Ein Reisebericht von den Anfängen bis heute Value Added Distributor DNS feiert 20-jähriges Jubiläum

Redakteur: Regina Böckle

Binnen 20 Jahren hat sich der Fürstenfeldbrucker Value Added Distributor DNS vom Netwerkspezialisten zum Infrastruktur-Anbieter entwickelt. Der bewegte Lebenslauf des Unternehmens spiegelt auch die großen Umbrüche in der IT-Distribution wieder. Hier ein Überblick über die wichtigsten Stationen.

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20 Jahre in der IT entsprechen mindestens 50 Jahre in anderen Branchen – davon sind viele in der IT-Branche überzeugt. Denn so schnell wie hier ändere sich andernorts kaum etwas. Entsprechend bewegt ist der Reisebericht des Value Added Distributors DNS, der am 6. Oktober 2008 sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Im DNS-Gründungsjahr 1988 steckte der IT-Fachhandel in den Kinderschuhen und das World Wide Web war noch eher eine Idee als Teil des Alltags – zumal die Branche noch gut damit zu tun hatte, die Rechner innerhalb der Unternehmen zu vernetzen.

Gründung im Grünen

DNS-Firmengründer und heutiger Vorstand Manfred Moullion war Anfang 1988 aus einem Software-Entwicklungsunternehmen in die Distribution zu Computer 2000 gewechselt, um die Leitung der Business Unit »Netzwerke« zu übernehmen. »Mein ehemaliger Kollege Werner Hollik lud mich in dieser Zeit zu einem Biergartenbesuch ein. Er wollte mir von einer geplanten Neugründung erzählen«, berichtet Moullion rückblickend. Mit dabei war auch einer der Hauptinitiatoren für die DNS-Firmengründung: Helmut Schmitt. »Das Treffen mit den beiden bei einem Weißbier war sehr angenehm und es hat – wie man heute sieht - meine vorhandenen Instinkte, in ein neues Unternehmen zu investieren und durch Mitarbeit zum gemeinsamen Erfolg beizutragen erfolgreich angesprochen«, merkt Moullion schmunzelnd an.

Schnell wird die Idee zum Programm. Am 6. Oktober 1988 ist es soweit und die DNS wird gegründet. Manfred Moullion bleibt noch bis Ende 1988 bei Computer 2000 und verbringt jede freie Minute im neuen Unternehmen in Olching in der Hauptstraße 22 genau gegenüber vom Metzgerwirt. Das Büro ist eine Dreizimmer-Wohnung, das Badezimmer wird zum Lager umfunktioniert.

Mehrwert aus dem Badezimmer

DNS steht seither für »Digital Network Services«. Wir starteten mit gerade mal sieben Mitarbeitern, legten aber von Anfang an Wert darauf, die verschiedenen Funktionen innerhalb der Firma zu besetzen: Helmut Schmitt die Geschäftsleitung, Werner Hollik den Vertrieb, auch Marketing Communications wurde besetzt. Ich war verantwortlich für das Product Management und den Support. Der Verkauf begann im Badezimmer«, berichtet Moullion. Bei der Auslieferung packte jeder mit an, um die Ware aus der Badewanne versandfertig zu machen. »Unser Ziel war, in ferner Zukunft mal 100 Millionen Mark Umsatz zu machen,« erinnert sich der DNS-Vorstand und schmunzelt: »Wir haben sehr viel gearbeitet. Aber wir hatten auch jede Menge Spaß.«

Durchbruch mit WD und Sun

Einer der ersten Herstellerpartner war Western Digital. Deren 8-bit Ethernet-Karten kosteten damals 230 US-Dollar, für den Distributor fielen dreißig Prozent Marge ab. Als Newcomer im Distributionsmarkt umwarb DNS die Fachhandelspartner zunächst mit mehr Kompetenz bei Netzwerkprotokollen wie beispielsweise TCP/IP. Damals noch ein Novum sollte dieses Protokoll später die Basis für das Internet werden. Über diesen Fokus gelang der Kontakt zu Sun Microsystems. Denn Suns »PC-NFS« ergänzte den von Western Digital zu den Ethernet-Karten mitgelieferte TCP/IP-Treiber ideal. Mit Sun „PC-NFS“ schaffte DNS gleich im ersten halben Jahr etwa das Fünffache des mit Sun geplanten Umsatzes und ebnet sich so den Weg beim Hersteller für ein größeres Produktspektrum.

Dann ging es in schnellen Schritten voran. »Im zweiten Halbjahr 1989 benötigten wir mehr Kapital, um unser Wachstum zu finanzieren. Da passte es gut, dass der weltweit zweitgrößte Distributor, die amerikanische Softsel, zu der Zeit auf Einkaufstour in Europa war«, erzählt Moullion. Die Folge: Ende 1989 firmiert DNS zu DNS-Softsel um. Mit hoher Schlagzahl wurden Produktsortiment und Mitarbeiterstamm erhöht. Es folgte der Umzug in ein größeres Büro nach Olching. »In dieser rasanten Wachstumsphase waren wir trotzdem immer auf unsere Wurzeln bedacht: unser Geschäftsmodell der Value Added Distribution«, betont Moullion.

Keine einfache Aufgabe, denn Softsel, das seinen Namen mittlerweile in Merisel geändert hatte, begann sich fast ausschließlich um die Broadline-Distribution zu kümmern und Margen und Kosten nach unten zu ziehen. »Das war für uns eine ziemliche Herausforderung. Die gute Zusammenarbeit mit unseren Herstellern, insbesondere Sun Microsystems, half uns über manche Schwierigkeit hinweg«, so der DNS-Vorstand.

Die wechselvolle Geschichte von 1996 bis heute lesen Sie auf der folgenden Seite.

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