Nachhaltigkeit im Unternehmen zu managen, betrifft alle Abteilungen und beinhaltet mehr als nur das Thema Umwelt. Folglich kommt es zu einer Datenflut, der es Herr zu werden gilt. Es braucht Beratung, Unterstützung und die passende Software.
Materna und Verso besiegelten im März 2023 ihre Partnerschaft (v. l.): Andreas Maslo (CEO Verso), Matthis Berghoff (Digital Strategy Consultant Materna), Alexander Penitsch (COO Verso), Dinah Erdmann (Vice President Materna), Nuvia Maslo (CCO Verso), Martin Wibbe (CEO Materna).
(Bild: Verso/Materna)
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), eine EU-weite Richtlinie, verpflichtet größere und mittelständische Unternehmen zu einem Nachhaltigkeitsbericht. Und dieser beinhaltet weit mehr als nur das Thema Umwelt. Das bedeutet, Daten, Daten und noch mehr Daten müssen gesammelt, geordnet, zusammengefasst und interpretiert werden. Beratung kann ebenso helfen wie eine entsprechende ESG-Software. Diese gibt's unter anderem von Verso. Der Münchener ESG-Software-Spezialist agiert bereits seit 2010 auf dem Markt und ist mit der Thematik vertraut. Erst Anfang Juni dieses Jahres schloss sich Verso mit Sustainabill und der Silvester Group zusammen und erweiterte damit die Expertise.
Ordnung zahlt sich aus
Die B2B Software as a Service Lösung soll insbesondere mittelständische Unternehmen dabei unterstützen, ihr Nachhaltigkeitsmanagement in den Griff zu kriegen. Daten hochladen, Deadlines setzen, kollaborativ arbeiten – das alles sei damit möglich. „Ich kann Kennzahlen im System visualisieren und Kapiteln zuordnen, Dashboards ableiten oder den Projektverlauf sehen. Ich habe eine andere Datenkonsolidierung“, erläutert Andreas Maslo, CEO des ESG-Software-Anbieters Verso, einige Funktionen. Den Bericht könne man direkt im Tool schreiben und bei Fragen Hilfestellung erhalten. Die Software biete auch Automatisierung. Für den weiteren Ausbau sind die ersten Machine-Learning-Entwickler im Team.
Für Maslo ist klar: Wer einmal einen ordentlichen Nachhaltigkeitsbericht auf die Beine stellt, hat es beim nächsten leichter. „Ich habe schon eine gewisse Qualität der Daten, aggregiert in einem Dashboard“, begründet der Verso-Chef. Es bleibe Raum für Ideen. Der Bericht wird zum Nebenthema. „Die Erfüllung der Regulatorik ist die Basis und dann geht es in die nachhaltige Transformation“, erklärt Maslo. Trotz Herausforderungen schätzt der Verso-Chef die künftige Regelung. Sie bringe feste Standards und Vergleichbarkeit.
Andreas Maslo, CEO bei Verso.
(Bild: Verso)
Wirtschaft im Wandel
Wie es bei der Digitalisierung der Fall war, packen Unternehmen nun die nachhaltige Transformation an. Dabei zielen Digitalisierung und Nachhaltigkeit in dieselbe Richtung. Denn um nachhaltiger zu werden, kommen oft Konzepte aus dem Internet der Dinge (IoT) zum Einsatz, wie etwa Smart Buildings, Smart Production oder Smart Logistics, um den Energie- und Ressourcenverbrauch zu senken. „Nachhaltigkeit wird durch die Digitalisierung zusätzlich befeuert“, erklärt Maslo. „Die Wirtschaft wird einmal umgebaut. Sie kommt in einen kompletten Paradigmenwechsel“, fügt er zudem hinzu. Der Ansicht, Nachhaltigkeit sei nur ein Kostentreiber, entgegnet er: „Wenn ich Nachhaltigkeit richtig umsetze, bringt das mein EBIT nach oben, ich kriege bessere Börsenpreise, Bewertungen, Zinssätze bei Banken und vieles mehr.“ Auch bei der Arbeitnehmerattraktivität spiele das eine Rolle.
Es ist an der Zeit loszulegen. Alle die jetzt anfangen, sichern sich einen elementaren Wettbewerbsvorteil.
Andreas Maslo, CEO bei Verso
„Wir denken schon immer in Partnerschaften“, erklärt der Verso-Chef zudem. Der Anbieter handle im Sinne der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung, die auch globale Partnerschaften beinhalten. Verso-Partner müssten eine gewisse Expertise mitbringen, Zusammenhänge verstehen sowohl datentechnisch als auch inhaltlich. Unter anderen arbeitet der Anbieter mit der Deutschen Telekom zusammen. Auch Materna ist ein Dienstleister, mit dem der Anbieter kooperiert. Und neue Partnerschaften würden sich bereits abzeichnen, verriet Maslo.
