Auswirkungen der Intel-SCM-Einstellung VAST Data erwartet keine negativen Folgen des Optane-Endes

Von Martin Hensel

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Ende Juli hat Intel das Ende seines Optane-Angebots an Storage Class Memory (SCM) verkündet. Storage-Anbieter VAST Data hat die Technik für seine Universal-Storage-Architektur verwendet, sieht aber angesichts verfügbarer Alternativen das Aus von Optane nicht als Problem.

Das Optane-Ende macht VAST Data keine Sorgen.
Das Optane-Ende macht VAST Data keine Sorgen.
(Bild: Intel)

VAST Data setzt künftig auf die Produkte anderer Anbieter: „Seit Intel SCM eingeführt hat, gab es viele Alternativen von Anbietern wie Samsung und Kioxia. Daher haben wir vor über einem Jahr beschlossen, für Universal Storage eine Multi-Source-Lieferkette zu implementieren“, erklärt CMO und Mitgründer Jeff Denworth. Diese anderen Lieferanten würden auf konventionelle Flash-Lieferketten und Fertigungsprozesse zurückgreifen. Somit können sie laut Denworth Skaleneffekte bei der Herstellung von Flash-basiertem SCM nutzen.

Der Storage-Anbieter verfolgt grundsätzlich eine Dual-Vendor-Strategie hinsichtlich seiner Supply-Chain. Diese Strategie habe sich während der Engpässe in der Lieferkette in den vergangenen 18 Monaten als entscheidend erwiesen und sei auch für das Überleben bestimmter Herstellerentscheidungen wichtig, wie sie jetzt bei Intel auftreten. „VAST Data verfügt über eine garantierte Lieferkette von Alternativen, die eine gleichwertige Stabilität und Leistungsmerkmale wie Intel Optane aufweisen. Aus Sicht der Anwender wird es keinen Unterschied in der Leistung des Systems geben“, ist sich Denworth sicher. Zudem erwarte man keine Unterbrechung in der Lieferfähigkeit der Universal-Storage-Produkte. Es werde sich, kurz gesagt, nichts ändern.

Verlustträchtige Entscheidung

Ende Juli hatte Intel-CEO Pat Gelsinger im Zuge der Bekanntgabe der Quartalszahlen auch die vollständige Einstellung des Optane-Geschäfts verkündet. Ursprünglich wollte Intel damit eine Speicherlösung etablieren, die nur wenig langsamer als RAM-Module arbeitet, aber Vorzüge wie zum Beispiel Langlebigkeit und hohe IOPS bietet.

Die jetzt getroffene Entscheidung kam zwar unerwartet, ist aber nur wenig überraschend, nachdem Intel bereits 2018 ein entsprechendes Joint Venture mit Micron aufgelöst und die Fabrik zur Herstellung der verbauten 3D-XPoint-Speicherchips verkauft hatte. Micron selbst stieg im März 2021 aus der 3D-XPoint-Fertigung aus. Branchenquellen gehen davon aus, dass Intel durch die Entscheidung auf einem 3D-XPoint-Bestand sitzenbleibt, der für rund zwei Jahre ausreichen würde. Intel selbst beziffert den Verlust durch die Optane-Einstellung auf über eine halbe Milliarde US-Dollar.

Rückblickend konnten die Optane-Produkte nicht auf ganzer Linie überzeugen. Vor allem in Sachen Kapazität und Geschwindigkeit trafen sie auf starke Konkurrenz, zudem war ihre Anschaffung teuer. Die extrem hohe IOPS-Leistung machte Optane allerdings zu einer guten Wahl für latenzsensitive Anwendungen. Intel selbst nannte zudem den sich abzeichnenden Umstieg der Branche auf CXL-basierte („Compute Express Link“) Architekturen als Grund für den Optane-Ausstieg. Diesen auf PCIe basierenden Standard hat der Chipfertiger federführend entwickelt und wird künftig entsprechend ausgestattete Produkte anbieten.

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