Software Defined Networking für den Mittelstand

Ocedo – Startup mit Vorgeschichte

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Administration von Netzwerken wird grundlegend verändert

Das System der Karlsruher soll es Administratoren einfacher machen, verteilte Netzwerke zu verwalten. Dabei definieren sie zentral Policies für Benutzergruppen und Applikationen, die automatisch auf sämtliche Netzwerkkomponenten übertragen werden. IT-Leute müssen daher Gateways, Switches und Access Points nicht manuell konfigurieren. Das Konzept basiert auf der konsequenten Abstraktion der Netzwerksteuerung, die über einen Controller in der Cloud vorgenommen wird, von der Hardware. Auf diese Weise habe Ocedo „als einer der ersten Anbieter den Ansatz von SDN konsequent umgesetzt“, urteilt Infinigate-Managerin Marohn. Sie ist überzeugt, der Hersteller werde damit „den Aufbau und die Administration von Netzwerken grundlegend verändern“.

Das zentrale Management von Ocedo ähnelt den Ansätzen von Aruba oder Cisco Meraki. Allerdings nimmt das Startup für sich in Anspruch, mit der Abstraktion von der Netzwerk-Hardware einen Schritt weiter zu gehen als die Wettbewerber. „In der Tat verfolgen andere Anbieter auf den ersten Blick einen sehr ähnlichen Ansatz“, räumt CTO Hansen ein. Im Detail gebe es jedoch große Unterschiede. Während bei manchen Systemen der Konfigurationsaufwand eines Netzwerks mit der Anzahl der Standorte fast linear zunehme, sei die Administration von Ocedo so effizient, dass sich der Aufwand mit steigender Anzahl von Niederlassungen allenfalls minimal erhöhe, erläutert der Netzwerkprofi. „Die zentrale Verwaltung kombiniert mit der Flexibilität von SDN ist unser wahres Alleinstellungsmerkmal, das heutzutage kein anderes Unternehmen liefern kann.“

Grundsätzlich liegt der Antrieb der Ocedo-Gründer laut eigener Aussage darin, aktiv mitzugestalten, „wie SDN die IT-Infrastruktur verändert“. Das Unternehmen bietet Partnern somit die Chance, sich mit einem innovativen Ansatz im Markt zu differenzieren. Das technologische Konzept stellt zugleich aber ein Hindernis für den Vertrieb dar. Denn bei Ocedo handelt es sich um ein geschlossenes System. So lässt sich die Funktionalität des Controllers nur dann vollständig nutzen, wenn auch Komponenten wie Gateways, Switches und Access Points von dem badischen Hersteller stammen. Das System ist zwar mit Fremdprodukten kompatibel. Die müssen aber nach wie vor manuell konfiguriert werden. Endkunden trennen sich jedoch ungern auf einen Schlag von ihrer gesamten Netzwerk-Infrastruktur. Die Herausforderung für Partner besteht darin, ihren Kunden, die sie von Ocedo überzeugen möchten, eine sinnvolle Migrationsstrategie aufzuzeigen.

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