Extra Computer: Produkt- und Channel-Strategie Regional und global als Lösungsanbieter

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Seit Anfang 2022 gehört Extra Computer zu Thomas Krenn. Geschäftsführer Christian Herzog will Synergien nutzen, aber trotzdem die Eigenständigkeit von Extra Computer ausbauen. Dabei setzt er mit dem Partner- und dem Industriegeschäft weiter auf zwei Standbeine.

„Das Bekenntnis zu Systemhäusern und zum Fachhandel ist uns wichtig“, betont Christian Herzog, Gesschäftsführer bei Extra Computer.(Bild:  Extra Computer)
„Das Bekenntnis zu Systemhäusern und zum Fachhandel ist uns wichtig“, betont Christian Herzog, Gesschäftsführer bei Extra Computer.
(Bild: Extra Computer)

Wenn ein primär mit Direktvertrieb agierendes Unternehmen wie Thomas Krenn eine im PC- und Server-Business indirekt agierende Firma wie den schwäbischen Hersteller Extra Computer übernimmt, dann kann das problematisch werden. Hier funktioniert die Union der beiden Hersteller gut, wie Geschäftsführer Christian Herzog betont, auch wenn die Integration ihre Zeit benötige. Herzog, schon seit 25 Jahren im IT-Geschäft aktiv, hat Anfang 2023 als Geschäftsführer das Ruder bei Extra Computer übernommen. Zuvor wurde das Unternehmen durch die Thomas-Krenn-Vorstände mitgeleitet.

Die digitalisierte Produktion bei Extra Computer ermöglicht umfangreiche Konfigurationsoptionen bei Servern und PCs.(Bild:  Extra ComputerExtra Computer)
Die digitalisierte Produktion bei Extra Computer ermöglicht umfangreiche Konfigurationsoptionen bei Servern und PCs.
(Bild: Extra ComputerExtra Computer)

Als Beispiel für die Synergien zwischen Thomas Krenn und Extra Computer nennt Herzog die kommende Server-Plattform mit einem anderen ODM-Partner statt wie bisher Supermicro, die mit der Konzen­tration auf Rechner für KMU eine gute Ergänzung zum Thomas-Krenn-Portfolio darstellt. Bei Virtualisierungslösungen gehen beide Unternehmen ebenfalls konform und propagieren Proxmox als Alternative zu VMware.

Die Server und die Business-PCs werden weiterhin ausschließlich über Partner verkauft. Das Motto von Herzog lautet hier, dass man die Wurzeln von Extra ­Computer nicht ignorieren, sondern weiterentwickeln will. Daher wird Extra Computer zunehmend zum Lösungsanbieter, der mit Softwareherstellern kooperiert und den Partnern eine Cloud-Lösung mit eigener Infrastruktur in Deutschland und doppelter Mandantenfähigkeit offeriert. Die Exone-Cloud ist laut Herzog ebenfalls primär für die Ansprüche von ­KMU-Kunden ausgelegt.

Eigenständiges Design für Business-Rechner

Bei den Exone-Business-PCs und Notebooks startet der Hersteller neue Serien mit eigenständigem Gehäusedesign, die durch eine kompaktere Bauform zudem nachhaltiger sein sollen, als die bisherigen Modelle. Hier zahle sich aus, dass der Hersteller seine Produktentwicklung ausgebaut hat, teilweise mit ehemaligen Fujitsu-Mitarbeitern, erklärt der Geschäftsführer. Beim Geschäft mit Business-Rechnern und Servern liege der Schwerpunkt auf dem deutschen Markt mit einigen Partnern in Österreich und der Schweiz. Hier kann der Hersteller die kurzen Wege zu Partnern und Kunden als Vorteil ausspielen. So lassen sich die Geräte durch die voll digitalisierte Produktion flexibel konfigurieren und ausstatten. Auch Ersatzteile können sehr schnell an die Partner geliefert werden, die zudem einen direkten Draht zum Hersteller haben. „Kunden kaufen bei uns, weil der Service gut ist“, sagt Herzog dazu.

Mit den neuen Gehäusen bekommen die Business-PCs von Extra Computer einen eigenständigen Charakter.(Bild:  Extra Computer)
Mit den neuen Gehäusen bekommen die Business-PCs von Extra Computer einen eigenständigen Charakter.
(Bild: Extra Computer)

Anderes Vertriebsmodell bei Industrie-PCs

Die Industrie-Rechner der Serien Calmo und Pokini sind dagegen oft weltweit im Einsatz. Das liegt am Vertriebsmodell, das nur zu einem geringen, aber wachsenden Teil über Partner läuft, und sich eher an Endkunden richtet. Die Endkunden sind hier aber Maschinenhersteller oder Systemintegratoren, bei denen die Rechner einen Teil der Anlage darstellen. Eine wachsende Nachfrage besteht hier nach Panel-PCs und nach robusten Thin-Clients für Igel OS. Auch im Industriesektor baut Extra Computer das Lösungsgeschäft durch die Zusammenarbeit mit Softwareanbietern und den Aufbau eines Zubehör-Ökosystems weiter aus. Als Beispiel nennt der Extra-Geschäftsführer ein maßgeschneidertes Tablet-Dock für Gabelstapler mit drei Antennen für eine stabile WLAN-Verbindung.

Bei den Business-PCs stammen die verwendeten Mainboards von Asus oder Gigabyte. Bei den Industrie-PCs nutzt der Extra Computer dagegen überwiegend in Deutschland hergestellte Hauptplatinen vom Augsburger Hersteller Kontron. Aktuell gebe es Überlegungen, auch im Business-Sektor stärker auf das Argument der Produktion mit Komponenten aus Deutschland zu setzen, nicht zuletzt wegen der derzeitigen Diskussion über den Wert stabiler und nachhaltiger Lieferketten.

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