Enterprise Resource Planning Sage ERP adressiert KMU mit Cloud-Affinität

Autor Dr. Stefan Riedl

Software aus der Cloud und Partnergeschäft schließen sich nicht aus. Bei dem nun eingeführten „Sage ERP“ können Partner in jeder Phase von der IT- und Prozess-Beratung über Customizing bis zum Support im laufenden Betrieb Wertschöpfung leisten und Umsätze generieren.

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Sage setzt beim Thema „ERP für KMU“ auf die Cloud.
Sage setzt beim Thema „ERP für KMU“ auf die Cloud.
(Bild: ribkhan-stock.adobe.com)

Etwa zweieinhalb Jahre hat man bei Sage in Deutschland daran entwickelt, verriet ein Sprecher des Unternehmens. Jetzt startet mit „Sage ERP“ eine Cloud-basierte ERP-Plattform für kleine und mittlere Unternehmen. Zielgruppe sind Betriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern. Diese können dann auf die Produktivsysteme auch über mo­bile Endgeräte zugreifen. Buch­haltung, Auftragsverarbeitung und Warenwirtschaft sind die Kernfunktionen. Es können Stammdaten zu Kunden, Lieferanten, Artikeln, Lager oder Sachkonten erfasst und die Geschäftsprozesse eines Betriebs verwaltet werden.

Wie üblich können Angebote und Rechnungen vorher definierten Kostenstellen und Kostenträgern zugeordnet und Bestellungen sowie Wareneingänge bearbeitet werden. Etwa 15 Arten von Einkauf- und Verkaufsbelegen, eine Stichtagsinventurfunktion sowie verschiedene Auswertungsoptionen stehen standardmäßig zur Ver­fügung. Eine Offene-Posten-Verwaltung, inklusive Onlinebanking-Funktion, und das dazugehörige Mahnwesen sind integriert. Bilanz oder Einnahme-Überschuss-Rechnung sowie Buchhaltung sind auf das Tagesgeschäft in kleineren und mittelgroßen Unternehmen ausgelegt.

Thorsten Schlechtriem, Vice President ­Medium Business bei Sage, bezeichnete den Start der Plattform als „Meilenstein auf dem Weg unseres Unternehmens, eine reine SaaS-Company zu werden“. Um dieses Ziel zu erreichen, binde man die Partner eng mit ein, weil sie als IT-Spezialisten vor Ort die Bedürfnisse der Kunden kennen.

Wertschöpfung durch Partner

Sage-Partner beraten in der Pre-Sales-Phase potenzielle Kunden und modellieren die IT-Infrastruktur. Für Auswertungen nach wichtigen Kennzahlen, Buchungsjournalen und Kontoauskünften, die „Sage ERP“ vornimmt, wird eine zentrale Datenbank eingerichtet. Der Partner hat in dieser Phase oft die Aufgabe, für eine konsolidierte Datenbasis ohne Datensilos zu sorgen.

Kommt es zum Abschluss eines Nutzungsvertrags, erhält der Partner eine Provision. Während der Betriebsphase bleibt der Partner mit an Bord, um beispielsweise First-Level-Support, der ebenfalls von Sage provisioniert wird, zu leisten.

Auch Prozessberatung oder Customizing der Systeme schnüren Partner üblicherweise in ihr Consulting-Dienstleistungspaket. Die Konfigurationsmöglichkeiten beziehen sich im Allgemeinen auf Prozesse und im Detail auf Listen- und Maskengestaltung. So ist es möglich, die Arbeitsumgebung, benutzerdefinierte Felder, Berichte sowie Belege mehr oder weniger frei zu ­gestalten.

Rechtssicherheit als Verkaufsargument

Punkten will der Hersteller mit Verkaufs­argumenten aus der Rechtssicherheit, etwa was die Übereinstimmung mit allen steuerrechtlichen Vorgaben der GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Buchführung) angeht. Immerhin wird das System laufend herstellerseitig aktualisiert, so dass der ­Anwender darauf bauen kann, stets mit ­einem aktualisiert-rechtskonformen Produkt zu arbeiten. Sicherheit bestehe auch im Blick auf die Daten, da das System samt aller damit verarbeiteten Kundeninformationen in der „zertifizierten Infrastruktur der Microsoft Azure Cloud in Deutschland“ gehostet wird.

„Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Sage seine Partner über die gesamte Lebensphase eines Kunden hinweg bei ­Sage ERP mit einbindet – vom Erstkontakt im Pre-Sales-Stadium über das Onboarding während der Systemimplementierung bis hin zur Betreuung während der Betriebsphase und der Weiterentwicklung des Kunden in Form von Upsell- und Cross-Sell-Möglichkeiten“, beschreibt man bei Sage die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Channels.

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