Ideenreich, vielschichtig und hochmotiviert zeigten sich die Teilnehmerinnen des FIT-Kongresses 2023 in Augsburg. In Keynotes, Podiumsdiskussionen und Workshops sind sie der Frage nachgegangen, wie der Generationswechsel in den unterschiedlichen Bereichen unserer Wirtschaft und Gesellschaft aussehen könnte.
Beim FIT-Kongress 2023 wurden herausragende Frauen aus der IT – und erstmalig auch aus dem Public Sector sowie dem Healthcare-Bereich mit den WIN-Awards 2023 ausgezeichnet.
(Bild: www.hamann.photo)
„Frauen sind es gewohnt, mit schwierigen Situationen umzugehen“, zeigt sich Sarna Röser, Unternehmerin, Beirätin, Aufsichtsrätin und Autorin überzeugt. Was macht die junge Generation anders, um auch für Herausforderungen, die sich im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) ergeben, gerüstet zu sein? Welche Skills und Fähigkeiten weibliche Fach- und Führungskräfte in der IT benötigen, um sich im multiperspektivischen Generationenwechsel behaupten zu können, gehörte zu den Hauptthemen des diesjährigen FIT-Kongresses. Im Augsburger Hotel Maximilian's haben sich rund 200 Teilnehmerinnen aus IT, eHealth und eGovernment zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie zum Netzwerken getroffen. Dabei stand der 6. FIT-Kongress unter dem Motto: Women – Get ready for the Next Gen Business!
FIT-Kongress 2023: Ready for the next GEN BUSINESS
Und dass viele Frauen bereit sind für den Generationenwechsel, hat Sarna Röser in ihrer Opening-Keynote eindrücklich unter Beweis gestellt. Sie ist nicht nur der Frage nachgegangen, in welchem Deutschland wir leben wollen. Vielmehr hat sie zur Sprache gebracht, dass derzeit die am besten ausgebildeten Frauen am Start sind, die Lust darauf haben, ein Unternehmen zu führen. Dass diese neue Generation weiblicher Fachkräfte anders ticken als die Elterngeneration, sei ebenso klar wie erforderlich. Schließlich müssten sie heute ein System managen, das geprägt ist durch krasse Hierarchien, tradierte Rollenmodelle und multiple Krisen. Die meisten Unternehmen seien heute noch fest in Männerhand und bei rund der Hälfte der Firmen fehle eine geeignete Nachfolge. Kein Wunder also, dass die junge Unternehmerin ein Umdenken fordert. Sie ist der Ansicht, dass Deutschland pragmatische Lösungen braucht und mehr weibliche Vorbilder in IT und Digitalisierung. Frauen sollten mehr Präsenz zeigen und politisches Engagement an den Tag legen.
Generationenwechsel
Dem Thema Generationenwechsel aus unterschiedlichen Perspektiven widmeten sich auch die Sprecherinnen der Panel-Diskussion. Schnell wurde bei der Podiumsdiskussion klar, dass künftige Geschäftsmodelle unbedingt Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz einbeziehen müssten. So stellte die Moderatorin, Nicole Dufft, Mitgründerin und Partnerin, fibonacci & friends unter anderem die Frage in den Raum, welche Rolle KI künftig spielen werde. Für Anela Boese, Managing Director, Partner Avvale Forward, geht es aber nicht darum, dass KI menschliche Arbeit mal ersetzen werde. Vielmehr müsse man sich darauf konzentrieren, wie diese Technologie dabei helfen könne, Prozesse zu optimieren, um neue datengetriebene Wertschöpfungsmodelle zu generieren.
Nicht außer Acht lassen dürfe man dabei aber die IT-Sicherheit, zeigte sich die IT-Forensikerin Silvana Bruno überzeugt. Künstliche Intelligenz und die Prävention von Cyberkriminalität seien eng miteinander verwobene Themen.
Für einen gelungenen Generationswechsel steht nicht zuletzt Ramona Schumann ein. Sie unterstützt als Bürgermeisterin das Projekt „Strahlemann Talent Company“ an der Ernst-Reuter-Schule der Stadt Pattensen. Es soll Jugendlichen etwa über Workshops und Infoveranstaltungen bessere Berufsperspektiven eröffnen.
NextGen Transformation
Inspirierend für junge Frauen dürfte nicht nur ihr Lebensweg, sondern auch ihre Leistungen und ihr Engagement sein. Stefanie Kemp hat es als ehemalige Kinderkrankenschwester zur CTO der Sana-Kliniken geschafft. In ihrem Vortrag zur „Get Ready für the NextGen eHealth“ nimmt sie die Zuhörerinnen mit auf die Reise zu den vielen Herausforderungen, die die Digitalisierung des Gesundheitswesens mit sich bringt und welche Lösungswege sie für die Sana-Klinken sieht.
Ebenfalls der Digitalisierung hat sich auch Christiane Dippold, Product Owner bei DB Systel, verschrieben. In ihrer Keynote stellt sie vor, wie die Transformation der DB Systel zu einem agilen Netz- und Cluster-organisierten Unternehmen gelungen ist und wie dabei weibliche Nachwuchskräfte gefördert wurden und werden.
NextGen Business
Auf aktuelle Entwicklungen in der IT eingegangen ist auf dem FIT-Kongress unter anderem Diana Hauser, Senior Managing Technical Consultant at Strategic Business Creation bei NTT Data. Eindrucksvoll legte sie in ihrem Vortrag dar, wie wichtig Diversität bei KI ist. Soll beispielsweise ein KI-Bildgenerator ein Bild eines Software-Entwicklers („software developer“) generieren, wird mit ziemlicher Sicherheit ein Mann dargestellt.
Stand: 08.12.2025
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Dass Veränderungen aber nicht immer im Konsens gelingen, hat Carola Heilemann-Jeschke, CIO und Abteilungsleiterin beim Senator für Finanzen in Bremen, in ihrer Keynote mit dem provokanten Titel „Mut zum Anecken“ erörtert. Sie ist der Ansicht, dass die neue Generation auch unbequeme Vorbilder bräuchte und Frauen müssen auch manchmal unbequem werden, um zum Vorbild zu werden.
Ebenfalls dem Thema KI widmete sich auch Bart de Witte, Gründer der Hippo Foundation, in seiner Closing-Keynote. Auch er setzt sich für mehr Offenheit und Transparenz bei KI ein und zeigte, warum die Monetarisierung von Daten die Ungleichheit in der Gesundheitsversorgung verstärken wird.
Er plädiert für die Demokratisierung der KI und Open Source. KI-Daten müssten in den Händen vieler und nicht ausschließlich in den Händen einiger weniger Megakonzerne liegen.
In verschiedenen Workshops und Thinktanks konnten die Teilnehmerinnen des 6. FIT-Kongresses darüber hinaus ihr Wissen erweitern oder sich austauschen, etwa über positive Leadership oder Social-Media-Strategien.
Nach einem abwechslungsreichen Tag haben sich die Teilnehmerinnen für das Galadinner in Schale geworfen. Bei der Dinner-Speech von Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Inneren und CIO des Bundes, erhielten sich weitere Einblicke in das Next Generation Public Business.
Als Höhepunkt des Abends stand dann die Verleihung der „WIN Awards“ auf der Agenda. Bei der feierlichen Gala wurden in diesem Jahr „The Women of the Year“ aus insgesamt drei Bereichen ausgezeichnet: „Women in IT“, „Women in eHealth“ und „Women in eGovernment“.
Die Bilder der glücklichen Gewinnerinnen finden Sie in der Bildergalerie:
FIT-Kongress 2023: Die Gewinnerinnen der WIN-Awards 2023