Die Videosystem-Branche boomt. Neben wachsenden Herausforderungen in Sachen Sicherheit, ermöglichen KI und Analysefunktionen neue Anwendungsfelder – einen 24/7-Supermarkt ohne Personal vor Ort, beispielsweise.
Die Kombination von Videotechnik und KI macht 24/7-Supermärkte ohne Personal vor Ort möglich.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Seit 2023 veranstaltet Axis Communications die Event-Reihe „Open“, bei der in wechselnden, europäischen Städten die Marschroute in der Videotechnologie im Allgemeinen und im Axis-Portfolio im Besonderen besprochen wird. Unter dem Motto „Opportunity. Connection. Discovery.“ war Göttingen nun der neunte Austragungsort dieser Reihe. Das Event richtete sich an Akteure aus dem Channel, die mit Videoüberwachung zu tun haben: Distributoren, Systemintegratoren, Reseller, Berater, Fachplaner und Endkunden. Rund 500 Teilnehmer sind gekommen. Im Fokus standen unter anderem Innovationen und künftige Ansätze in den Bereichen Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Hybrid-Cloud, Metadaten und Nachhaltigkeit.
Schulnote „gut“ für die Sicherheits-Konjunktur
Die gute Stimmung auf der Hausmesse deckt sich mit einem aktuellen Lagebild der Branche. So zeigt ein Blick auf die aktuelle Frühjahrs-Konjunkturumfrage des BHE (Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.) auf, dass die wirtschaftliche Lage im Sicherheitsmarkt trotz unsicherem wirtschaftlichem Terrain weitgehend stabil ist. Der BHE-Umfrage zufolge bewerten die befragten Firmen die momentane Geschäftslage mit der Schulnote 2,09 und damit auf ähnlichem Niveau wie im Herbst 2024 (2,06). Rund 75 Prozent der Betriebe beurteilen ihre derzeitige Marktsituation als „gut“ oder „sehr gut“. Allerdings ist der Anteil an Unternehmen, die ein schlechtes Lagebild zeichnen, im Vergleich zum Herbst 2024 von 1 Prozent auf nun fast 4 Prozent angestiegen. Als „sehr schlecht“ beurteilt aber kein Unternehmen die derzeitige Situation.
Neue Anwendungen für Videosysteme
Maximilian Galland, Manager Sales DACH, Axis Communications
(Bild: Axis Communications)
Maximilian Galland, Manager Sales DACH bei Axis Communications verweist auf den BHE-Report: „Hier wird das Wachstum von Videosystemen mit 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 820 Millionen Euro im Jahr 2024 angegeben.“ Videobasierte Sicherheit habe sich deutlich weiterentwickelt und dringt auch in neue Anwendungsfelder fernab der Überwachungssegment vor. „Videosysteme sorgen heute zum Beispiel nicht nur für Sicherheit, sondern auch für effizientere Abläufe – sie generieren Daten und optimieren Prozesse. Ihr Einsatzgebiet hat sich also enorm erweitert und wird dies auch weiterhin tun“, so der Manager. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und die Flexibilität von Videosicherheitstechnik in Kombination mit anderen Technologien sorgen für ein stetiges Wachstum.
Herausforderungen einer Branche
KI in Kombination mit Videotechnologie optimiert zunehmend Prozesse in Unternehmen.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Es werden also neue Wege beschritten und folgerichtig waren es Kernbotschaft und Ziel auf der OPEN laut Galland, die Partner dabei zu unterstützen, die Herausforderungen zu bewältigen. Doch welche aktuellen Themen beschäftigen Branche? „Stichwörter sind KI, Cybersecurity, hybride Cloudansätze und Nachhaltigkeit“, so Galland. „In der Podiumsdiskussion wurden zum Beispiel konkrete Anwendungsszenarien von KI in verschiedenen Branchen diskutiert – wenig Theorie, der Einsatz in der Praxis stand hier im Fokus.“
Die disruptive Kraft der KI
Tobias Metsch, Regional Director Middle Europe bei Axis Communications, gab auf der OPEN 2025 Einblick in aktuelle Trends in der Sicherheitsbranche.
(Bild: Axis Communications)
KI pflügt alle IT-Segmente um und die Frage, welche Entwicklungen im Netzwerk-Video-Segment von KI stark beeinflusst werden, hat Axis im aktuellen – und ersten – Paper KI-Report „The State of AI in Video Surveillance 2025“ gestellt. Der Manager fasst zusammen: Eine zukunftsweisende Entwicklung ist definitiv die Integration von KI-basierten Analysefunktionen in Netzwerkkameras, denn auf diese Weise werden ‚einfache‘ Netzwerkkameras datengenerierende Sensoren und es ergeben sich völlig neue Anwendungsszenarien, unter anderem in den Bereichen betriebliche Effizienz und Business Intelligenz.“ Dabei geht es um Lösungen aus dem Einzelhandel, der Logistik oder der Fertigung. Oder anders ausgedrückt: „Die rasante Entwicklung von KI revolutioniert den Sicherheitssektor durch fortschrittliche Objekterkennung, Analysefunktionen und generative KI-Technologien“, so Galland. Hinzu komme der Aspekt Cloud Computing. Dadurch würden KI-fähige Edge-Geräte wie Kameras die notwendige Rechenleistung erhalten. Auch das definiert dem Axis-Manager zufolge die Videosicherheitsbranche völlig neu.