17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung
Ob Energie- oder Ressourceneffizienz, faire Arbeitsbedingungen oder Gleichberechtigung: diese Punkte betreffen jede Branche, auch die IT. Daher gibt es hier Unternehmen, die sich nach den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung richten. Der Anbieter Verso und Materna handeln nach eigenen Angaben in deren Sinne. Doch was sind diese Ziele genau? Ausgangspunkt ist die Agenda 2030, die am 25. September 2015 verabschiedet wurde. 193 Staats- und Regierungschefs verpflichten sich damit, bis 2030 allen Menschen ein Leben in Würde und die Zukunft der Erde zu sichern. Die 17 Ziele, welche die Bereiche Umwelt, Soziales und Wirtschaft umfassen, zeigen den Weg zu dieser Wunschentwicklung auf. Die Kernbotschaften sind: Die Würde des Menschen steht im Mittelpunkt, der Planet ist zu schützen, Wohlstand für alle und Frieden sollen gefördert sowie weltweite Partnerschaften aufgebaut werden. Um das zu bewerkstelligen, hat die Bundesregierung 2016 zudem die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie beschlossen. Darin sind die Beiträge aufgeführt, die Deutschland für die Erfüllung der nachhaltigen Entwicklungsziele leisten kann.
Materna als technologischer Partner
Schon bevor sie regulatorisch dazu verpflichtet waren, haben Konzerne damit begonnen, ihr soziales und ökologisches Engagement in Berichten zu dokumentieren und anhand von Daten zu belegen. Sie versprechen sich davon positive Effekte in puncto Image, Börsenwert, Rating und Attraktivität als Arbeitgeber. Folglich befassen sich bislang vor allem größere IT-Dienstleister, die das Enterprise-Segment bedienen, mit dem Themenkomplex. Sie beraten Kunden bei der Konzeption einer Nachhaltigkeitsstrategie, helfen ihnen bei der Auswahl geeigneter Technologien und unterstützen sie bei der Umsetzung. Einer dieser Dienstleister ist die Materna Gruppe.
Das Unternehmen kooperiert hier mit Verso. Materna ist mit rund 3.500 Mitarbeitenden einer der größten deutschen IT-Dienstleister in Familienbesitz. „Mit Verso, sie kennen die Regularien gut, und unserer Technologie-Expertise können wir eine ganzheitliche Beratung anbieten“, erklärt Martin Wibbe, CEO bei Materna. Die Gruppe setzt aber nicht nur Verso sondern auch Produkte von SAP, Microsoft und AWS ein. „Wir wollen nachhaltige Transformationsprojekte begleiten, unabhängig vom Technologieanbieter“, erläutert Wibbe. Daneben hat Materna Mitarbeitende, die die Geschäftsprozesse einzelner Branchen verstehen, um Kunden beraten zu können.
Martin Wibbe, CEO der Materna Gruppe.
(Bild: Materna)
Nachhaltigkeit und Digitalisierung
Nachhaltigkeit wird dringlicher. Davon ist der CEO überzeugt. Ebenso vom Wandel, von einer digitalen hin zu einer nachhaltigen Transformation: „Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind nicht gegenläufig, sondern gehen in dieselbe Richtung.“ Denn Nachhaltigkeitsmanagement ist im Kern eine digitale Disziplin. Ihre Vorreiter sind große Organisationen. Die Regularien würden das Thema enger ziehen, was der Materna-Chef für einen wenig guten Einstieg hält. „Wenn jemand nur einen Bericht schreibt, um einer Pflicht Sorge zu tragen, ist das meist mit wenig Leidenschaft und Inhalten getan.“ Wichtiger sei es, die Chancen von CSR zu erkennen und als Basis zu nutzen.
Stand: 08.12.2025
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Leistungen und Kompetenzen
Viele Unternehmen stehen aktuell vor der Herausforderung, ihre Daten in einem Nachhaltigkeitsbericht zusammenzufassen. „Die Umsetzungsherausforderung, das erledigen wir. Wenn es um einen Bericht geht, geht es auch darum, seine Daten aktuell zu halten. Das erfolgt über Schnittstellen, Data Governance und Data Expertise.“ Diese Vorzüge bietet Materna: Kompetenzen bei Plattformaufbau, Datensammlung, Schnittstellenprogrammierung zudem Edge- und IoT-Kenntnisse. „Wir vermitteln diese Expertise und finden Lösungen“, so Wibbe.
Nachhaltig wirtschaften, damit sei Materna seit über 40 Jahren vertraut. Zwar habe das Unternehmen noch keinen Bericht erstellt, arbeite aber daran und hat die Nachhaltigkeitsmanagerin Maja Völkl eingestellt. Das Familienunternehmen sei mit seinen Aktivitäten gut aufgestellt. Doch erst der Bericht verdeutliche die Erfolge in puncto Nachhaltigkeit. „Unsere CO2-Bilanz haben wir schon erstellt und wissen, wo die Hebel sind.“
Wie Verso handelt auch der IT-Dienstleister im Sinne der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung. Der IT-Dienstleister hat sich hier sechs ausgesucht, die verstärkt vorangetrieben werden sollen:
Hochwertige Bildung
Geschlechtergleichheit
Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
Industrie, Innovation und Infrastruktur
Nachhaltige Städte und Gemeinden
Maßnahmen zum Klimaschutz.
Man habe laut Wibbe diese Ziele ausgewählt, da sie am besten zum Unternehmen passen. Diese Ziele zu erreichen und diesbezügliche Maßnahmen zu finden, wird künftig im Aufgabenbereich von Völkl liegen.