Dr. Jürgen Rakow steht mit Yakumo-Nachfolger kurz vor einer neuen Pleite Monitor-Lieferant reißt Fukato in die Insolvenz

Redakteur: Harry Jacob

Weil ein chinesischer Lieferant bereits vorfinanzierte Ware nicht ausliefert und die betroffenen Kunden zudem Strafzahlungen fordern, hat Fukato vergangenen Freitag Insolvenzantrag gestellt. Das Geschäft läuft aber vorerst weiter.

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Da kam wohl alles zusammen: ein überraschend starker Dollar im zweiten Halbjahr 2008, ein schwächelndes Monitorgeschäft und dann auch noch Ärger mit einem Fertiger aus China – auch dort ist die Wirtschaftskrise zu spüren. Das Geld ist futsch, die Ware für weitere Geschäfte fehlt, und den Kunden, denen die Lieferung fest zugesagt worden war, stehen nun Strafgebühren zu. Alles in allem eine zu große finanzielle Belastung für den relativ kleinen Hersteller.

Das Ergebnis: der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Potsdam am vergangenen Freitag. Dr. Rakow sieht die Lage pragmatisch: »In dieser Situation ist es am besten, einen konsequenten Schritt zu tun, anstatt lange zu fackeln«. Vorläufiger Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Prof. Rolf Rattunde von der Kanzlei Leonhardt Westhelle & Partner mit Sitz in Berlin. Er soll nun helfen, das Geschäft fortzuführen.

Von Monitoren werde man sich aber verabschieden, kündigte Dr. Rakow an. Im Fokus werden künftig die Festplatten unter dem Datacask-Brand stehen. Außerdem hat Fukato einen zweiten Brand etabliert: Medowell. Der steht für Beauty- und Wellnessprodukte und soll ebenfalls fortgeführt werden.

Vorsichtige Strategie

Vor einem halben Jahr hatte Dr. Jürgen Rakow im Gespräch mit IT-BUSINESS die Strategie von Fukato in Bezug auf den Brand Datacask erläutert. Er betonte damals, dass er Lehren aus der Yakumo-Pleite gezogen habe, die in erster Linie auf Service-Probleme zurückzuführen sei. »Wir werden bei Datacask beispielsweise keine DVD-Brenner oder digitale Bilderrahmen bringen«, führte er aus. Erstere seien Service-anfällig und die asiatischen Fertiger könnten die Ersatzteilversorgung nicht sicher stellen, letztere seien aufgrund der Lizenzfragen ausgeschlossen. In der Vergangenheit immer wieder für spektakuläre Beschlagnahmungen auf IFA und CeBIT gesorgt hatten – allerdings nicht bei Firmen von Dr. Jürgen Rakow. »Sie bekommen heute kaum noch einen digitalen Bilderrahmen, der nicht MP3 und andere Formate abspielt, aber auch davon lassen wir die Finger«, stellte er klar.

Dafür liegt ihm umso mehr am Herszen: »Bei allen Datacask-Produkten haben wir die Gewissheit, dass wir mindestens zweieinhalb Jahre die benötigten Teile bekommen. Denn von der Fertigung bis zum Verkauf kann es manchmal ein halbes Jahr dauern, und dann beginnt die zweijährige Garantiefrist«, erläutert Rakow. Das Datacask-Portfolio sei daher fachhandelskompatibel, weil lizenzfrei und servicefreundlich. Letzteres bedeutet, dass die Produkte direkt bei Fukato oder via Distributor umgetauscht werden können.

Versprechen an den Fachhandel

Rakow hofft, dass die Distributoren trotz der Insolvenz bei der Stange bleiben. Das wird sich auch danach richten, wie der Fachhandel reagiert. Der brauche nicht zu befürchten, auf Gewährleistungsansprüchen sitzen zu bleiben, versichert Rakow. Dieses Problem werde zufriedenstellend geregelt, kündigte er gegenüber IT-BUSINESS an.

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