24/7-Supermärkte auf dem Vormarsch
Verena Rathjen, Vice President Sales EMEA bei Axis Communications, betonte die wachsende Bedeutung von Hybrid-Cloud-Lösungen.
(Bild: Axis Communications)
Einige der beschriebenen Technologien treffen in so genannten 24/7-Supermärkten, die ohne Personal auskommen, zusammen. Kamera- und KI-Technik müssen dort die Alltagswirklichkeit einfangen, die neben braven Kunden auch Chaoten und Randalierer umfasst. Auch für Notfälle braucht es Lösungen, die ohne Personal auskommen. Ein Beispiel: Erkennt die KI eine am Boden liegende Person, ertönt eine Ansage: „Sie sind gestürzt. Benötigen Sie Hilfe?“ Ein menschlicher Mitarbeiter in einem Service-Center wird alarmiert, kann auf Live-Videomaterial zugreifen und per Lautsprecher interagieren. Definierte Workflow-Schritte münden daraufhin im schlimmsten Fall bei einem Notruf: Ansprechbar? – Ja/Nein; Benötigt Hilfe: Ja/Nein; Notruf: Ja/Nein.
Personaleinsparen dank KI
Das Konzept ist bereits praxiserprobt. „Unsere Axis-Technologie kommt in der Schweiz im vollautomatischen Store-Konzept Migros teo zum Einsatz“, verrät Galland. Migros Ostschweiz hat hier das Konzept des vollautomatischen Tegut teo-Ladens aus Deutschland importiert und als Grundlage für bisher drei vollautomatische Migros teo-Mini-Supermärkte genutzt. Das Konzept von autonomen 24/7-Supermärkten trifft im Handel selbst wie auch bei den Konsumenten nach Darstellung des Sales Managers DACH auf große Zustimmung. Schließlich handle sich um die logische Weiterentwicklung bereits bestehender Infrastruktur wie Self-Checkout-Kassen, die für beide Seiten Vorteile biete. „Dieses Ladenkonzept ist also auf dem Vormarsch“, so der Manager und untermauert das mit entsprechenden Prognosen des EHI Retail Institut in Köln. „Das EHI hat übrigens auch Migros Ostschweiz dieses Jahr auf der EuroCIS mit dem Reta award für seine Migros teo-Läden ausgezeichnet.“
Stand: 08.12.2025
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Im Fokus einer Podiumsdiskussion zwischen Experten von BASF, BMW Group, Siemens AG, Sitasys AG und Axis Communications stand das Thema KI.
(Bild: Axis Communications)
Um so etwas umzusetzen, muss bereits auf Kameraebene eine Analyseebene eingezogen werden. „Axis Object Analytics“ (AOA) heißt die hauseigene und auf Axis-Geräten vorinstallierte Analysefunktion. Sie soll Objekte lokalisieren und klassifizieren. Hinter AOA steht kurz gesagt, „eine KI-basierte Analyse-Suite, die Videos in verwertbare Informationen umwandelt“, erklärt Galland. Die Lösung kann demnach Objekte im Bildausschnitt wie Personen oder Fahrzeuge und ihre Fahrzeugtypen identifizieren, klassifizieren, verfolgen und zählen. Diese Objekterkennung entwickelt Axis auf Basis der zuletzt rasanten Fortschritte im Bereich Deep Learning kontinuierlich weiter. Zum Beispiel wurden vor Kurzem zwei neue Anwendungsfälle hinzugefügt: AOA kann jetzt auch erkennen, wenn ein Fahrzeug zu dicht auffährt und ob eine Person einen Schutzhelm trägt oder nicht
Besucherströme messen und Stoßzeiten ermitteln
Es entstehen neue Anwendungsfelder: Zum Beispiel können Industrie- oder Logistikunternehmen mithilfe von AOA Fahrzeugbewegungen auf ihrem Gelände analysieren, um Staus oder Wartezeiten zu vermeiden. Oder im Einzelhandel können Läden Besucherströme und die Aufenthaltsdauer von Besuchern messen, um Stoßzeiten zu identifizieren und auf dieser Basis ihre Personalplanung zu optimieren.
Kommende Etappen der KI-Reise
Galland skizziert, wie es technologisch weitergehen wird: Generative KI soll für neue Interaktionsformen sorgen, zum Beispiel durch Sprachsteuerung. Die Nutzung multimodaler Sensorfusion, also Video-, Audio-, und Umweltdaten in Kombination werden zur besseren Analyse komplexer Situationen und für den Bereich Business Intelligence relevant. Verbesserte Analysefunktionen erfordern dann auch eine höhere Bildqualität. „Deshalb investieren wir in Forschung und Entwicklung, um Kameras mit besserer Auflösung und optimierter Bildqualität zu entwickeln“ erklärt der Axis-Manager.