Virtuelle Zusammenarbeit wird im kommenden Jahr zur digitalisierten Office-Welt – doch es geht nichts ohne Security und Nachhaltigkeit. Diese und weitere IT-Trends für 2022 stellen die Spezialisten des Netzwerkherstellers Cisco vor.
Die Zukunft der Arbeit ist vielfältig.
(Bild: VectorMine - stock.adobe.com)
Das vergangene Jahr war von immensen Herausforderungen geprägt: Pandemie, Klimaschutz, ausbleibende Lieferungen, Fachkräftemangel und der Übergang in eine hybride Arbeitswelt. Gleichzeitig haben sich für Unternehmen zahlreiche Chancen eröffnet, ihre Geschäftsmodelle nachhaltig weiterzuentwickeln. Die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Das spiegelt sich auch im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung wider.
Die aktuelle Cisco-Studie „Future of Technology“ hat die IT-Trends des kommenden Jahres identifiziert. Dafür wurden knapp 40.000 CIOs, IT-Entscheider und Mitarbeiter von Unternehmen in 34 globalen Märkten befragt.
Trend Nummer 1: Hybrid Work erreicht das nächste Level
Spätestens seit der Pandemie ist klar: Hybrid Work ist keine Modeerscheinung, sondern hat sich in der Arbeitswelt fest etabliert. Sofern nicht bereits passiert, müssen Unternehmen sich dringend damit auseinandersetzen, schließlich wünschen sich dem Global Cisco Hybrid Work Index zufolge weltweit zwei Drittel die Homeoffice-Möglichkeit, sonst erwägen sie die Kündigung. Eine klare Ansage der Arbeitnehmer, die zeigt: Unternehmen müssen ortsunabhängige Zusammenarbeit nicht nur ermöglichen, sondern stärken und das am besten mit nutzerfreundlichen Collaboration-Tools.
Während die Homeoffice-Möglichkeiten weiter ausgebaut werden, müssen sich auch die klassischen Büros neu erfinden. Der Trend entwickelt sich hin zu Shared Desks, komfortablen Begegnungsflächen und sogenannten „Huddled Spaces“, also kleinen Besprechungsräumen. Hier dürfen kreative, technische Anreize für das digitale Rundum-Erlebnis, wie hochwertige Videotelefonie, interaktive digitale Whiteboards, moderne Headsets sowie andere multifunktionale Hard- und Software nicht fehlen. Den Wechsel zwischen Arbeitsorten vereinfachen zusätzlich mobile Geräte.
Auch der Wunsch der Arbeitnehmer nach einer gesunden Work-Life-Balance wächst. Deutsche Unternehmen haben im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf darin, geeignete Modelle anzubieten (61 zu 77 Prozent). Helfen können smarte Applikationen, die Einblicke in Arbeitszeitmuster und persönliche Ziele geben, um Überlastung zu vermeiden.
Kurzum: Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern sowohl bei der Wahl ihres Arbeitsortes als auch ihrer Arbeitsweise ein Mitspracherecht einräumen und mit modernen Technologien Produktivität und Zufriedenheit ermöglichen.
Trend Nummer 2: Konnektivität für alle mit 5G und WiFi 6
Unbedingt erforderlich sind Investitionen in Konnektivität. Die Pandemie hat die Schwächen aufgedeckt: Weltweit hatten mehr als die Hälfte der von Cisco befragten Unternehmen in den vergangenen 18 Monaten Probleme damit, ihre Teams zu vernetzen. Ein weitreichendes Problem, denn 82 Prozent sind der Meinung, dass Konnektivität entscheidend dafür ist, dass alle Menschen den gleichen Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildung und Gesundheitsversorgung haben.
Moderne Netzwerke, die das volle Potenzial von 5G und WiFi 6 nutzen, werden zukünftig der Turbo für die hybride Arbeitswelt, das Internet of Things und datengestüzte, digitalisierte Geschäftsmodelle sein. Bis dahin muss jedoch noch einiges passieren: Ein Großteil der Unternehmen will innerhalb der nächsten zwei Jahre in privates 5G sowie WiFi 6 investieren. Tatsächlich umgesetzt haben dies bisher nur wenige.
Dabei sind das Investitionen, die sich auf ganzer Linie auszahlen, zumal ganze 88 Prozent angeben, dass ihr Lebensunterhalt in erster Linie von einem zuverlässigen Internetzugang abhängt.
Trend Nummer 3: Anwendungs-Welten geschützt erleben
In einer App-gesteuerten Welt ist das Anwendungs-Erlebnis für die Nutzer der Maßstab für den Erfolg eines Unternehmens – darin sind sich 78 Prozent der weltweit Befragten einig. Doch wie können Unternehmen ihre Applikationen bestmöglich weiterentwickeln?
Auf dem Vormarsch sind Automatisierung und KI. Diese erleichtern ganze Prozessketten und führen insbesondere bei Anwendungen zu einem angenehmen Nutzererlebnis. Parallel sollte auch ein starker Fokus auf eine schnellere Reaktionszeit gelegt werden, da fast alle Befragten es wichtig finden, ohne Probleme auf täglich genutzte Apps zugreifen zu können.
Daneben stellt gleichermaßen der sichere Zugang einen unabdingbaren Schwerpunkt dar. Immerhin 86 Prozent erwägen eine SASE-Lösung (Secure Access Service Edge), haben sich dafür entschieden oder sie bereits eingeführt.
Trend Nummer 4: Ohne Nachhaltigkeit keine Zukunft
Klimaschutz ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Mit Nachhaltigkeit erfüllen Unternehmen nicht nur aktuelle Anforderungen von Kunden und Mitarbeitern, sondern auch die künftiger Generationen. Digitalisierung, Konnektivität und Hybrid Work sind dabei nicht nur mögliche Treiber für nachhaltige Konzepte, sondern bedingen einander.
Stand: 08.12.2025
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Gerade in der IT ist Nachhaltigkeit ein Faktor, der beinahe automatisch von Innovationen begünstigt wird. Im kommenden Jahr sollten Unternehmen deshalb ihren Fokus besonders auf die Entwicklung langlebiger Produkte mit geringem Energieverbrauch richten. Auch neue Nutzungsmodelle wie Hardware as a Service werden durch ihre zahlreichen Vorteile einen Aufschwung erleben.
Die Umwelt profitiert auch von Hybrid Work: Moderne Kollaborationstechnologien sparen Unternehmen Zeit, Geld und Emissionen für Geschäftsreisen. Denn damit sind leistungsstarke, skalierbare Hybrid-Events für Zielgruppen jeder Größe realisierbar, die sogar mehr können als Live-Treffen – etwa Simultan-Dolmetschen.
Anton Döschl, Architecture Lead Collaboration bei Cisco Deutschland
(Bild: Cisco)
Fazit: Innovativ, individuell, gemeinsam
Unsere Welt ist im Umbruch, und nicht nur das Berufsleben wird hybrid. Unternehmen, die erfolgreich ortsunabhängig zusammenarbeiten wollen, sollten ihre Chance auf digitale Transformationen jetzt ergreifen und entlang aktueller Technologie-Trends eine individuelle Strategie entwickeln – aber bitte nachhaltig! User erwarten außerdem stetig neue, bessere Funktionen, um vollständig in digitale Erlebniswelten einzutauchen.