Namen wie „Latitude“ und „XPS“ sind Geschichte: Schlicht Dell Pro 14 nennt sich das 14-Zoll-Business-Notebook mit Intels Lunar-Lake-Prozessor in diesem Hands-on-Test. Allerdings zeigt der Zusatz „Premium“, dass es hier um das 1,2 kg leichte Top-Modell mit Magnesium-Chassis und 8-MP-Webcam geht.
Das Chassis des Dell Pro 14 Premium besteht aus leichtem Magnesium, das laut Hersteller zu 90 Prozent aus dem Recycling stammt. Das entspiegelte Display mit IPS-Panel im Testgerät liefert die Full-HD+-Auflösung.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Auf der letzten CES im Januar hat Dell nicht nur neue Geräte, sondern auch ein neues vereinfachtes Namensschema enthüllt: Die neuen Notebooks heißen nur noch Dell, Dell Pro und Dell Pro Max, allerdings kombiniert mit der Bildschirmdiagonale und jeweils untergliedert in die drei Stufen Basic, Plus und Premium. Unser Testgerät für diesen Hands-on-Test ist das Dell Pro 14 Premium in der stärksten Leistungsstufe, die Dell für diese Reihe anbietet: Als Prozessor ist ein Intel Core Ultra 7 268V mit 32 GB LPDDR5x montiert und als SSD das größte Modell mit einem TB Speicherplatz. Lediglich beim Display hat es für die Top-Variante nicht gereicht, da das Tandem-OLED-Panel noch nicht lieferbar ist: Eingebaut ist ein bis zu 400 Nits helles und entspiegeltes IPS-Panel mit 1.920 x 1.200 Bildpunkten. Die Besonderheiten beim 14 Pro Premium sind das geringe Gewicht von 1,2 kg durch das Magnesium-Chassis und das im Gehäuse eingelassene „Zero-Lattice“-Keyboard mit LED-Einzeltastenbeleuchtung. Allerdings lässt sich Dell das Notebook in dieser Ausstattung auch mit 2.840 Euro bezahlen.
Flotter Lunar-Lake-Prozessor und lange Akkulaufzeit
Der Lunar-Lake-Prozessor mit vier schnellen Lion-Cove-P-Cores und vier effizienten und ebenfalls flotten Skymont-E-Cores verschafft dem Dell Pro 14 Premium im Anwendungsbenchmark PCMark 10 Applications einen Leistungswert von immerhin 14.629 Punkten. Damit ist er etwas schneller als der von uns im Oktober 2024 getestete Dell Latitude 7455 mit Snapdragon X Elite X1E-80-100 und insgesamt 12 Cores, der allerdings nur mit 16 GB RAM bestückt war. Bei der Akkulaufzeit überflügelt der mit einem 60-Wh-Akku bestückte Pro 14 den ARM-Rechner mit sehr guten 17 Stunden und 10 Minuten sogar mehr als zwei Stunden. Zudem liefert er mit seiner Xen-2-GPU Arc 140V eine 3D-Leistung von 34.460 Zählern im 3DMark Night Raid, ein solides Ergebnis für ein Notebook mit Prozessorgrafik. Die Adreno-GPU im Snapdragon X kommt hier bei der ARM-Version des Benchmarks auf knapp 26.720 Punkte. Mit der ebenfalls im Lunar-Lake-Prozessor integrierten 48-TOPS-NPU erfüllt das Dell-Notebook die Copilot+-PC-Anforderungen von Microsoft. Die beiden Lüfter für die Kühlung der CPU sind in der Praxis meistens abgeschaltet und bleiben auch unter Last leise.
Die Copilot+-Anwendungen wie die Live-Untertitel mit Echtzeit-Übersetzung sowie die KI-Funktionen in Paint und der Foto-App werden nun endlich auch für Rechner wie dem Dell Pro 14 Premium mit Intel Core Ultra 200V endlich per Update nachgereicht. Notebooks mit AMD Ryzen AI 300 erhalten sie ebenfalls. Bisher standen diese KI-Funktionen nur Geräte mit Qualcomms Snapdragon X zur Verfügung.
Webcam mit hoher Auflösung
Über dem Display ohne Toucherkennung ist eine sehr gute Windows-Hello-Webcam mit 8-MP-Sensor untergebracht, mit der auch die NPU-unterstützten Windows-Studioeffekte wie Autoframing oder ein simulierter Blickkontakt genutzt werden können. Die Linse kann durch einen Schieber verschlossen werden. Zudem bietet das Notebook Funktionen für die Anwesenheitserkennung. Die Kamera, das Mikrofon und weitere Konferenzfunktionen sind beim Testgerät über eingeblendete Symbole im großen und präzisen Touchpad schnell zugänglich. Das Keyboard ist ähnlich wie bei den letzten XPS-13-Modellen fast nahtlos ins Gehäuse eingelassen, bietet aber „echte“ Funktionstasten und nicht nur Sensorflächen. Die Tasten sind sehr groß und bieten eine angenehme Rückmeldung beim Tippen. In der Power-Taste sitzt zudem ein Fingerabdruckleser. Flankiert wird das Keyboard von zwei Lautsprechern, die gemeinsam mit zwei weiteren, nach unten gerichteten Speakern für einen für Business-Anwendungen guten Sound sorgen. Lediglich die Bässe sind etwas flau.
Die in den Seiten des zu 90 Prozent aus Recycling-Magnesium gefertigten Gehäuses sitzen insgesamt zwei Thunderbolt-4-Ports, ein HDMI-Ausgang, eine USB-Typ-A-Buchse sowie ein Headset-Anschluss. Einen Kartenleser gibt es nicht. Für den Netzwerkanschluss bietet das Notebook Wi-Fi 7. Das optionale 5G-Modul ist im Testgerät nicht vorhanden.
Der Boden des Magnesiumgehäuses ist nach dem Lösen einiger Schrauben schnell geöffnet. Praktisch ist dabei, dass die Schrauben so gestaltet sind, dass sie sie nicht komplett heraus gedreht werden können. Damit können sie nicht verloren gehen. Ein Pluspunkt in Sachen Nachhaltigkeit sind die auf zwei eigene Platinen ausgelagerten Schnittstellen, die über spezielle Konnektoren mit dem kompakten Mainboard verbunden sind. Wird eine der Schnittstellen beschädigt, dann reicht der Austausch der Schnittstellenplatine, das Mainboard muss nicht ersetzt werden. Die dafür nötigen Schritte sind für die Servicetechniker ausführlich im Online-Handbuch beschrieben.
Stand: 08.12.2025
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Tolles Business-Notebook – aber hoher Preis
Das neue Dell Pro 14 Premium liefert im Test eine hohe Leistung sowie eine sehr gute Akkulaufzeit. Dabei bleibt das leichte und solide Notebook erfreulich leise. Pluspunkte sind ebenfalls die sehr gute Webcam, das angenehme Keyboard mit großen Tasten sowie das sehr reparaturfreundliche Design. Allerdings ist das Premium-Notebook bereits ohne OLED-Display mit mehr als 2.800 Euro sehr teuer.