Expertenrunde bei IT-BUSINESS deckt Chancen und Probleme auf

Virtualisierung – ein Wachstums-Markt sucht Spezialisten

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Zu wenig Know-how

Gründe, die für die Virtualisierung sprechen, gibt es genug, da ist sich die Expertenrunde einig. „Doch, gibt es auch Probleme bei der Umsetzung der Virtualisierungs-Projekte durch die Partner?“, hakt Regina Böckle nach.

„Das Problem ist das fehlende Know-how“, so Jens Lübben, Director Sales bei Citrix. „Partner, die Virtualisierungs-Lösungen anbieten, müssen sich schulen lassen um zu lernen, was dazu gehört, wie eine Infrastruktur auszusehen hat, und welche Randthemen dazu gehören“, ergänzt Schillings. „Wichtig ist, dass genügend Trainigs-Angebote verfügbar sind“, ergänzt Andreas Heberger, Infrastructure Group Manager für Business Group Server & Tools bei Microsoft. „Der Kunde legt Wert darauf, dass die Anwendung supportet wird. Außerdem fehlen die Best Practises, damit der Kunde ohne Training die Möglichkeit hat, Schritt für Schritt das Programm durchzuklicken“, so Günther. Er sieht das Problem aber noch weitläufiger: „Hat der Kunde ein Problem, müssen Sie jemanden zum Kunden schicken, der sich mit Storage, mit Betriebssystemen sowie Datenbanken und mit SAP auskennt. Haben sie so einen Experten, muss der Kunde wieder hohe Tagessätze bezahlen. Ich kann nicht vier verschiede Fachkräfte zum Kunden schicken, um nur ein Problem zu lösen.“ Auf dem Markt fehlen offenbar Fachkräfte, die über alles Bescheid wissen, oder das Problem eingrenzen können.

Kunden investieren

Angesichts der angespannten wirtschaftlichen Situation machen sich Finanzierungsengpässe auf Kundenseite auch bei der Virtualisierung bemerkbar. „Wir bieten eine eigene Finanzierungslösung an, die gerade in den letzten Monaten sehr gefragt ist“, so Heberger. Auch Paul Mathes, Business Development Manager bei Tech Data / Azlan, stellt finanzielle Hilfe in Aussicht: „Wir helfen hier mit einer ganzen Reihe an Finanzierungsangeboten weiter. Wichtig ist aber, dass der Partner uns frühzeitig über mögliche Engpässe informiert, dann lässt sich fast immer eine Lösung finden.“ Lübben sieht derzeit keine Finanzprobleme beim Kunden: „Der Kunde verfügt über finanzielle Mittel, aber er gibt es gerade in diesen Zeiten nicht aus, nur um etwas auszuprobieren.“

Lizenzierung ungelöst

Ein konkretes Modell, wie sich Virtualisierung auch Herstellerübergreifend umsetzen lässt, fehlt aber noch. Aus VMware-Sicht geht es um die Lizenzierung von Hypervisors und Management-Tools: „Da haben wir ein Lizenzierungssystem, bei dem die Lizenzen anhand der Anzahl der CPUs pro Host berechnet werden“, erklärt Manfred Schulz, Director Systems Engineering EMEA Central Region bei VMware.

Dominik Egert, Leiter der Technik und Entwicklung bei Killus Computersysteme, will dagegen das Thema umfassender gelöst wissen: „Lizenzierung sollte eigentlich in die Richtung gehen, wie Zertifikate heute gehandhabt werden.“ Fritz Schmidt-Staylears, Sales Manager Enterprise Partner Central Europe bei Parallels, führt hier die Vorteile des eigenen Modells ins Feld: „Wir haben eine recht einfache Lizenzierung. Entweder berechnen sich diese pro Sockel oder im Desktop-Bereich pro User.“ „Lizenzierung bei Microsoft ist ähnlich einfach gelöst: Hyper-V ist bei Windows-Server bereits kostenlos dabei und die Verwaltung der Umgebung kann einfach pro Host lizenziert werden“, erklärt Heberger.

Welche Gefahren in der Cloud liegen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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