandelte Business-PCs oder Notebooks zum Einsatz. Sie sind beispielsweise dafür ausgelegt, sich mit Desinfek­tionstüchern reinigen zu lassen, ohne dabei Schaden zu nehmen. Ein neuer Spieler im Medizinsektor ist Zotac mit den Z-Box-Mini-PCs H37R3500W und H39R5000W. Beide sind mit leistungsstarken Intel-Mobile-CPUs und Nvidia RTX Ada 3500 beziehungsweise RTX Ada 5000 für anspruchsvolle Anwendungen in der Diagnostik geeignet, darunter auch für solche mit KI-­Workloads.

Die Zotac-Mini-PCs für den Einsatz in medizinischen Einrichtungen sind nach IEC 60601-1 / EN 60601-1 zertifiziert. Die als Barebone ohne RAM und SSD vertriebenen Rechner sind vor allem für rechen- und GPU-intensive Aufgaben bestimmt.(Bild:  Zotac)
Die Zotac-Mini-PCs für den Einsatz in medizinischen Einrichtungen sind nach IEC 60601-1 / EN 60601-1 zertifiziert. Die als Barebone ohne RAM und SSD vertriebenen Rechner sind vor allem für rechen- und GPU-intensive Aufgaben bestimmt.
(Bild: Zotac)

Für weitergehende hygienische Ansprüche, etwa den Einsatz im Operationssaal, gibt es spezielle Rechner von Herstellern wie Wincomm, Portwell, PWS, DFI oder Baaske Medical. Der auch im IT-Channel bekannte VAD Concept International bietet ebenfalls eine ganze Reihe von Produkten für den Einsatz in der Medizin an: All-in-One-PCs, Windows-Tablets und Monitore von DT Research, einen Mini-PC von Giada und Android-Tablets von FuturePad. Diese speziellen Medizin-Rechner bieten teilweise Funktionen wie Hot-Swap-Akkus, Barcode- und RFID-Leser und Halterungen für die Montage an Visitenwägen. Einige Hersteller bieten für diese Aufgabe auch Touch-Displays mit Akku und Halterung sowie Stromversorgung für Mini-PCs an. Weitere wichtige IT-Produkte für Krankenhäuser und Praxen sind etwa desinfizierbare und gegen das Eindringen von Staub oder Flüssigkeiten geschützte Eingabegeräte wie Mäuse und Keyboards. Cherry bietet nicht nur entsprechende Mäuse und Keyboards an, sondern auch Hard- und Software für die Telematikinfrastruktur. Zudem gehören Drucker und MFPs sowie Etikettendrucker für Patientenarmbänder zur Grundausstattung jeder Klinik.

Spezielle Monitore für Operationssaal und Radiologie

Spezielle Monitore für den Klinik- oder Praxiseinsatz werden für verschiedene Aufgaben verwendet und sind entsprechend unterschiedlich ausgelegt. So gibt es staubdichte, wasserabweisende und desinfizierbare Displays für den Einsatz im OP-Saal, die oft für die Wiedergabe möglichst vieler Rottöne optimiert sind, sowie spezielle Monitore für die Diagnostik. Sie sind DICOM-kalibriert und können Röntgenaufnahmen sowie Bilder aus der Mammografie, Tomografie oder Pathologie besonders gut wiedergeben. Neben Allround-­Monitoren werden hier auch Geräte angeboten, die jeweils für eine bestimmte Aufgabe ausgelegt sind. Auch im IT-Channel etablierte Hersteller sind hier Barco, Eizo, LG, Sharp/NEC oder Sony.

Digital Signage hat ebenfalls einen Platz in Krankenhäusern. Hier können etwa mit Hospitality Displays, also zentral verwalteten TV-Geräten, mit Digital-Signage-Displays oder mit digitalen Beschilderungssystemen Projekte realisiert werden.

Roboter im Gesundheitswesen

Der Personalmangel, gerade in der Pflege, ist in Krankenhäusern und Seniorenheimen ein großes Problem. Hier könnte die IT-Technologie wenigstens ein Stück weit Abhilfe schaffen. Denn autonome Roboter können Routineaufgaben wie Lieferdienste zwischen Stationen oder die Reinigung von Krankenhauszimmern übernehmen und so das Personal entlasten. Ein Beispiel für solche autonomen Roboter ist der Cloi Servebot von LG.

Der Cloi Servebot von LG kann Lieferdienste im Krankenhaus übernehmen.(Bild:  LG Electronics)
Der Cloi Servebot von LG kann Lieferdienste im Krankenhaus übernehmen.
(Bild: LG Electronics)

Das jüngste Modell der Serie, der LDLIM31, bietet vier Innenfächer für den Transport von Gegenständen. Der mit sechs Rädern ausgestattete Roboter orientiert sich mit KI-Hilfe und kann eigenständig Aufzüge benutzen. Für die Kommunikation mit Patienten oder Personal ist in der Vorderseite ein 10,1-Zoll-Display integriert.

Auch bei Operationen kommen ferngesteuerte Roboter zum Einsatz, wie etwa die Da-Vinci-Operationssysteme von Intuitive für minimalinvasive Eingriffe. Dabei werden inzwischen KI-Verfahren zur Verbesserung der aus Kamerabildern generierten 3D-Sicht genutzt. Das Fraunhofer IPA hat mit Partnern das Projekt DAIPOR gestartet, bei dem mittels KI Verzögerungen in der Datenkommunikation bei roboterassistierter Telechirurgie kompensiert werden.

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