Strategie und Partnerschaften Qumulo: Mehr Fokus auf vertikale Märkte

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Erweiterte Partnerschaften mit HPE, Supermicro und den Hyperscalern sollen Qumulos Wachstum vorantreiben. Der EMEA-Vertriebschef Fabrice Gourlay setzt dabei den Fokus auf vertikale Märkte und aufstrebende Technologien wie KI und digitale Zwillinge.

Qumulo sieht sich als Storage-Software-Anbieter für die hybride Cloud. Derzeit dominiert noch das Geschäft mit lokalen Speicherlösungen. Aber das Public-Cloud-Geschäft nimmt zu.(Bild:  meenkulathiamma - stock.adobe.com)
Qumulo sieht sich als Storage-Software-Anbieter für die hybride Cloud. Derzeit dominiert noch das Geschäft mit lokalen Speicherlösungen. Aber das Public-Cloud-Geschäft nimmt zu.
(Bild: meenkulathiamma - stock.adobe.com)

2022 war für Qumulo kein leichtes Jahr. Ende Juni kündigte der Storage-Software-Hersteller rund 80 seiner Angestellten und damit fast 20 Prozent des Personals. Bill Richter, CEO des Unternehmens, begründete den Schritt mit Wachstumserwartungen, die sich nicht realisiert hätten und damit, dass Qumulo intern zu komplex geworden sei. Das hat auch im Channel für eine gewisse Unruhe gesorgt. Inzwischen hat sich die Firma aber laut eigenen Aussagen wieder gefangen und ist auf Wachstumskurs.

Mit Aaron Passey, einer der Gründer des Unternehmens, ist auch wieder an Bord, um als Teil des technischen Führungsteams mit CTO Kiran Bhageshpur zusammenzuarbeiten. Passey hatte das Unternehmen 2016 verlassen und bei Dropbox gearbeitet. Gegründet hat er Qumulo gemeinsam mit Peter Godman und Neal Fachan im Jahr 2012. Alle drei waren zuvor bei Isilon als Entwickler beschäftigt, ebenso wie der aktuelle CEO Bill Richter.

Strategie für den EMEA-Markt

Fabrice Gourlay, VP Sales EMEA bei Qumulo.(Bild:  Qumulo)
Fabrice Gourlay, VP Sales EMEA bei Qumulo.
(Bild: Qumulo)

Auch bei Fabrice Gourlay, seit September 2022 Vice President of Sales für den EMEA-Raum, war Isilon eine Station seiner Karriere, allerdings erst in der Dell-EMC-Ära. Zuletzt war Gourlay bei der im IoT-Sektor aktiven RFID-Firma Impinj tätig. Vor diesem Hintergrund will der Manager für den europäischen Markt einen stärkeren Fokus auf die Industrie legen und nennt dabei Digital Twins als Beispiel.

Digitale Zwillinge von Maschinen oder Industrieanlagen dienen nicht nur zur Planung, vielmehr läuft die Simulation auf Basis realer Sensordaten auch während des Einsatzes weiter. So lassen sich beispielsweise Optimierungen im Vorfeld testen oder Fehler einfacher identifizieren. Digital Twins sind auf eine große Menge unstrukturierter Daten angewiesen – die Domäne von Qumulo. Die Storage-Firma arbeitet laut Gourlay bereits mit Nvidia zusammen und strebt eine strategische Partnerschaft mit Dassault Systèmes an, einem der führenden Unternehmen in diesem Sektor. Zudem will Qumulo die Partnerbasis in diese Richtung ausbauen. Eine Zusammenarbeit mit VADs für diesen Sektor kann sich der EMEA-Sales-Chef ebenfalls vorstellen.

Die schon bestehende Ausrichtung des Storage-Software-Herstellers auf vertikale Märkte, wie die öffentliche Verwaltung, das Gesundheitswesen oder Medienunternehmen, soll in Deutschland ausgebaut werden. KI-Anwendungen sind dort Bereiche mit rapide wachsendem Speicherbedarf.

On-Premises und in der Cloud

Die Analysten von Gartner ordnen Qumulo im Magic Quadrant für Distributed File Systems und Object Storage unter den „Leaders“ ein und bescheinigen dem Hersteller eine Stärke bei hybriden Clouds. Als Speicherplattformen kann Qumulo Core sowohl Server Q auf On-Premises-Systemen, als auch Cloud bei den Hyperscalern AWS und Google Cloud nutzen. Microsoft Azure als weitere Plattform für Cloud Q steht in den EMEA-Regionen des Public-Cloud-Anbieters noch nicht zur Verfügung. Wann sich das ändert ist derzeit unklar. Die Einführung der EU-Datengrenze durch Microsoft könnte hier einen Anstoß geben. Daher ist das neuste Cloud-Produkt, der Azure Native Qumulo Scalable File Service, als Public Preview ebenfalls nur in den USA verfügbar. Im Gegensatz zu Cloud Q wird bei dem neuen Cloud-Service der komplette Bereitstellungsprozess direkt über das Microsoft Azure-Portal automatisiert und soll einschließlich des virtuellen Netzwerks in weniger als 15 Minuten bereitstehen.

Für den Einsatz im eigenen Datacenter stehen drei neue Plattformen mit deutlich höherer Leistung bereit. Vom Hardware-Partner HPE kommen Lösungen, die auch über HPE Greenlake angeboten werden. Zur Wahl stehen dabei eine All-NVMe-Plattform für maximale Performance und Hybrid-NVMe-Lösungen auf Basis der Apollo 4200 Gen10 Plus Servers. Mit Supermicro kündigt Qumulo ein 1U-Hybrid-NVMe-System an. Zudem werden nun bis zu 265 Nodes in einem Cluster unterstützt. Als nächste Neuerung stehen demnächst SMB-Protokollverbesserungen sowie eine S3-Unterstützung an.

Qumulo auf On-Premises-Systemen macht laut Gourlay derzeit noch den größeren Teil des Geschäfts aus, aber das Cloud-Business ist „ramping up“, so der Manager. Die Partner will er durch ein verbessertes Deal-Registrierungsprogramm unterstützen.

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