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„Wir sind entsetzt und stinksauer“
Der ehemalige Tiscon-Vorstand und COS-Chef Michael Krings zeigte sich entsetzt über das Gebahren der neuen Eigner: „Ich bin ebenso wie die Kollegen von Arques und COS mehr als enttäuscht und sauer, dass der neue Investor in dieser Art und Weise vertragsbrüchig geworden ist und seinen zugesagten Verpflichtungen nicht nachkommt. Die neuen Eigner haben ein unglaubliches Chaos angerichtet. Keiner kann momentan sagen, was sie eigentlich genau vorhaben und was die Gründe für dieses Verhalten sind.“ Aus Sicht von Krings müsse diese völlig unvorhergesehene Wendung keineswegs das Aus für COS bedeuten, angesichts der engagierten Mitarbeiter und der guten Reputation am Markt.
Ursache für den Insolvenzantrag sei die mangelnde Liquidität, es gebe keine Überschuldung. Die Lieferfähigkeit war jedoch angesichts dieser Liquiditätsengpässe in den vergangenen Monaten stark beeinträchtigt. Die neuen Eigner hatten sich verpflichtet, dieses Manko zu beheben. Als sich vergangene Woche offenbar abzeichnete, dass die neuen Eigner dieser Verantwortung offenbar nicht nachkommen würden, musste Jochen Strack wohl die Reißleine ziehen und den Gang zum Insolvenzgericht antreten.
Die anderen Tiscon-Gesellschaften, zum Beispiel Chikara, Topedo und Avitos, sind nach Informationen von IT-BUSINESS nicht betroffen.
Für die Gläubiger
Die Insolvenzverfahren für die beiden Gesellschaften werden beim zuständigen Insolvenzgericht in Gießen getrennt geführt. Der vorläufige Insolvenzverwalter für die COS Distribution AG ist Rechtsanwalt Ralf Diehl, der Insolvenzspezialist der Kanzlei Völpel, Diehl, Schneider, Gliese, Hauk in Gießen. Das Aktenzeichen lautet 6 IN 181/09.
Bei der E-Logistics GmbH wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter Rechtsanwalt und Notar Bernd Völpel von der gleichen Kanzlei bestimmt. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 6 IN 182/09 geführt.
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