Wie Reseller Komplett-Lösungen unter eigenem Brand per Flat-Rate anbieten können

So funktionieren White-Label-Angebote und Cloud-Services in der Praxis

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ITB: Mit wem schließt der Endkunde den Vertrag: Mit dem Hersteller, mit Acmeo, mit dem Partner?

Meyer: Bei GFI Max wird quasi ein Dreiecks-Rahmen-Vertrag geschlossen: Das Systemhaus schließt mit GFI als dem Lösungs-Betreiber und mit Acmeo als Distributor einen Vertrag über die Monitoring-Lösung, die er seinen Endkunden anbieten will, im Pay-per-Use-Modell. Acmeo dient dabei als Support-Partner, Reporting-Stelle et cetera. Wir beraten und wir übernehmen den technischen Support, wenn der Partner nicht mehr weiter weiß. Wir geben dem Systemhaus Vertragsvorlagen an die Hand, die er nutzen kann, um einen Vertrag mit seinem Endkunden zu vereinbaren – für sein komplettes Leistungsportfolio. Hier taucht weder der Hersteller noch Acmeo auf. Dieses Vorgehen funktioniert für Kunden mit bis zu 100 Usern. Bei größeren Umgebungen gibt es meist IT-Leiter, die den Markt sehr gut kennen und es dem Systemhaus nicht abnehmen, dass er eine eigene Monitoring-Lösung betreibt. Deshalb ist es bei größeren Kunden sinnvoll, im Vertrag den Betreiber, also GFI, namentlich zu nennen. In diesen Fällen geben wir den Partnern Bestätigungsschreiben für ihre Kunden an die Hand, die genau dokumentieren, von welchem Rechenzentrum aus die Lösung betrieben wird, wo und wie Daten gesichert sind et cetera.

ITB: Wie sieht das Prozedere bei der Rechnungsstellung aus?

Meyer: Acmeo stellt die Rechnung an das Systemhaus. Der Systemhauspartner wiederum berechnet dann seinem Endkunden die genutzte Leistung, hoffentlich veredelt um weitere, eigene Services. Das Reporting, welcher Kunde wie viel genutzt hat, erhält er von uns. Die Rechnung an den Endkunden stellt immer und ausnahmslos der Partner.

ITB: Sie hatten angekündigt, Partnern künftig White-Label-Lösungen – also Managed-Service-Lösungen, für Telefonanlagen anzubieten.

Meryer: Hier sind wir schon startklar, das heißt, wir haben die ersten Testzugänge freigeschaltet, die Preislisten sind fertig.

ITB: Worauf basieren diese virtuellen Telefonanlagen?

Meyer: Sie fußen auf einer Asterisk-basierenden, veredelten Lösung, die es Partnern erlaubt, in einem echten Pay-per-Use-Konzept ihren Kunden virtuelle Telefonanlagen zur Verfügung zu stellen. Und das – im Unterschied zu vielen anderen Anbietern – ohne feste Vertragslaufzeiten. Im Büro des Kunden steht kein zentraler Telefonverteilerkasten mehr, sondern er nutzt nur noch die Endgeräte. Die zentrale Anlage mit hoher Funktionalität wird in einem sicheren Rechenzentrum betrieben.

ITB: Muss der Partner seinen Endkunden dann direkt an den Betreiber vermitteln?

Meyer: Nein. Bei diesem Modell behält ausschließlich der Partner die Kontrolle über den Endkunden – er schließt den Vertrag und er stellt die Rechnung. Es ist ein echtes White-Label-Konzept. Wenn sich der Kunde in die Verwaltungskonsole einwählt, sieht er nur das Logo des Partners – damit bleibt das Systemhaus bei ihm dauerhaft präsent.

ITB: Sie bieten zudem seit Kurzem eine Microsoft-Cloud-Lösung an, in Kooperation mit dem Anbieter Simple ASP. Was steckt dahinter?

Meyer: Simple ASP bietet Sharepoint, Exchange und virtuelle Maschinen auf Cloud-Basis an. Das White-Label-Angebot, das wir unseren Partnern anbieten, geht noch einen Schritt weiter: Wenn sich der Endkunde einloggt, dann sieht er im Outlook-Web-Access nur das Logo des Systemhauses. Mein – nicht ganz ernst gemeinter – Tipp an die Partner: Verschenkt diese Lösung an Eure Kunden! Denn wenn jeder User jeden Tag Euer Logo sieht, ist das eine wertvolle und unbezahlbare Werbung. Und veredelt dieses Angebot selbstverständlich mit weiteren, eigenen Services, so dass das Komplettpaket einzigartig bleibt, beispielsweise mit E-Mail-Archivierung, Hotline et cetera. Das ist White-Label zu Ende gedacht. Der große Unterschied zu Microsoft 365: Der Partner behält die Kontrolle, denn nur er hat den Kontakt zum Endkunden, auch bei der Rechnungsstellung.

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