Natürliche Grenzen des Vibe Codings
Vibe Coding versus Software-Architektur: ein Realitätscheck

Von Dr. Stefan Riedl 11 min Lesedauer

Während „Vibe Coding“ Softwareentwicklung auf Zuruf verspricht, führen rein KI-generierte Code-Berge zu hausgemachten Problemen bei Wartbarkeit und Stabilität. Low-Code verspricht hingegen geordnete Strukturen. Die Kombination beider Welten ist vielversprechend.

Auch Vibe-Coding stößt irgendwann an seine Grenzen.(Bild:  Midjourney / KI-generiert)
Auch Vibe-Coding stößt irgendwann an seine Grenzen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)

Wer heute professionell Software-Code liefert, steht im Zentrum eines paradoxen Wandels: In der täglichen Praxis ist die KI längst zum mächtigen Effizienz-Turbo für die Code-Generierung avanciert und als Werkzeug kaum mehr wegzudenken. Doch während Entwickler die neue Produktivität feiern, dominiert auf dem Börsenparkett ein bedrohliches Narrativ: „KI frisst Software“. Für die Branche bedeutet das einen harten Spagat zwischen maximalem technischem Nutzen und der existenziellen Frage, was Software in einer KI-getriebenen Zukunft überhaupt noch wert ist.

Open-Source-ERP auf Low-Code-Basis

Klaus Röder, geschäftsführender Gesellschafter bei Novabit Informationssysteme kennt sich mit diesen Fragestellungen aus, denn das Geschäftsmodell seines Unternehmens dreht sich um das Open-Source-ERP-System Nuclos, welches auf Basis der hauseigenen Low-Code-Plattform für individuelle Unternehmenssoftware entwickelt und betrieben wird. Die Frage, wie komplexe Geschäftsprozesse verbessert werden können, steht dabei im Mittelpunkt und die eigenen Geschäftsprozesse bleiben von der KI freilich nicht unberührt. Im Gegenteil: „Der Einsatz von KI ist für uns Teil des Alltags; unser Team nutzt KI vor allem unterstützend bei Entwicklungsaufgaben mit geringer Komplexität und hohem Aufwand“, so Röder. Gleichzeitig sieht man bei Novabit aber auch sehr klar die Grenzen dieser Systeme.