Konvergenz im Entertainment Premiere steigt bei Home of Hardware ein

Redakteur: Harry Jacob

Eine ungewöhnliche Ehe wurde diese Woche geschlossen: Der Pay-TV-Sender Premiere übernimmt mit sofortiger Wirkung 65 Prozent an Home of Hardware (HoH), einem der großen deutschen Online-Shops für IT, TK und CE. Dort sollen künftig vermehrt Premiere-Bundles geschnürt und Kunden auf die High-Definition-Kanäle des Bezahlsenders aufmerksam gemacht werden.

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HOH-Gründer und -Geschäftsführer Martin Wild ist froh, mit dem Pay-TV-Sender Premiere einen finanzstarken Partner gewonnen zu haben.
HOH-Gründer und -Geschäftsführer Martin Wild ist froh, mit dem Pay-TV-Sender Premiere einen finanzstarken Partner gewonnen zu haben.
( Archiv: Vogel Business Media )

Für Martin Wild, Gründer und Geschäftsführer des schwäbischen »Home of Hardware«, ist die Zukunft seiner Zunft ziemlich klar. Er erwartet eine starke Konsolidierung, die nur die stärksten Anbieter überleben werden - und dazu soll HoH auf jeden Fall gehören.

Einen wichtigen Schritt in Sachen Zukunftssicherung hat Wild jetzt mit dem Einstieg von Premiere getan. Denn neben der Kaufsumme, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart wurde, kann er nun auch mit mehr Aufmerksamkeit bei den Consumern rechnen - zumindest bei den 3,4 Millionen Premiere-Kunden.

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Noch wichtiger aber ist allein schon der Name des neuen Mehrheitseigners. »Die Kreditversicherer in der IT-Branche sind sehr vorsichtig geworden, was unsere Entwicklung teilweise schon beeinträchtigt hat. Mit Premiere werden wir aber unsere Kreditlinien bei den Lieferanten ausweiten können«, so Wild gegenüber IT-BUSINESS. Damit sei das weitere Wachstum wesentlich einfacher zu bewältigen.

Die beiden frischgebackenen Partner hatten schon eine Weile an der Allianz geschmiedet. Am 4. Mai, nach nur zwei Wochen Prüfzeit, hatte das Bundeskartellamt seinen Segen gegeben. Nun wird mit Hochdruck daran gearbeitet, die gemeinsamen Ideen umzusetzen. Noch im Mai, kündigte Wild an, werde es die ersten Premiere-Bundles aus dem TV-Angebot und der nötigen Hardware bei HoH geben.

Zugewinn für beide

Für Premiere ist das Engagement bei Home of Hardware ein Schritt in Richtung Internet-Vermarktung. Bei diesem einen Partner soll es aber auch erst einmal bleiben. Größe, Bekanntheit und Erfolg von HoH hatten Premiere den Weg nach Westendorf gewiesen. Die Konsumbedürfnisse der Kunden beider Unternehmen zeigten zudem große Überschneidung: Premiere-Abonnenten seien überdurchschnittlich technikaffin und sehr stark an TK- und Home-Entertainment-Produkten interessiert, wie sie von Home of Hardware vertrieben werden.

Umgekehrt seien die Käufer des Online-Shops besonders zugänglich für hochauflösendes Fernsehen und Pay-TV. Sie können bei ihrem Lieferanten künftig nicht nur entsprechende Hardware bekommen, sondern auch direkt die Sender buchen und die Smartcards hier beziehen. Für Premiere bedeutet dies neben der verbesserten Kundenansprache auch Synergien in Sachen Service und Logistik.

Vertrauensverhältnis

Noch sind nicht alle Details der Zusammenarbeit geklärt, es muss noch einiges erarbeitet werden, um künftig gemeinsam Erfolg zu haben. Martin Wild bleibt seinem Unternehmen auch als Minderheitsgesellschafter treu und hat weiterhin die Geschäftsführung inne. Die Interessen des Senders Premiere werden über einen Beirat abgedeckt. Man wolle sich regelmäßig treffen und das weitere Vorgehen abstimmen. Aber es sei nicht so, dass »mir dauernd jemand auf dem Schoß sitzt«, so Wild.

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