30 Millionen Euro Umsatz und jährlich zehn bis zwölf neue Partner als Ziel Vobis sieht sich auf Expansionskurs
Einst gehörte Vobis zu den größten PC-Fachhandelsketten in Deutschland. Heute ist das Unternehmen ein reiner Franchisegeber mit nur noch rund 50 Filialen. Doch gegen Gerüchte, dies sei das Ende einer Ära, legt Vorstand Jürgen Bochmann ein massives Veto ein: Gerade erst wurde ein neuer Markt eröffnet, ein weiterer folgt in Kürze.
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Nach der Umstrukturierung im Jahr 2005 sind von den knapp 100 Vobis-Filialen und Franchisenehmern gerade einmal 48 Franchisebetriebe übrig geblieben. Die meisten davon in den ostdeutschen Bundesländern sowie in Berlin.
Die Fachhandelskette musste also ganz schön Feldern lassen, doch an Gerüchten über eine anhaltende wirtschaftliche Krise sei laut Vobis-Vorstand Jürgen Bochmann nichts dran: »Wir sind sogar wieder auf Expansionskurs. Erst kürzlich haben wir eine neue Filiale in Berlin eröffnet, bald folgt eine weitere in Oldenburg.« Ziel ist es, jährlich mit zehn bis zwölf Franchisenehmern zu wachsen. Dementsprechend zeigt Vobis auch Präsenz auf der CeBIT (Halle 25, Stand D40, K 104). »Wir streben dieses Geschäftsjahr einen Umsatz von 30 Millionen Euro an«, sagt Bochmann.
Partnersuche
Zum Franchiseprogramm von Vobis gehören die klassischen Leistungen wie beispielsweise die Bereitstellung der Ladeneinrichtung, regelmäßige Produktwerbung, marktgerechte Sortimentsgestaltung inklusive attraktiver Konditionen und die Unterstützung bei der Geschäftsfinanzierung. Gesucht werden Interessenten aus der IT-, CE- oder TK-Branche, aber auch Existenzgründer mit Affinität zu den entsprechenden Produkten.
»Am Partnerprogramm haben wir einiges verbessert«, erklärt Bochmann. »So organisieren wir in Zukunft die Finanzierung mit. Dazu kommt der neue Internetshop: wir arbeiten jetzt nicht mehr gegen den Partner, sondern mit ihm.« Gerade beim Online-Shop habe Vobis ein System entwickelt, das den Partner mit einbeziehe. Zuvor sei dieses Geschäft über den mittlerweile insolventen eBusiness-Dienstleister »Product + Concept« gelaufen. Diese hätten im Auftrag von Vobis das eBusiness auf eigene Rechnung geführt. »Wir waren gegenüber Product + Concept de facto nur ein Vertriebspartner«, so der Vobis-Vorstand. Um ein ausgewogenes Portfolio für die Partner zu garantieren, gibt es zudem einen Einkaufsrat. Hier können die Franchiser mitbestimmen.
Von der AG zur GmbH
Demnächst wird Vobis von einer AG in eine GmbH gewandelt. »Das ist kein Geheimnis«, betont Bochmann. »Die Sanierung ist abgeschlossen. Der ehemalige Gesellschafter Divaco hat seine Anteile an Privatinvestoren verkauft und in diesem Zuge wird das Unternehmen in eine GmbH umgewandelt.«
Divaco gehörte früher der Metro-Group an, die den Verlustbringer schließlich 2003 abstieß – für einen Euro an den ehemaligen Metro-Finanzvorstand Siegfried Kaske. Der ist heute unter anderem Aufsichtsratsvorsitzender der Maxdata AG, die eine zeitlang Teil des Vobis-Konzerns gewesen war.
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