Haufe-Studie New Work und die Eingliederung neuer Mitarbeiter

Autor Heidi Schuster

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das Arbeitsleben zu weiten Teilen ins Homeoffice verlagert. Dennoch müssen neue Mitarbeiter fachlich und sozial integriert werden. Dazu sind neue digitale Onboarding-Prozesse notwendig.

Firmen zum Thema

Onboarding ist ein Begriff aus dem Personalmanagement und bezeichnet die Eingliederung neuer Mitarbeiter in ein Unternehmen.
Onboarding ist ein Begriff aus dem Personalmanagement und bezeichnet die Eingliederung neuer Mitarbeiter in ein Unternehmen.
(Bild: FATIR29 - stock.adobe.com)

Im Zeitraum von Juli bis Oktober 2020 hat Haufe, eine Marke der Haufe Group, über 550 HR-Verantwortliche aus Unternehmen aller Größenklassen befragt, wie sie zu Zeiten von Corona den Onboarding-Prozess gestalten. Dabei kam heraus, dass der Bedarf für ein professionelles Onboarding erkannt wurde, es aber oft an der digitalen Umsetzung scheitert.

So konnten 78 Prozent der Befragten während des ersten Lockdowns keine zusätzlichen, digitalen Onboarding-Maßnahmen ergreifen, was mitunter auf die rasche Ausbreitung der Pandemie, sowie die fehlende Flexibilität bei der Implementation neuer Prozesse und Strukturen zurückzuführen ist. Daraus resultierten bei rund 40 Prozent der Unternehmen eine erschwerte Einarbeitung, fehlender Austausch und mangelnde Vernetzungsmöglichkeiten mit den neuen Kollegen.

Digitales Onboarding

Der Bedarf für ein professionelles Onboarding mit digitalen Elementen rückt der Umfrage zufolge zunehmend in den Fokus der Entscheider. So stellen 22 Prozent der befragten Unternehmen eigenes Budget für das Onboarding zur Verfügung. Dies stellt im Vergleich zu 2019 einen Anstieg um 10 Prozent dar. 23 Prozent des Budgets fließen unter anderem in digitale Tools, Apps und Software für die Prozessunterstützung (Vergleich 2019: 12 %). Auch der Betreuung von neuen Mitarbeitern wird ein höherer Stellenwert zugemessen. In 64 Prozent der Unternehmen wird neuen Kollegen ein Mentor zur Seite gestellt. Bei weiteren 64 Prozent gibt es Vernetzungsmaßnamen, wie beispielsweise einen Welcome-Day, oder umfangreiche Willkommenspakete (57 %). Hauptverantwortlicher Treiber für das Onboarding ist in 76 Prozent der Unternehmen auch weiterhin das Personalwesen. Rund 14 Prozent der Befragten gaben jedoch noch immer an, keinen Ansprechpartner für dieses Thema zu haben.

Verbesserungspotenzial

Trotz dieser Maßnahmen sehen 77 Prozent der Personalverantwortlichen hohes Verbesserungspotenzial. 30 Prozent der Unternehmen berichten von Fällen, bei denen neu eingestellte Mitarbeiter noch vor dem ersten Arbeitstag wieder abgesprungen sind. Möglicherweise aufgrund unausgereifter Prozesse für das Pre-Boarding oder fehlender digitaler Tools, wie Onboarding-Apps, die den Kontakt in der sensiblen Phase zwischen Vertragsunterschrift und Arbeitsbeginn intensivieren. Dieses Optimierungspotenzial sehen auch die Befragten, von denen 83 Prozent glauben, dass die Anfangsfluktuation durch die weitere Professionalisierung und Digitalisierung des Onboardings gemindert werden könnte.

Ausbaubedarf bei der Feedback-Kultur

Verbesserungspotenziale gibt es auch bei der Feedback-Kultur. Bei 20 Prozent der befragten Unternehmen gibt es noch keine strukturierten Feedback-Gespräche zum Onboarding. Lediglich 55 Prozent der Unternehmen nutzen das Feedback neuer Mitarbeiter, um den eigenen Onboarding-Prozess zu optimieren. Um neue Mitarbeiter langfristig zu binden und als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, wird dies laut Haufe auch künftig eine wichtige Rolle spielen.

(ID:47026335)