IT-Executive Summit 2021 Nachhaltigkeit wird zum Wettbewerbsfaktor

Autor: Sylvia Lösel

Was haben Reishandel und Quantencomputing mit Nachhaltigkeit zu tun? Sehr viel, sagt Santosh Wadwa, Head of Product Channel Sales Central Europe bei Fujitsu. Der japanische Hersteller hat Nachhaltigkeit bereits in seiner Unternehmenskultur verankert.

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Santosh Wadwa, Head of Head of Product Channel Sales Central Europe bei Fujitsu
Santosh Wadwa, Head of Head of Product Channel Sales Central Europe bei Fujitsu
(Bild: Fujitsu)

ITB: Kreative Ideen sind gefragter denn je, wenn es um digitale Nachhaltigkeit geht. Welche haben Sie beziehungsweise Fujitsu?

Der IT-Executive Summit der Vogel IT-Akademie findet dieses Jahr am 30.9. und 1.10. in Schloss Fuschl statt.
Der IT-Executive Summit der Vogel IT-Akademie findet dieses Jahr am 30.9. und 1.10. in Schloss Fuschl statt.
(Bild: Vogel IT-Akademie)

Wadwa: Die Bandbreite ist riesig: Sie reicht vom Einsatz des Digital Annealings, einer Brückentechnologie zum Quantencomputing, für die Optimierung von Logistikströmen und Verkehrsflüssen und damit die Reduktion des CO2-Ausstoßes von Lkw-Flotten, bis hin zum Einsatz der Blockchain-Technologie für den Reishandel, wodurch Kleinbauern einen besseren und günstigeren Marktzugang erhalten und zugleich der umweltfreundliche Reisanbau gefördert wird. Um kreative Lösungen zu entwickeln, die unseren Partnern und Kunden auch tatsächlich helfen, setzen wir dabei konsequent auf Co-Creation. Denn wir sind davon überzeugt, dass das Bündeln der Kompetenzen und des kreativen Potenzials aller Beteiligten zu besseren Lösungen führt, die zudem auch wirtschaftlich nachhaltiger sind. Die praktischen Erfahrungen mit diesem Ansatz bestätigen dies auch.

ITB: Wie nachhaltig ist die Digitalisierung?

Wadwa: Das kommt ganz darauf an, wie man sie gestaltet. Wir sind uns bewusst, dass auch der Einsatz von IT immer mit dem Verbrauch von Ressourcen verbunden ist, und versuchen, diesen so stark wie möglich zu minimieren. Zugleich ermöglicht die Digitalisierung aber auch, Geschäftsprozesse umweltfreundlicher als bisher zu gestalten. Das zuletzt offensichtlichste Beispiel ist die Vermeidung von Reisen durch Kollaborationsplattformen. Diese sind mittlerweile so akzeptiert, dass auch nach der Pandemie die Anzahl der Dienstreisen geringer sein wird als zuvor. Und es gibt zahlreiche weitere Beispiele, wie digitale Lösungen den Umweltschutz unterstützen. Aber man kann den Spieß auch umdrehen: Ohne digitale Transformation werden viele Geschäftsmodelle künftig nicht mehr nachhaltig sein – und zwar wirtschaftlich. Die vergangenen 18 Monate haben gezeigt, dass Unternehmen, die bei der Digitalisierung vorne liegen, besser auf veränderte Anforderungen reagieren konnten als andere.

ITB: Von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft: wie ist der Weg von Fujitsu?

Wadwa: Fujitsu ist seit vielen Jahren einer der Vorreiter bei der ressourcenschonenden Produktion, der Verbesserung der Energieeffizienz von IT-Systemen sowie dem Recycling von Altgeräten. Bereits bei der Entwicklung von Systemen sind deren lange Lebensdauer, ein einfacher Austausch von Einzelkomponenten und die spätere Recyclingfähigkeit wichtige Aspekte. Diese und viele weitere Maßnahmen, etwa zur Verringerung der eigenen CO2-Bilanz und der konsequente Bezug von Strom aus erneuerbaren Energien, werden uns auch von externen Stellen bestätigt. So hat etwa EcoVadis, eine Plattform zur Lieferantenbewertung im Hinblick auf deren Nachhaltigkeit, Fujitsu in DACH aufgrund seiner umfangreichen Corporate Social Responsibility-Maßnahmen 2021 erneut mit dem „Gold Recognition Level“ ausgezeichnet. Fujitsu gehört damit zu den am höchsten bewerteten Firmen. Der Mutterkonzern Fujitsu Limited hat mit „Platin“ sogar die höchste Auszeichnung erhalten und zählt damit zu dem besten einem Prozent der bewerteten Unternehmen weltweit.

ITB: Reichen für einen besseren Schutz von Umwelt, Klima und natürlichen Ressourcen technische Lösungen aus, oder ist dafür auch eine Veränderung der Mentalität bzw. von Unternehmenskulturen erforderlich?

Wadwa: Bei der Nachhaltigkeit ist es wie bei der Digitalisierung: Mindestens genauso wichtig wie innovative Lösungen ist die Bereitschaft, tatsächlich etwas verändern zu wollen. Erst das Zusammenspiel dieser beider Faktoren sorgt dafür, dass der Wandel auch gelingt. Entscheidend ist daher, es in seiner Unternehmenskultur zu verankern, sich kontinuierlich weiter zu verbessern. Sich auf erreichten Verbesserungen auszuruhen, reicht nicht! Nicht zuletzt, da auch die Anforderungen der Kunden bezüglich der Nachhaltigkeit ihrer Lieferanten kontinuierlich steigen. Nachhaltigkeit wird somit zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.

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Über den Autor

 Sylvia Lösel

Sylvia Lösel

Chefredakteurin IT-BUSINESS, Vogel IT-Medien