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Unverhofft kommt oft Neue Strategien für die Business Continuity

Autor / Redakteur: Peter Hanke / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Das Coronavirus hat Unternehmen weltweit aus der Bahn geworfen. Um die Business Continuity zukünftig zu sichern, müssen Unternehmen umdenken. Es gilt: Wie gelingt es uns, schneller auf unerwartete Veränderungen zu reagieren?

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Die Pandemie fegte die Büros leer. Unternehmen mussten plötzlich einen Großteil der Belegschaft ins Homeoffice schicken.
Die Pandemie fegte die Büros leer. Unternehmen mussten plötzlich einen Großteil der Belegschaft ins Homeoffice schicken.
(Bild: © – Marc Mueller – Pexels)

Die Coronakrise hat unsere Arbeitswelt schlagartig verändert. Unternehmen, in denen Homeoffice bis vor Kurzem noch ein Fremdwort war, mussten plötzlich 90 Prozent oder mehr der Belegschaft zur „Remote Work“ nach Hause schicken. Das stellte deren IT-Abteilung vor große Herausforderungen. Aber auch Unternehmen, die einen Notfallplan in der Tasche hatten, waren vom Ausmaß und der Geschwindigkeit der aktuellen Krise überrascht.

Viele verfügten zwar über robuste Konzepte, um Rechenzentrums- oder WAN-Link-Ausfälle abzufedern und Systeme mithilfe von Back-up und Recovery-Plattformen schnell wiederherzustellen. Und einige hatten sogar Vorkehrungen getroffen, ganze Büros in provisorische Einrichtungen zu verlegen. In den meisten Fällen waren diese Konzepte aber darauf ausgelegt, dass man innerhalb von einigen Tagen, spätestens nach einer Woche, wieder zur Normalität zurückkehren würde. Niemand hatte mit einer Krise gerechnet, bei der Büros über Monate geschlossen bleiben und Social Distancing die Zusammenarbeit verändert.

Die Pandemie hat deutlich gemacht, dass wir bei unseren Business-Continuity-Konzepten umdenken müssen. Denn auch der beste Notfallplan kann nie alle Eventualitäten einer Krise vorhersehen. Um arbeitsfähig zu bleiben, brauchen Unternehmen daher eine flexible IT-Umgebung, die sich jederzeit schnell an unvorhergesehene Ereignisse anpassen kann – soweit dies möglich ist. Mehr denn je ist die IT-Abteilung jetzt im „new normal“ in einer strategischen Rolle gefragt.

Hybrid- und Multi-Cloud-Ansätze bringen Vorteile

In den vergangenen Monaten hat sich gezeigt: Unternehmen, die mit ihrer Digitalisierung schon weiter fortgeschritten sind und Hybrid- oder Multi-Cloud-Strategien einsetzen, leiden weniger stark unter der Krise. Sie können flexibler auf Veränderungen reagieren und werden deshalb auch besser dastehen, wenn sich die Situation noch weiter normalisiert. Voraussetzung dafür sind allerdings Strukturen, die es Mitarbeitern erlauben, auch außerhalb des Unternehmensnetzwerks auf wichtige Daten zuzugreifen. Denn schnell einmal die VPN-Kapazitäten für Remote-Zugänge zu erhöhen, ist meist keine praktikable Lösung. Schließlich muss die IT-Abteilung diese auch effektiv managen und absichern – das verursacht hohen Aufwand.

Ein großer europäischer Dienstleister, der seine Büros wegen der Coronakrise schließen musste, wählte daher folgenden Weg: Er hielt es nicht für realistisch, von heute auf morgen 10.000 Laptops, darunter auch einige Privat-PCs, im Homeoffice zu managen. Stattdessen entschied er sich, seine eigentlich geringen VDI-Kapazitäten mithilfe der Public Cloud unternehmensweit auszurollen. In Zusammenarbeit mit NetApp gelang es ihm, dies innerhalb von nur zwei Tagen zu bewerkstelligen. Dadurch konnten die Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit wieder produktiv sein.

Datenmanagement als zentrale Voraussetzung für Flexibilität

Doch was ist entscheidend für den Erfolg eines solchen Projekts? Das Unternehmen hat seine Systeme so konzipiert, dass sie sich über Anwendungen, Netzwerke und vor allem auch Daten hinweg anpassen lassen. Durch den Einsatz einer konsistenten Datenmanagement-Plattform als Standard zwischen den einzelnen Standorten und der Public Cloud können Daten im gesamten Unternehmen nahtlos gemeinsam genutzt, geschützt sowie repliziert werden. NetApp ermöglicht hochperformante VDI-Lösungen, z.B. mit NetApp HCI oder FlexPod. Mithilfe von Azure NetApp Files und Cloud Volumes Service können Unternehmen zudem Storage-Ressourcen über Cloud- und Rechenzentrumsgrenzen hinweg verfügbar machen.

Ein ganzheitliches Konzept ist gefragt

Jedes Unternehmen hat unterschiedliche Anforderungen und Voraussetzungen – es muss daher seinen eigenen Weg zu mehr Agilität finden. Entscheidend dabei ist, dass man die einzelnen Elemente der IT-Infrastruktur nicht isoliert betrachtet, sondern ganzheitlich. Egal, ob ein Unternehmen vorwiegend On-Premises oder in der Cloud arbeitet, große monolithische Applikationen oder Software as a Service (SaaS) einsetzt – oder alles miteinander kombiniert: Es geht darum, einen Zustand zu erreichen, in dem man schnell auf Veränderungen reagieren kann. Jetzt in einer Hauruckaktion SaaS-Lösungen einzuführen, wäre zu kurz gedacht. Vielmehr sollten Unternehmen sorgfältig planen und analysieren, wie sie Technologien, Prozesse und eine Kultur etablieren können, die für das Unerwartete gewappnet sind. Die Fähigkeit, Daten einheitlich zu verwalten und schnell verfügbar zu machen – unabhängig davon, wo sie sich befinden – spielt dafür eine entscheidende Rolle.

Chance zur Veränderung

Peter Hanke.
Peter Hanke.
(Bild: NetApp)

Auch wenn die Coronakrise abflaut und die Mitarbeiter wieder ins Büro zurückkehren, wird vieles anders sein als vorher. Social Distancing und die Ungewissheit, was morgen passiert, werden uns noch lange begleiten. So manches Unternehmen hat bereits die Vorteile von Homeoffice erkannt, da Mitarbeiter dort teilweise sogar produktiver sind und die bessere Work-Life-Balance schätzen. Die Krise kann also auch eine Chance zur Veränderung sein. Wer sich jetzt die Zeit nimmt, flexible und sichere IT-Konzepte zu entwickeln, kann diese Chance optimal nutzen.

Über den Autor

Peter Hanke ist Senior Director Germany bei NetApp.

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