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Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Telba kämpft gegen die Pleite

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Telba möchte in Eigenverwaltung wieder auf die Beine kommen.
Telba möchte in Eigenverwaltung wieder auf die Beine kommen. (VIT)

Die Chancen für das insolvente Systemhaus Telba stehen gut. Schuld an der Schieflage ist eine nicht abgeschlossene Umfinanzierung.

Das mit Hauptsitz in Düsseldorf ansässige herstellerunabhänge Systemhaus Telba AG hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Düsseldorf hat dem Wunsch auf Eigenverwaltung entsprochen, und so verbleibt die Unternehmensleitung weiterhin in den Händen der Vorstände Andreas Bargende (Vorsitzender), Hasso-Ulrich Döring und Hans-Günther Martin. Zudem setzte das Gericht mit Rechtsanwalt Horst Piepenburg einen vorläufigen Sachwalter ein, dessen Aufgabe es unter anderem ist, die Geschäftsführung zu überwachen und die Gläubigerinteressen zu wahren.

Als Sanierungsexperte unterstützt Rechtsanwalt Dirk Andres das Unternehmen. Andres kennt sich in der Branche aus, nachdem er bereits B.com und Maxdata betreut hat.

Als Ursache für die Insolvenz nennt Bargende, dass eine geplante Umfinanzierung nicht vor Ablauf eines Moratoriums abgeschlossen wurde. „Wir sind zuversichtlich, dass Telba nach der Antragstellung wieder alle Optionen offenstehen“, betont der Vorstandsvorsitzende. „Der Geschäftsbetrieb läuft unverändert weiter. Wir werden unsere Kunden in vollem Umfang und in gewohnter Qualität weiter betreuen.“

Die Voraussetzungen dafür beurteilt der Sanierungsexperte Andres positiv: „Nach umfassender Analyse der wirtschaftlichen Gesamtsituation ist dieser Schritt der beste Weg, den eingeschlagenen Restrukturierungskurs im Interesse aller wesentlichen Beteiligten erfolgreich abzuschließen.“

In den nächsten Wochen sollen der Restrukturierungs- und der Sanierungsplan finalisiert und im Anschluss gemeinsam mit allen wesentlichen Beteiligten umgesetzt werden. Die Lohn- und Gehaltszahlungen der Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld abgesichert.

Die Telba AG hat sich auf die Bereiche Telekommunikation, Daten- und Sicherheitstechnik spezialisiert und ist an acht Standorten tätig. Vom Insolvenzantrag nicht betroffen sind die Telba GmbH in Löbichau und Berlin sowie die weiteren Standorten in Erfurt und Halle.

Ermittlungen

In dieser schweren Zeit müssen sich jedoch ausgerechnet der Vorstandsvorsitzende Andreas Bargende und der Aufsichtsratvorsitzende Manfred Wagner mit einer Anzeige ihres ehemaligen Arbeitgebers Deufol Tailleur herumschlagen: Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main hat ein Ermittlungsverfahren unter dem Aktenzeichen 7210 Js 216358/12 WBW eingeleitet. Laut einer Adhoc-Meldung von Deufol wird den Beschuldigten vorgeworfen, gemeinschaftlich der Deufol Gruppe zwischen den Jahren 2006 und 2011 zum persönlichen Vorteil über ein komplexes Geflecht von Firmen und Firmenbeteiligungen erheblichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt zu haben. Die Schadenssumme bewegt sich im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. □

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