Partnertag in Glonn Nfon vergrößert den Baukasten
Der Münchner Cloud-Spezialist Nfon ergänzt seine Telefonanlagen um modulare Service-Bausteine. Mit dem verbreiterten Portfolio will der Anbieter seine Partner in die Lage versetzen, ihren Kunden künftig Alarm-, Callcenter- oder Recording-Lösungen zu liefern.
Anbieter zum Thema

Die Telefonie hat viele Facetten, und mit der Kommunikation über IP-Netze nehmen die Möglichkeiten weiter zu. Nfon, ein Münchner Anbieter von Telefonanlagen aus der Cloud, erweitert daher sein Portfolio um optionale Services. Dazu zählen Alarm- und Sprachaufzeichnungssysteme sowie eine Callcenter-Software. Diese Service-Bausteine sollen Nfon-Partner in die Lage versetzen, ihren Kunden individuell auf deren Anforderungen zugeschnittene Lösungen anzubieten. Die Telefonanlage werde „quasi ummantelt“ von zusätzlichen Diensten, mit denen der Anbieter auf den aktuellen Bedarf im Kommunikationsmarkt reagiere, skizzierte Thomas Muschalla, Vice President Sales bei Nfon, das modulare Konzept.
Der IP-Centrex-Spezialist stellte die neuen Angebote im Rahmen seines Partnertags in Glonn bei München vor. Zu der Veranstaltung kamen rund 100 geladene Vertreter von Distributoren, Systemhäusern und TK-Resellern. Neben Nfon präsentierten sich dort Technologie- und Service-Partner wie ASC, Also Enterprise Services, Panasonic, Sennheiser, Snom und Tetronik. Mit den Zusatzmodulen, die im Mittelpunkt des Partnertages standen, richtet Nfon den Vertrieb stärker auf Lösungen aus. „Unsere Partner können die Kundenangebote individuell zusammenbauen und sie aus einer Hand liefern“, erläuterte Muschalla. Für den Endkunden folge daraus, dass er „nur einen Vertragspartner und einen Verantwortlichen für das Gesamtkonzept“ habe.
Technologiepartner
Bei den einzelnen Modulen arbeitet Nfon mit Technologiepartnern zusammen. So hat der Sicherheitsanbieter Tetronik aus dem hessischen Taunusstein die Technologie für das Alarmsystem Ndaks beigesteuert. Die IP-Lösung soll eine Alternative zu herkömmlichen Meldesystemen bieten, die häufig noch auf ISDN basieren. Das Modul Neorecording, mit dem sich Gespräche rechtskonform aufzeichnen lassen, wurde gemeinsam mit dem Spezialisten ASC aus dem fränkischen Hösbach entwickelt. Die Cloud-Lösung ist insbesondere für Finanzdienstleister relevant, die telefonische Vertragsverhandlungen von 2017 an mitschneiden müssen, wie eine EU-Richtlinie vorgibt.
Bereits seit 2015 bietet Nfon das Modul Nhospitality an, einen Service für Kommunikationsanforderungen des Gastgewerbes. Komplett neu im Portfolio ist dagegen Ncontactcenter. Dabei handelt es sich um ein OEM-Produkt des Münchner Callcenter-Spezialisten Jtel. Die Software, die klassische Funktionen wie Automatic Call Distribution (ACD) oder Interactive Voice Response (IVR) bietet, soll sich ebenso für kleine Teams mit fünf Agenten wie für größere Callcenter eignen und bis zu 2.500 parallele Gespräche unterstützen.
Provisionsmodell
Bei allen Modulen erhalten Reseller eine Provision in Höhe von zehn Prozent bei Vertragsabschluss. Außerdem werden sie mit 15 Prozent an den monatlichen Gebühren beteiligt. Um die Partner für den Vertrieb der neuen Technologien fit zu machen, bietet Nfon ihnen Präsenz- und Online-Schulungen an. Darüber hinaus wird der Cloud Provider seinen Channel durch Marketingaktionen unterstützen, wie Vertriebsleiter Muschalla ankündigte.
Digitalisierung und die Umstellung auf All-IP sieht der Vertriebsprofi als zwei wesentliche Trends an, die das Kommunikationsgeschäft treiben und zugleich verändern. Parallel dazu vollziehe sich ein Wandel des Reseller-Modells. „Der Partner ist nicht mehr nur Verkäufer, sondern schlüpft mehr und mehr in die Rolle des Unternehmensberaters“, führte Muschalla aus. Darin liege für den Partner eine große Chance. Denn je tiefer er bei Unternehmen in die Prozesse eintauche und sie verstehe, „desto enger werde die Kundenbindung“.
In Deutschland vermarktet Nfon seine virtuellen Telefonanlagen über rund 650 Reseller sowie über strategische Partner, zu denen die Deutsche Telekom und Telefónica zählen. Distributionspartner sind Acmeo, Ingram Micro, Komsa, Michael Telecom und Tarox. Wie bereits 2015 so verzeichnet der Cloud-Anbieter auch in diesem Jahr ein Wachstum von rund 40 Prozent.
(ID:44343127)